Das hilft wirklich

Die Geburt des eigenen Kindes ist das wohl schönste Erlebnis, das es geben kann. Die ersten Tage sind neu und aufregend und nicht selten machen kleine Dinge große Sorgen. Gerade dann, wenn man zum ersten Mal Eltern geworden ist, hat man Angst viel falsch zu machen. Meistens dann, wenn das Kind einfach nicht aufhört zu Schreien.

Permanentes Schreien kann viele Gründe haben. Die Bandbreite reicht von Reizüberflutung bis hin zum Kiss-Syndrom. Schreit ein Kind an mindestens 3 Tagen pro Woche jeweils 3 Stunden (und mehr) am Stück, so spricht man von einem Schreikind. Gerade ab der 4. Woche ziehen Eltern diese Erklärung in Betracht. Dies ist nämlich die Zeit, in der die berühmten "3-Monats-Koliken" ihren Lauf nehmen. Woher sie kommen, ist unklar. Doch es wird vermutet, dass sie durch das Schreien entstehen. Beim Schreien gelangt nämlich Luft in den Bauch und durch den noch sehr empfindlichen Darm, ist es für die Kinder schwer, die Luft entweichen zu lassen. Das führt zu schmerzhaften Blähungen.

 

Tipps gegen Koliken

Die 3-Monats-Koliken können bis zum 7. Lebensmonat andauern, üblicherweise enden sie aber zwischen dem 3. und 4 Lebensmonat. Bis dahin ist es eine lange Zeit. Gerade dann, wenn man weiß, dass man gegen die Blähungen kaum etwas tun kann und praktisch akzeptieren muss, dass es dem Kind nicht ganz so gut geht. Abends sind die Blähungen meist am schlimmsten. Um es den Kleinen wenigstens ein bisschen erträglicher machen zu können, wird Folgendes empfohlen:

  • Massieren

Vielen Kindern kann schon durch leichtes Massieren des Bauches geholfen werden. Dazu wird das Kind auf den Rücken gelegt und die Beinchen angewinkelt. Massiert wird um den Bauchnabel herum im Uhrzeigersinn.

  • Wärme

Da Blähungen meist von Bauchschmerzen begleitet werden, hat leichte Wärme ebenfalls eine lindernde Wirkung. Eine Wärmflasche ist ungeeignet, da sie aufgehen und das Baby verbrühen kann. Besser sind Kirschkernkissen, die man in jeder Apotheke kaufen kann. Diese werden einige Sekunden in der Mikrowelle oder im Wasserbad erhitzt (Bedienungsanleitung beachten!), in ein Tuch gewickelt und dann auf den Bauch des Babys gelegt. Alternativ tut es auch ein warmes Bad. Auch hier muss man darauf achten, dass das Wasser die richtige Temperatur hat und dem Baby nicht schaden kann.

  • Fliegergriff

Der Fliegergriff wird schon in Krankenhäusern und Geburtsvorbereitungskursen vorgestellt. Das Baby wird mit dem Bauch auf den Unterarm gelegt; die Hand stützt das Köpfchen. Manchem Kind ist dieser Griff aber trotz der Wirksamkeit unangenehm, da der Arm auf das schmerzende Bäuchlein drücken kann. Um den Windabgang zu fördern, kann man leicht Auf und Ab wippen. Man muss allerdings darauf achten, dass das Köpfchen sicher auf der Hand liegt und das Baby nicht vom Arm runterrutschen kann.

  • Homöopathische Medikamente

Oft sind die Blähungen so schlimm, das man mit kleinen, medizinischen Wirkstoffen nachhelfen muss. Bekannte Produkte sind unter anderem WindsalbeMilchzucker und Kümmelzäpfchen. Sie sind frei verkäuflich in jeder Apotheke erhältlich; eine Absprache mit dem behandelnden Kinderarzt sollte vorab aber trotzdem erfolgen.

  • Andere Medikamente

In seltenen, aber durchaus möglichen Fällen wird bei schweren Koliken ein Mini-Klistier verschrieben. Dies führt dazu, dass das Kind den Darm komplett entleert und die Luft mehr Platz zum Entweichen hat. Dies ist aber der letzte Schritt und erst eine Möglichkeit, wenn alles andere nicht funktioniert hat. Außerdem sind Mini-Klistiers nicht frei verkäuflich. Man benötigt ein Rezept des Kinderarztes.

  • Sonstige Methoden

Neben den oben bereits erwähnten Methoden, gibt es auch noch die Alternative den Darm des Kindes zu reizen. Jeder, der bei einem Baby schon einmal Fieber gemessen hat, weiß, das die Kinder danach meistens in die Windel machen – teilweise schon währenddessen. Man sollte aber beachten, das man diese Methode nicht zu oft anwenden darf, da der Darm dann genau wie bei einem Klistier "verlernt" sich selbst zu entleeren.

 

Autor seit 2 Jahren
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