Selbstinszenierung – Kleider machen Leute

Aufgrund der vielfältigen Auswahlmöglichkeit an Kleidungsstücken ist das gesamte Outfit der Gothics absolut außergewöhnlich und somit garantiert auffällig. Oft wird durch die Kleidungswahl sogar ein provozierender Effekt erzielt, und das nicht ohne Grund, denn ein Goth will zeigen, dass er anders ist als andere – Individualität und Selbstinszenierung stehen im Vordergrund.

Gothic-Outfits sind nicht ausschließlich schwarz

Vorwiegend wird in der Gothic-Szene schwarz getragen, aber auch die Kombination mit weißen oder roten, gar dunkelgrünen Kleidungsstücken ist nicht selten. Hin und wieder sind moderne Einzelteile zudem mit Accessoires bestückt – beispielsweise mit Nieten, Ketten oder Lederapplikationen.

Cyberwear und klassische Gothic-Bekleidung

Der klassische Kleidungsstil der Gothics erinnert zumeist an vergangene Epochen – nicht nur der Gotik, wie vielleicht zu vermuten wäre, sondern ebenso der Renaissance sowie der des viktorianischen Zeitalters.

Beliebtheit findet in der Gothic-Szene aber auch die moderne Cyberwear. Diese besitzt meist sehr viele zusätzliche Applikationen wie etwa neonfarbene Gummiröhrchen an stylischen Hosen und Oberteilen, wodurch der Eindruck vermittelt wird, rein äußerlich ein Jemand aus der Zukunft zu sein. Hohe Schuhe – üblicherweise Boots genannt – verstärken den Eindruck.

Outfits werden von Gothics auch selbst kreiert

Oftmals wird die Kleidung sogar selbst geschneidert, da sich unter den Gothic-Anhängern eine nicht zu geringe Anzahl von Personen mit äußerst kreativem Potenzial befindet. Auch das Umschneidern oder gar das komplette Inauftraggeben der Fertigung eines Outfits sind üblich – schließlich gilt, so individuell wie nur möglich aufzutreten. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch, sich so zu kleiden, dass es schlussendlich dem Wesen des Trägers entspricht. Vor allem die Damen sind daran interessiert, ihre aufwendigen und extravaganten Kleider selbst herzustellen.

Edler Eindruck – Silberschmuck und andere Accessoires der Gothics

Schmuck spielt ebenso wie die edle Kleidung zum wichtigen Zubehör der Szene-Anhänger. Jedoch wird vorwiegend nur Silberschmuck akzeptiert, denn Gold ist verpönt. Die Wertstücke stellen hauptsächlich okkulte und esoterische Bildnisse oder Symbole dar, doch auch Kruzifixe und aufwendig gestaltete Kreuze schmücken den jeweiligen Träger.

Beliebt sind auch Ringe, in denen Ornamente oder Tribals eingearbeitet sind. Nicht zu selten zieren die aus Edelstahl oder 925er Sterling Silber bestehenden Ringe alle Finger einer Hand. Auch Gliederringe werden von Gothics gern getragen.

Armbänder sind ebenfalls Bestandteil des Gothic-Outfits – entweder in verschiedenen Ausführungen aus Silber, Edelstahl oder Leder, welches dann meist mit Spikes oder einer anderen Form von Nieten bestückt ist. Ganz besondere Accessoires sind wohl die Kontaktlinsen, die selbstverständlich auch in unterschiedlichen Varianten zur Auswahl stehen.

Gothics und die Body Modification

Zudem ist unter vielen Gothics auch die Body Modification - BodMod genannt - sehr beliebt. Hier wird eine Körperveränderung beziehungsweise Körpergestaltung vorgenommen, um noch individueller zu erscheinen. Neben den üblichen Piercings und Tätowierungen, schmücken sich die Gothic-Anhänger mit beispielsweise Ziernarben, die durch Cutting oder Branding entstehen; oder sie lassen sich die Zähne schleifen. Das ist wahrlich Selbstinszenierung pur.

Wichtige Regeln zum Kleidungsstil der Gothics

  1. Das Outfit darf zwar reich verziert sein, aber niemals verspielt wirken.

  2. Der Hang zum Romantischen sollte offensichtlich sein, jedoch darf der Niedlichkeitsfaktor nicht zu spüren sein.

  3. Eine erotische Ausstrahlung darf spürbar sein, niemals aber sollte der Stil billig wirken.

Mit Sicherheit beschreiben diese Regeln keinen Grundsatz, da jeder Goth seine eigene Individualität auslebt. Doch hieran ist erkennbar, wie man sich szenegerecht kleiden kann.

write-x, am 25.11.2013
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Bildquelle:
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Autor seit 6 Jahren
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