Woher kommt das Wagyu beef in Deutschland?

Das "Kobe-Rind" auf den Speisekarten heimischer Restaurants oder die leckeren Steaks in den Auslagen der Delikatessen-Geschäfte stammen aus anderen Teilen Japans, von Nachzüchtungen und Kreuzungen im Ausland und deutschen Rinderzüchtern. 

Außerhalb Japans stammt das Rindfleisch von Schwarzvieh ab, das in den 1990er Jahren in die USA, zu Forschungszwecken, exportiert wurde. Mittlerweile gibt es in Australien, den USA und Kanada riesige Herden, die für die ständig steigende Nachfrage des Wagyu beef gezüchtet werden. Beim Wagyu Verband Deutschland erfahren Sie, wo in Deutschland überall schon Züchter die sanftmütigen Rinder auf ihren Weiden grasen lassen. 

Es gibt In Deutschland schon in etlichen Bundesländern Landwirte, die sich kleine Herden mit den "Kobe Rindern" aufgebaut haben. In Schleswig-Holstein finden Sie einen eingetragenen Zuchtbetrieb für Wagyu Rinder in Negenharrie, zwischen Kiel und Neumünster. Etliche Züchter haben eine Webseiten und vermarkten ihre regionalen Produkte wie Steaks, Filet und Roastbeef, über einen Fleisch Versand.

Das Fleisch von Kobe Rind und Wagyu-beef - Wodurch zeichnet sich das teuerste Rindfleisch der Welt geschmacklich aus?

Neuerdings finden Sie immer häufiger Wagyu-beef in den Schlachterei-Abteilungen gut sortierter Supermärkte. Dieses "Supermarktwagyu" stammt von so genannten F1 Kreuzungen.

Für die Fleischproduktion werden Kühe, beispielsweise Angusrinder, mit Wagyusperma besamt und das Fleisch der so erzeugten Kälber darf sich dann Wagyu-beef nennen. Sicherlich ist das kein schlechtes Rindfleisch. Aber hat das noch etwas mit dem Original zu tun?

Echtes Wagyu-beef sowie das japanische Kobe Rind sind sehr zart, besonders saftig und haben einen würzigen Eigengeschmack. Es ist von einer feinen Fettschicht ummantelt und zeichnet sich durch eine ausgeprägte, filigrane Marmorierung aus.

Die Marmorierung mit dem fein verteilten Fett, sorgt für das satte Aroma. Es ist das perfekte Rindfleisch für ein Steak! Wagyu beef hat einen bis zu 50 % höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren, als das Fleisch der herkömmlichen Rinderrassen.

Bei einem Fleisch Versand erhalten Sie: 500 g Wagyu beef aus der Hüfte für etwa 40 €, das Entrecote ist mit etwa 70 € im preislichen Mittelfeld und das hochwertige Filet vom Wagyu beef ist mit durchschnittlich 150 € am teuersten.

So bereiten Sie Wagyu beef richtig zu - Bon Apetit

Wenn es in der Pfanne richtig zubereitet wird, erwartet Sie ein unvergleichlich kulinarischer Genuss. Dazu wird das Steak nur sehr kurz angebraten und sofort vom Herd genommen.

Jetzt sollte es nur noch so lange ziehen, bis es den richtigen Garpunkt erreicht hat. Ein gut geschnittenes und in der Pfanne gebratenes Wagyu-Steak schmeckt hervorragend, wenn es nur ganz leicht medium gegart ist. Das zarte Rindfleisch zerschmelzt dann fast auf der Zunge.

Völlig falsch ist es, das Fleisch länger als 2 bis 3 Minuten pro Seite anzubraten. Denn dann verwandeln Sie es in eine Schuhsohle. Das wäre doch schade!

Nach dem Braten würzen Sie das Fleisch mit Pfeffer und Salz und servieren es mit den Beilagen. Hier eignen sich Salat und Gemüse mit weniger starkem Eigengeschmack. So wird der würzige Geschmack des Steaks unterstrichen!

 

Der Mythos vom Kobe Rind - Koto Klänge, Bier und Massagen - Eine Show, meist nur für Touristen

Wer nun glaubt, die Kobe Rinder in Japan genießen ihr Leben in vollen Zügen und werden von den heimischen Landwirten liebevoll umsorgt, dem sei gesagt, dass die meisten der Rinder in professionellen Mastbetrieben aufgezogen werden. Keine japanische Zither spielt ihnen eine leise Melodie ins Rinderohr, statt Bier gibt es ausgesuchtes Heu zum Fressen und die Mitarbeiter der Rinderfarm haben weit aus Wichtigeres zu tun, als die Tiere stundenlang zu massieren.

Die Sanftmütigkeit der schwarzen Bullen kommt weder vom Kuschelkurs, noch von der täglichen Portion Sake. Einzig die Kastration macht aus wilden Stieren sanfte Typen. Zuletzt sind etwa 4000 Tiere pro Jahr in Japan mit dem Prädikat Kobe Rind geadelt worden. 770 000 andere Rinder hatten weniger Glück, sie entsprachen nicht den strengen Qualitätsrichtlinen der Tester.

Einzig die Gene der Rasse sind verantwortlich für die besonderen Eigenschaften des Kobe Rinds, über die wird in Kobe besonders streng gewacht. Zwölf sorgsam ausgewählten Bullen sorgen für die Erhaltung der Linie, sie befinden sich in der Obhut der Präfektur. Für den Fall, dass einer dieser Samenspender ausfällt, stehen jederzeit handverlesene Ersatzbullen zur Stelle. 

Den Rindern wird ein spezielles Kraftfutter aus Getreide, Rüben, Kartoffeln und Alfaalfa- Keimlingen verabreicht. Künstlichen Wachstumshormone oder Antibiotika sind bei der Aufzucht tabu. Die Rinder werden in großzügig angelegten Gehegen freilaufend gehalten. Bis zur Schlachtreife benötigt das Tier mindestens drei Jahre. Dann wird es von einem Gremium geprüft und bei entsprechenden Qualitätsmerkmalen zum Kobe Rind ernannt.

Den wenigen japanischen Landwirten, die ihre Tiere noch auf die herkömmliche Art halten, ist nur eine Haltung von fünf bis maximal zehn Tieren möglich, und sie dienen häufig zum Vorzeigen für Touristen und ausländische Journalisten.

Wer dann in Japan ein Stück des edlen Rindfleisches ergattert, bezahlt schon einmal 5000 Yen für ein Stück vom Filet. Das sind umgerechnet etwa 52 € für 100 g Kobe Rind.

Würden Sie gerne einmal Kobe Rind oder Wagyu beef essen wollen?
Joppe_Fischer, am 20.08.2012
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