Kreatin - eine organische Säure mit vielfältigen Anwendungsgebieten

Die Funktion von Kreatin

Bei der körpereigenen Substanz Kreatin handelt es sich um eine organische Säure, die aus der Aminosäure Glycin abgeleitet wird. Ungefähr 30% des täglichen Bedarfs werden im menschlichen Körper synthetisiert. Der verbleibende Teil muss über die Nahrung aufge-nommen werden. Unter den Nahrungsmitteln haben Fleisch und Fisch den größten Anteil an Kreatin. Dieses enthaltene Kreatin geht jedoch beim Garprozess zu einen großen Teil verloren. Für eine ausreichende Kreatinzufuhr müssten also täglich große Mengen rohes Fleisch oder roher Fisch verzehrt werden, was wohl kaum jemand tut. Deshalb ist ein Mangel an Kreatin relativ wahrscheinlich. Bei Menschen, die wenig Fisch und Fleisch verzehren oder gar Vegetarier sind, ist ein Mangel Kreatin noch denkbarer.

Die organische Säure Kreatin ist für alle Stoffwechselvorgänge, die einen hohen Energiebedarf haben, von essentieller Bedeutung. Kreatin ist wesentlich an der Bildung und Erhaltung von Knochen und Knorpeln beteiligt. Nahezu alle physiologischen Vorgänge, die einen sehr hohen Energieverbrauch haben, hängen wesentlich von einem optimalen Kreatinspiegel ab. Die Energie, die die Verstoffwechselung des Kreatins freisetzt, dient der Herzmuskulatur, der Skelettmuskulatur, aber auch den Gehirnzellen und dem Immunsystem.

 

Kreatin für Knochen, Knorpel und Muskeln

Kreatin wird schon seit längerer Zeit von Leistungs-sportlern konsumiert. Seine Einsatzgebiete sind jedoch weitaus vielfältiger. So wird bei Verletzungen wie Muskel-risse, Knochenbrüche und ähnliche, die Regenerations-phase unterstützt und verkürzt. Nach Kochenbrüchen vermindert ein ausreichender Kreatinspiegel den schnell einsetzenden Muskelschwund an der betroffenen Körper-region. Nach der Abheilung wird durch das Kreatin der Wiederaufbau der Muskeln beschleunigt. Weiterhin wird dem Kreatin eine vorbeugende und verlangsamende Wirkung bei altersbedingten degenerativen Prozessen nachgesagt. Denkbar ist an dieser Stelle auch eine positive Wirkung auf Erkrankungen wie Osteo-porose, sowie Arthrose und Arthritis. Bei der genetisch bedingten Muskeldystrophie wird Kreatin bereits erfolgreich angewendet.

 

Kreatin als Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen

Bereits in der embryonalen Phase ist das Kreatin für eine optimale Entwicklung des Gehirns unverzichtbar. Bei Kindern, die eine gestörte Kreatin-Synthese bzw. eine mangelnde Aufnahme der Substanz auswiesen, wurden schwere neurologische und muskuläre Defizite festgestellt. Bei der Behandlung verschiedener neuro-degenerativer Erkrankungen wie Morbus Parkinson, wird die externe Zufuhr von Kreatin erfolgreich einge-setzt. Die Nervenzellen des Gehirns sind Areale mit einem immens hohen Energieverbrauch. In Studien wurde festgestellt, dass bei Vegetariern und älteren Leuten der Kreatin-Spiegel im Gehirn durch den fehlenden bzw. reduzierten Fleischverzehr deutlich niedriger war. Ein Mangel an Kreatin führt zu einer drastischen energetischen Unterversorgung der Zellen, die Fehlfunktionen der betreffen-den Organe hervorrrufen kann.

 

Hinweise zur Einnahme

Die Hersteller empfehlen nach einer 3monatigen Einnahme von Kreatin eine 4wöchige Pause. Weiterhin sollten ältere Menschen und Risikopatienten vor der Einnahme einen Arzt konsultieren. Der Bedarf hängt weiterhin vom Ausmaß der physischen und psychischen Beanspruchung des Einzelnen ab. Der Genuss von Kaffee und Tee vermindert die Wirkung des Kreatins. Des Weiteren wird eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit empfohlen.

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