Gefleckte Klapperschlange (Bild: Hans / Pixabay)

Auch Klapperschlangen müssen sich gegen Fressfeinde zur Wehr setzen

Klapperschlangen ernähren sich vor allem von Streifenhörnchen, Mäusen, Ratten, Kaninchen oder Präriehunden. Aber auch Eidechsen und Amphibien gehören zu den bevorzugten Beutetieren. Klapperschlangen müssen sich gegen einige Fressfeinde zur Wehr setzen. Dazu gehören unter anderem Kojoten, Füchse, Hunde, Hauskatzen aber auch Vögel und einige Schlangenarten, wie beispielsweise die ungiftige Königsnatter (Lampropeltis getula), die gegen das Gift der Klapperschlangen immun ist und ihre Beute erwürgt.

Eine alte indianische Legende erzählt von dem Polarstern, der sich über die Klapperschlange lustig machte, weil sie keine Füße hatte und sich nur kriechend vorwärts bewegen konnte. Ängstlich wandte sich die Klapperschlange an Mutter Erde. "Der Polarstern verhöhnt mich und bewirft mich sogar mit Schmutz", klagte sie. Mutter Erde erbarmte sich und setzte der Klapperschlange zwei scharfe Zähne ein, sodass sie sich fortan gegen jeden Angreifer verteidigen konnte. Die Zähne waren nicht nur scharf, sondern auch giftig.

Bei den Hopi-Indianern dient die Schlange als Vermittler zwischen Menschen und Geistern

Der Polarstern beschimpfte sie jedoch weiter. Da schnellte die Klapperschlange hoch und biss den Polarstern in einen Finger. Der Polarstern schrie vor Schmerz auf und flüchtete an seinen Platz am Himmel. Und dort steht er noch heute. Für die Klapperschlange hörten die Sorgen jedoch nicht auf, denn nun kamen die Jäger, die stachen sie mit Speeren, schlugen mit Knüppeln nach ihr und jagten sie durch den Wald.

Als Mutter Erde das Treiben eine Weile mit angesehen hatte, schüttelte sie den Kopf und sprach: "Ich muss ein Warnzeichen setzen, sonst hättest du nie Ruhe." Und sie erfüllte ihr Versprechen. Von diesem Tage an hatte die Klapperschlange eine Rassel an ihrem Schwanzende, als Warnung für ihre Feinde. Und wenn der Nachthimmel ganz klar ist, kann man die Finger des Polarsterns sehen. Ein Finger ist jedoch kürzer als die anderen - den hat die Klapperschlange abgebissen.

In der Schöpfungsgeschichte der Winnebago-Indianer spielt die Klapperschlange eine besonders wichtige Rolle. Als der Große Geist die Erde erschuf und sie mit Gras und Blumen geschmückt hatte, setzte er vier mächtige Geister mit zwei Klapperschlangen und zwei Bisons an ihre vier Ecken, um sie festzuhalten. Bekannt ist auch der Schlangentanz der Hopi-Indianer aus dem Nordosten Arizonas. Er bildet den Abschluss eines Ritus, der den Indianern Regen bringen soll. Die Schlange dient dabei als Vermittler zwischen den Menschen und den Geistern.

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