Ist bei Ihnen zu Hause das Wasser sehr kalkhaltig, dann haben Sie nur wenig Möglichkeiten:

1. Alle paar Jahre eine neue Waschmaschine, Geschirrspüler, Kaffeemaschine, Espressomaschine, Wasserhähne, Rohre usw. kaufen (die Hersteller würden sich freuen).

2. Einen Wasserenthärter einbauen.

3. Die einzig richtige Lösung - wie wir alle wissen: Immer fleißig Calgon kaufen (und daran denken, es mit in die Maschine zu geben).

Wobei die dritte Möglichkeit auf Dauer ebenfalls den Geldbeutel angreift und ganz so umweltfreundlich ist das Zeug sicher auch nicht.

Kalkumwandler - physikalische Wasserenthärtung?

Zugegeben: Wasserenthärter sind nicht ganz billig und im Einbau etwas aufwendig. Das dachten sich wohl auch einige findige Bastler und haben vor einigen Jahren dieses tolle Produkt auf den Markt gebracht: Kalkumwandler mit Magnetkraft!

 

Ganz einfach: Diese Dinger enthalten einen Magneten, der die kleinen Kalkteile im Wasser dazu bringen soll, zu "kristallisieren" - also quasi die Struktur zu verändern. Manche Hersteller schreiben auch, dass sich statt Kalk das harmlose Aragonit bildet. Das bedeutet: Keine unschönen Kalkränder mehr an den Armaturen (nur noch Aragonit, sieht Kalk zum Verwechseln ähnlich), die Waschmaschine wird ewig laufen (= solange die Garantie gilt) und wir werden endlich vor bösem Lochfraß beschützt. 

 

Schon für weniger als 1000 Euro bekommt man so etwas und kann es an die Hauptwasserleitung anschließen. Alternativ gibt es noch kleine Kugeln, die - ähnlich wie Calgon - das Wunder in der Waschmaschine bewirken sollen.

...gar nicht!

Natürlich kann das nicht funktionieren, auch wenn es schön klingt! Warum nicht?

Ganz einfach: Im Leitungswasser befinden sich immer gelöste Salze, z.B. Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat.

  • Einige dieser Salze kristallisieren im trockenen Zustand zu hartnäckigen Ablagerungen, darunter auch das Calciumcarbonat = Kalk.
  • Sie bestehen aus einem positiv und einem negativ geladenen Ion, die sich gegenseitig stark anziehen. Und diese Anziehung ist wesentlich stärker, als die Wirkung des Magenten im Wasserenthärter.
  • Ionenbindungen lassen sich nicht so einfach trennen - sie werden nicht einmal messbar von einem solchen Magneten beeinflusst.

Wer es genauer wissen möchte: Hier gibt es die ausführliche physikalische Erklärung dazu

 

Wasserenthärter und Kalkumwandler im Test

Bei vielen Untersuchungen(u.a. von der Stiftung Warentest) haben diese schönen Kalkumwandler zum Großteil komplett versagt. Genauer gesagt muss der Effekt wohl so gering sein, dass er nicht auffällt.

 

Da freut sich doch der Kalk-geplagte Kunde: Erst soll man ein paar Hundert Euro investieren, dann noch Stundenlang rumbasteln - evtl. verursacht man noch einen kleinen Wasserschaden, muss sich vom Klempner blöd anreden lassen, schnell noch den Keller trockenlegen, um dann zu erfahren, dass der Kalk sich höchstens um einzelne Nanopartikel reduziert.

Nur Ionenaustauscher enthärten

Die einzigen Wasserenthärter, die es tatsächlich schaffen, die kleinen Salze im Wasser so zu irritieren, dass es "weich" wird, sind sogenannte Ionenaustauscher. Manchmal werden auch diese Ionentauscher in magnetische Kalkumwandler eingebaut und - oh Wunder - einige davon funktionieren! Es entstehen deutlich weniger Kalkablagerungen und man kann endlich seinen Frühstückskaffee ohne die kleine Bröckchen genießen.

Und das Schönste: der Preis. Die Wasserfilter z.B. sind im Verhältnis zu den magnetischen Spielzeugen richtig günstig. 

Und was ist mit der Waschmaschine?

Um große Geräte wie die Waschmaschine und den Geschirrspüler nicht ständig mit hartem Wasser foltern zu müssen, ist es sinnvoll, sich von einem Fachmann einen Wasserenthärter mit Ionenaustauscher direkt an der Hauptleitung installieren zu lassen. Das ist zwar nicht ganz billig, aber eine gute Investition. Falls Sie zur Miete wohnen oder Ihnen die Kosten für eine professionelle Wasserenthärtungsanlage momentan noch zu hoch sind, dann...ähm.....

Gibt`s auch für den Geschirrspüler, als Tabs und in flüssiger Form.

Grace, am 08.08.2012
10 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Laden ...
Fehler!