Kräuterkalender August - Blüten des Lavendel und Blätter der Pfefferminze

Im August ist die beste Sammelzeit für Lavendel, Spitzwegerich, Brombeere, Ringelblume, Schachtelhalm und einer ganzen Reihe weiterer Kräuter. Eine übersichtliche Liste zeigt der Sammelkalender im Kräuterverzeichnis. Der August ist auch die Zeit der Küchenkräuter wie Thymian, Majoran, Pfefferminze, Knoblauch und Melisse. Da typische Küchenkräuter in freier Natur eher schwierig zu finden sind, kann man sie ganz leicht selbst in Balkonkästen und Blumenkübeln im Frühjahr aussäen. Für Gartenbesitzer empfehlen sich selbst angelegte Kräuterspiralen. So hat man stets frische Kräuter zum Würzen zur Hand.

Welche Pflanzenteile der Kräuter sammeln?

Nicht jeder Teil des Krauts eignet sich zur Verwendung in der Küche oder zum Lindern von Beschwerden. Wenn man Kräuter sammeln möchte, sollte man sich vorab gründlich informieren, welche Pflanzenteile brauchbar sind. Manchmal sind es nur die Blüten oder Blätter. Bei einigen Kräutern werden nur die Wurzeln verwendet und bei anderen das ganze Kraut. Die meisten Kräuter werden bei trockenem Wetter gesammelt.

Die Blüten des Lavendel und das oberirdische Kraut werden an trockenen, warmen Tagen gesammelt. Die Pflanzenteile müssen anschließend im Schatten trocknen. Für die spätere Verwendung werden Blüten und Kraut getrennt voneinander aufbewahrt. Zur Herstellung von Lavendeltee werden die getrockneten Blüten verwendet. Lavendelsäckchen können mit Blüten und dem getrockneten Kraut befüllt werden.

Die Blätter des Spitzwegerichs können gegen verschiedene Beschwerden helfen. Sie werden entweder getrocknet oder frisch verwendet.

Die Brombeere ist nicht nur eine leckere Frucht, die zum Naschen einlädt. Auch ihre Blätter finden in der Kräuterkunde ihre Beachtung. Die getrockneten Blätter der Brombeere tun als Tee, Badezusatz oder Umschlag ihre wohltuende Wirkung.

Die Blüten der Ringelblume werden am besten in den frühen Morgenstunden gesammelt. Solange sich die Knospen noch nicht geöffnet haben, ist die Konzentration der Wirkstoffe sehr hoch. Aus den Blüten werden Tees, Salben und Tinkturen hergestellt.

Getrocknete oder frische Blätter der Pfefferminze, Majoran, Melisse oder Thymian würzen Speisen oder finden auch als Tee Anwendung. Beim Knoblauch hingegen wird nur die Zwiebel abgeerntet.

Kräuter richtig sammeln - Wälder, Gärten, saftige Wiesen - Keine Kräuter vom Straßenrand

Die besten Orte zum Sammeln von Kräutern sind naturbelassene Wiesen, Wälder und natürlich der heimische Garten. Leider wachsen viele Heilkräuter besonders gerne an Straßen. Diese sollten wegen der Schadstoffbelastung besser nicht geerntet werden. Denn auch nach gründlicher Reinigung können die Giftstoffe bereits in der Pflanze selbst vorhanden sein. Die Kräuter wachsen meistens auch an Feldwegen, jedoch nicht in großer Anzahl. Man muss zum Teil viel Geduld aufbringen, um die gewünschten Kräuter zu finden.

Sofern man am Feldrand sammelt, sollte man sich überlegen, ob viele Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern dort spazieren gehen. Obwohl die Kräuter vor der Verwendung immer gewaschen werden sollten, bleibt natürlich der Gedanke, dass sich Hunde bereits darüber "hergemacht" haben könnten. Naturbelassene Wiesen und Wälder eigenen sich daher immer noch am besten zum Kräutersammeln. Man muss zwar mehr suchen, bekommt dafür aber bessere Qualität. Wer ganz sicher gehen möchte, nur reine Kräuter zu bekommen, baut sie idealerweise selbst an. Da die meisten Kräuter in der Pflege recht anspruchslos sind, eignen sie sich auch für Gartenanfänger.

Heilkräuter ersetzen keinen Arzt!

Vielen Kräutern wird eine heilende Wirkung nachgesagt, beim Spitzwegerich sind seine heilenden Eigenschaften sogar wissenschaftlich nachgewiesen worden. Zu Uromas Zeiten wurden Kräuter zur Eigenbehandlung von Wehwehchen eingesetzt. Daran ist auch heutzutage nichts auszusetzen, denn viele Kräuter KÖNNEN tatsächlich helfen.

Kräuter ersetzen jedoch nicht den Gang zum Arzt!

Jeder, der Kräuter selbst anbaut oder in der Natur sammelt, sollte sich über ihre Wirkungsweise genau informieren. Auch die Zubereitung von Tees, Cremes, Salben und Tinkturen bedarf einer gründlichen Vorabrecherche. Bei akuten Beschwerden (z.B. Blähungen) ist nichts gegen die Einnahme eines Fenchel- oder Kamillentees zu sagen. Wenn man nicht gerade allergisch auf die Inhaltsstoffe reagiert, dürften kaum Probleme auftreten. Auch gibt es selten Probleme, wenn man sich aus frischen Pfefferminzblättern einen Tee kocht. Bei ernsthaften Krankheiten sollte man aber auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen! Inwiefern Heilkräuter zur unterstützenden Behandlung eingesetzt werden können, muss mit dem Arzt abgesprochen werden. Es kann durchaus vorkommen, dass die Wirkstoffe der Kräuter in Wechselwirkung mit Medikamenten treten und diese dann nicht mehr richtig wirken.

Wer Rezepte zur Zubereitung von Kräutern als Heilmittel ausprobiert, tut das immer auf eigene Verantwortung!

Es gibt viele Bücher zu diesem Thema, bei denen man sich umfassend informieren kann. In Foren gibt es viele Tipps rund um Heilkräuter. Heilpraktiker sind auch immer eine gute Anlaufstelle, wenn es um Fragen diesbezüglich geht.

Die Natur stellt unzählige wirksame Pflanzen gegen alle möglichen Beschwerden zur Verfügung. Doch nur der verantwortungsvolle Umgang damit schützt unsere Gesundheit.

Ein Beispiel: Schöllkraut

Jeder kennt diese Pflanze mit den gelben Blüten. Sie wächst gerne an Zäunen und Hauswänden. Der gelbe Saft dieser Pflanze eignet sich zur Behandlung von Warzen. Der Saft wird äußerlich auf die Warzen bis zu 3x täglich aufgetragen. Der Saft des Schöllkrauts ist jedoch giftig! Besonders bei Kindern muss darauf geachtet werden, dass sie den Saft nicht wieder von der Warze ablecken.

Schöllkraut

 

 

 

 

 

 

 

Schöllkraut (Flickr/Joost J. Bakker)

Textdrache, am 31.07.2011
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