Knollenfenchel erleichtert das Atmen und die Verdauung

Fenchelknolle aufgeschnittenDer Geschmack von Fenchel ist süß und leicht anisartig. Dafür sorgen seine ätherischen Öle Fenchelon und Athenol. Diese wirken schnell und direkt auf die Durchblutung der Schleimhäute. Das wirkt nicht nur im Verdauungstrakt, sondern auch bei den Atmungsorganen. Bei Erkältung und Bronchitis hilft Ihnen der Fenchel, besser durchzuatmen. Gleichzeitig aktivieren die Inhaltsstoffe Ihre eigenen Abwehrkräfte. In südlichen Ländern wird die Fenchelknolle weitaus öfter verzehrt als in Deutschland. Wir nutzen eher die magenberuhigende Wirkung von Fencheltee, der aus den Samen zubereitet wird. Besonders für Kleinkinder wird dieser Tee häufig gekocht. Dabei kann das Wintergemüse auch gut roh im Salat gegessen werden.

Fenchel in der Küche – roh, gedünstet oder überbacken

Auf dem Markt erhalten Sie zwei Sorten Fenchel. Der Neapolitaner ist der große, kräftige Fenchel mit saftigen Blättern für einen Salat. Kleiner und mit zarten Stangen ist der Florentiner, der sich besser als Gemüse eignet. Wenn Sie Fenchel kaufen, achten Sie darauf, dass die feinen Blättchen noch frisch und grün sind. Das feine dillförmige Grün ist gerade bei einem frischen Salat sehr dekorativ. Sehr beliebt ist Fenchel in Kombination mit Obst, zum Beispiel als Apfelsinen-Fenchel-Salat oder frisch gehobelt mit Datteln, Bananen und Nüssen. Auch herzhaft zubereitet mit Oliven, Schafskäse, Zwiebeln und etwas Weinessig und Öl schmeckt roher Fenchel. Roh verzehrt bleiben alle wertvollen Inhaltstoffe erhalten. Vor allem Vitamin C geht beim Erhitzen verloren. Trotzdem können Sie den Knollenfenchel auch mit Karotten und Erbsen dünsten oder ihn gemeinsam mit Tomaten mit Käse überbacken. Das Gemüse passt gut zu Fischgerichten. Zur bekannten Hamburger Allsuppe soll auch Fenchel gehören. Durch seinen starken Eigengeschmack brauchen Sie zum Würzen meistens nicht mehr als Salz und Pfeffer.

Hildegard von Bingen empfahl die Knolle, das Kraut und den Samen

In der Klosterküche der Hildegard von Bingen hatte Fenchel einen festen Platz. Dabei war es der Benediktinerin egal, ob die Knolle, das Kraut oder der Samen verzehrt wurde. "Wie auch immer gegessen, macht er den Menschen fröhlich, durchwärmt ihn, macht gute Verdauung." Auch in China, Ägypten, Arabien und in Griechenland gehörte das gesunde Gemüse zur frühen Küchenkultur. Angebaut wird das frostempfindliche Gemüse überwiegend in den südlichen, milderen Ländern. Auf dem Markt ist er trotzdem das ganze Jahr über erhältlich.

Anbau von Fenchel im Garten

Beim Anbau müssen Sie unterscheiden in den Gewürzfenchel (Foeniculum vulgare) und den Knollenfenchel (Foeniculum vulgare var. azoricum)). Vom mehrjährigen Gewürzfenchel ernten Sie das Kraut und die Samen, beim Gemüsefenchel die Knolle, wobei diese keine echte Knolle ist. Es sind lediglich zwiebelartig, grundständig verdickte Blattscheiden, die wir essen. Der Knollenfenchel ist erst seit der Renaissance bekannt und galt als Edelgemüse. Sie können ihn im Sommer als Nachkultur aussäen, also gegen Ende Juni, spätestens Anfang August. Er wächst im Abstand von 20 bis 30 Zentimeter in der Reihe und wird im September etwas angehäufelt. Zur Nachbarreihe sollte der Abstand 40 Zentimeter betragen. Um gut zu wachsen brauchen die Pflanzen ausreichend Nährstoffe und Wasser. Als Vorkultur eignen sich besonders Erbsen oder Frühkartoffeln. Gute Nachbarn in Mischkultur sind Pflück- oder Zichoriensalate und Salbei, schlechte Nachbarn Tomaten und Stangenbohnen. Da Fenchel etwas frostbeständig ist, kann er bis in den November hinein geerntet werden. In kühlen Gegenden werden die Knollen jedoch nicht so groß, wie wir es aus dem Handel gewohnt sind. 

Gewürzfenchel steht in meinem Garten seit drei Jahren. Die stattlichen Pflanzen haben die letzten Winter überstanden und brachten eine reichliche Ernte an Samen für Tee und als Gewürz. In kalten Sommern kann es passieren, dass die Samen der sonneliebenden Pflanze nicht ausreifen. Ich habe meinen Gewürzfenchel im Frühjahr in einen sandigen, eher nährstoffarmen Boden.ausgesät. Die bis zu 1,50 Meter hohen (oder höher werdenden?) Pflanzen sind dekorativ aber auch platzverbrauchend. Der Schatten, den sie auf das Nachbarbeet werfen, sollte auch bedacht werden. 

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