Kaninchen in Wohnungshaltung

Kaninchen gehören zu meinem Leben, solange ich denken kann. Als Kind hatte ich zunächst Meerschweinchen, bin danach aber schnell zu den lernfähigen Kaninchen gewechselt. Die meisten Kaninchen hatte ich in Wohnungshaltung. Allerdings hatten meine Kaninchen die meiste Zeit ihre Käfigtüren geöffnet. Einige Tiere hatten sogar rund um die Uhr Auslauf in der ganzen Wohnung. Ohje, die ganze Wohnung ein Kaninchenstall. Da war bestimmt alles angeknabbert und dreckig? Nein, war es nicht. Kaninchen sind gelehrige Tiere. Und wenn man gleich zu Beginn die Tiere richtig erzieht, werden sie auch stubenrein. Natürlich sind Kaninchen Nager und darauf sollte man auch eingehen. Damit Kaninchen nicht Tische und Schränke oder Kabel anknabbern, müssen sie Stellen haben, an denen sie ihre Zähne nutzen dürfen. In der Erziehungsphase wurden meine Kaninchen immer von Stühlen und Kommoden ferngehalten oder weggeholt und zu Knabberecken hingesetzt. Kaninchen zeigen auch an, wenn sie ihr Geschäft verrichten müssen. Mit etwas Beobachtungsgabe erkennt man die Zeichen schnell. Manche Kaninchen scharren kurz vor dem Wasserlassen, andere bleiben ganz ruhig sitzen. Dann habe ich meine Kaninchen in den Käfig gesetzt und nach wenigen Malen sind sie zum Pinkeln alleine in den Käfig gegangen.

Kaninchen in Aussenhaltung

Die Wohnungshaltung ist für Kaninchen natürlich immer ein Kompromiss. Sie lieben die Freiheit und sind natürlich lieber draußen als drinnen. Nachdem es die Möglichkeit gab, durften auch meine Kaninchen in den Garten. Unter Aufsicht durften die beiden den ganzen Garten nutzen. Es ist so schön, den Spaß der Tiere zu erleben, wenn sie so richtig rennen, springen und Haken schlagen können. Die meisten Gehege, die es zu Kaufen gibt, sind dazu viel zu klein. Im Sommer hatten meine 2 Kaninchen zunächst einen Kaufkäfig als Schutzhütte und ein angestelltes Gehege von 1,50m x 2m. Als Richtwert sollte man pro Kaninchen 2 qm Fläche nehmen. Auf Dauer war also auch mein Gehege zu klein. Aber da die Kaninchen im Sommer den kompletten Garten zur Verfügung stehen hatten, sollte es übergangsweise gehen. Für den Winter musste aber eine andere Lösung her. Denn im Winter werden wir nicht stundenlang im Garten sein, sodass die Kaninchen laufen können.

Kaninchengehege selber bauen

Damit die Kaninchen aber auch im Winter genügend Platz zum Laufen haben, musste ein größeres Gehege her. Da wirklich große Gehege kaum zu kaufen geschweige denn zu bezahlen sind, haben wir selbst Hand angelegt. Um ein Kaninchengehege zu bauen, braucht man gar nicht so viel handwerkliches Geschick.

Kaninchenstall: Seitenteil zuschneiden

Da wir im Winter unsere Terrasse nicht benötigen, durften die Kaninchen auf die Terrasse ziehen. So brauchten wir uns um den Buddelschutz nach unten nicht kümmern. Durch die Terrassenplatten kommen die Kaninchen nicht durch. Außerdem haben die beiden dadurch das Haus als zusätzlichen Wetterschutz im Rücken. Das Gehege sollte eine Grundfläche von 2,50m x 3m und eine Höhe von 1m haben. Für die Seitenteile haben wir kesseldruckimprägnierte Hölzer aus dem Baumarkt genommen. Diese sind witterungsbeständig, sodass wir uns auch nicht um wetterfeste Lackierungen der Hölzer kümmern mussten. Die Balken wurden im 45-Grad-Winkel zurechtgesägt und die Rahmen der Seitenteile zusammengeschraubt. Anschließend wurden die einzelnen Rahmen mit Volierendraht bespannt. Dazu wurde der Draht mit auf die Hölzer getackert und mit der Kneifzange zurecht geschnitten. Den Volierendraht haben wir bei ebay.de gekauft, da er dort um ein vielfaches günstiger war, als im Baumarkt.

Kaninchenstall: Seitenteile mit Volierendraht bespannen

Die einzelnen Teile des Kaninchenkäfigs haben wir mit Einhängescharnieren (Möbelbändern) verbunden. So sind die Teile flexibel und leicht auseinanderzunehmen. Auch diese haben wir bei ebay.de im Vergleich zum Baumarkt preisgünstig bekommen. Um den Käfig zu öffnen, wurden 2 Teile mit Tierriegeln versehen. Durch das so entstandene große Tor ist das Gehege begehbar. Die Teile des Daches sind ebenfalls mit Scharnieren versehen und nach oben aufklappbar. Beim Reinigen erleichtert das die Arbeit, da man dadurch im Gehege aufrecht stehen kann. Das selbst gebaute Außengehege haben wir mit dem Kaufkäfig der Kaninchen verbunden. Dieser dient als Schutzhütte, in die sich die Tiere zurückziehen können.

Kaninchenstall: Komplett Marke Eigenbau

Kaninchenstall: Komplett Marke Eigenbau

Alles in allem hat das selbst gebaute Kaninchengehege keine 150 Euro gekostet. Für diesen Preis hätten wir keinen vergleichbaren Käfig zu kaufen bekommen. Die Kaninchen finden es toll. Und meine Kinder lieben den neuen Stall ebenfalls. Denn in diesem können sie stehen und herumlaufen. Sie können die Kaninchen sogar streicheln, ohne diese aus ihrem Stall herausnehmen zu müssen. Unsere beiden Hoppelhasen bleiben damit als Streichelhasen erhalten und dürfen trotzdem ein möglichst artgerechtes Leben führen.

Der Winter kann kommen, denn der Auslauf der beiden ist gesichert. Im Sommer werden sie wieder auf den Rasen umziehen. Das neue Gehege nehmen sie aber ganz bestimmt mit.

Autor seit 4 Jahren
77 Seiten
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