Diagnose Krebs: Das ist immer noch ein Schreckgespenst in unserer Gesellschaft. Die Schulmedizin greift bis heute auf Chemotheapie, Bestrahlung und Operationen zurück. Alternative Verfahren sind wissenschaftlich nicht ausreichend ausgetestet. Lediglich ergänzende - also komplementärmedizinische – Verfahren erobern sich langsam ihren Platz in der klassischen Krebsbehandlung. Beispielsweise werden die Kosten für ergänzende Misteltherapien inzwischen von manchen Kassen übernommen. Sie mildern oft die schweren Nebenwirkungen von Chemotherapien.

Ob Ernährung in der Krebsvorbeugung beziehungsweise bei bereits manifesten Tumoren eine "heilsame" Rolle spielen kann, ist umstritten. Schulmediziner halten sich mit Empfehlungen sehr zurück, vor manchen einseitigen Diäten wird sogar explizit gewarnt.

Es gibt inzwischen aber auch viele wissenschaftliche Hinweise darauf, dass bestimmte Nahrungsmittel Krebs vorbeugen können.

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Warum haben Japaner seltener Lungen- und Dickdarmkrebs als Amerikaner?

Die seriösen Studien und hoffnungsvolle Ergebnisse haben die Molekularmediziner Prof. Dr. med. Richard Béliveau und Dr. med. Denis Gingras über Jahrzehnte zusammen getragen. Sie vertreten die Meinung, dass man mit bestimmten Nahrungsmitteln Krebs vorbeugen oder zumindest das Immunsystem stärken kann. Der erste Teil des Buches widmet sich wissenschaftlichen Erkenntnissen über die "Geisel Krebs". Spannend dabei sind vor allem die verschiedenen Tabellen, etwa den Vergleich des Auftretens verschiedener Krebsarten in Japan und den USA. Dabei fällt zum Beispiel auf, dass bei in Japan lebenden Japanern wesentlich seltener Lungenkrebs und auch Dickdarmkrebs auftritt als bei Weißen in dem US-Bundesstaat Hawaii. Bemerkenswert dabei ist, dass japanische Auswanderer, die sich auf Hawaii angesiedelt hatten, dann statistisch gesehen häufiger an Lungen- beziehungsweise Dickdarmkrebs erkrankten. Ähnliche Auffälligkeiten gibt es auch bei einem Vergleich der Daten von Ibedan in Nigeria mit US-Daten. "Welche Veränderung aber kann einen so schädlichen Einfluss auf die Gesundheit dieser Auswanderer gehabt haben, dass sie einen derart rasanten Anstieg der Krebsraten bewirkt?", fragen die Autoren und kommen zum Schluss: "Alle bisher durchgeführten Untersuchungen weisen eindeutig auf dieselbe Ursache hin, nämlich auf die Abwendung der Emigranten von ihrer traditionellen Ernährungsweise und die schnelle Anpassung an die Essgewohnheiten des Gastlands."

Im Fall der Japaner konstatieren sie: "So haben etwa die in den Westen ausgewanderten Japaner eine beispielhaft gesunde Ernährungsweise mit einem honen Gehalt an komplexen Kohlenhydraten und Gemüse und einem geringen Gehalt an Fett aufgegeben – zuungunsten einer Ernährung, die reich ist an tierischen Proteinen und Fetten." Allerdings hätten sich die Ernährungsgewohnheiten auch in Japan in den letzten Jahren geändert. Gleichzeitig sei die Darmkrebsrate angestiegen, so die Autoren.

 

Nahrungsmittel gegen Krebs

Welche Nahrungsmittel könnten das Immunsystem stärken und potenziell Krebs vorbeugen? Béliveau und Gingras gehen in Kapitel 5 des Buches einige vielversprechende Nahrungsmittel und Nahrungsmittelgruppen durch. Gemüse sei eben nicht Gemüse, denn krebshemmende sekundäre Pflanzenstoffe kämen in relevantem Ausmaß in ganz bestimmten Nahrunbsmitteln vor. Laut den Autoren sind das:

(Bild: Skyangel / Pixabay)

  • Kurkuma (Curcumin)
  • Blaubeeren, Erdbeeren und Himbeeren
  • Grüner Tee
  • Sojabohnen
  • Weintrauben
  • Zitrusfrüchte
  • Knoblauch
  • Kohlgemüse, Brokkoli
  • Tomaten (Lycopin)

In Teil II beschrieben die Autoren Ergebnisse aus Studien im Detail, welche positive Wirkungen durchaus belegen würden. Himbeeren beispielsweise würden den "hochwirksamen, krebshemmenden" Inhaltsstoff Ellagsäure enthalten. Erdbeeren, Heidelbeeren und die Cranberry sollten keinesfalls im persönlichen Ernährungsplan fehlen. Die Himbeere enthält besonders viel Ellagsäure in den Kernen, Erdbeeren hingegen im Fruchtfleisch.

Die richtigen Fette

Omega-3-Fettsäuren aus Sardinen, Makrelen, Leinsamen, Nüssen und Soja stufen die Autoren ebenfalls als entzündungshemmend und krebshemmend ein. Man braucht sich deshalb nicht vegan zu ernähren, wie manche Rohkostfans behaupten, um von Krebs verschont zu bleiben. Solchen einseitigen Darstellungen sollte man mit entsprechender Vorsicht begegnen. Auf den Seiten 230/231 klärt das Buch dann auch über das "Verwirspiel um die Fette" auf. Vorsicht geboten ist wohl vor allem bei sogenannten Transfetten – d.h. Bei Fetten, die industriell modifiziert wurden wie bei der klassischen Magarine. Leider sind in vielen Fertigprodukten solche Transfette enthalten, wie Tests von Verbraucherschützern regelmäßig zeigen. - Inzwischen versucht man auf gesetzlicher Ebene ebenso wie von Seiten der Industrie, Transfette zu reduzieren. Die Autoren berichten, dass bei Laborversuchen die "Gabe von Omega-3-Fettsäuren im Futter von Ratten" die Entwicklung von von Brust-,Darm, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs gehemmt wurde.

Knoblauch: Gewusst wie ... 

Knoblauch und Zwiebel schlagen den Krebs regelrecht in die Flucht, behaupten die Autoren. Dafür braucht man keine teuren Knoblauchkapseln zu kaufen. Der beste Weg um an die krebshemmenden Stoffe in Knoblauch zu kommen, ist das Zerdrücken von frischen Knoblauchzehen. Dabei werden die Substanzen derart freigesetzt, dass sie auch nachweislich in Versuchen wirkten. Die Autoren von "Krebszellen mögen keine Himbeeren" empfehlen zwei zerdrückte Knoblauchzehen täglich.

Zwiebel und Knoblauch dürfen in der gesunden Küche keinesfalls fehlen (Bild: Meditations / Pixabay)

Gemüse, Gewürze, Tee …

Speziell männliche Freunde der italienischen Küche dürfen sich indes über Forschungsergebnisse zu Tomaten freuen. Sie sei die beste Freundin der Prostata, berichten auf Seite 239. Lycopin ist der Stoff, der offensichtlich eine krebshemmende Wirkung hat. Den höchsten Gehalt davon hat übrigens Tomatenmark gefolgt von simpler Spaghettisoße. Einigen Tuben oder Gläser davon zu kaufen, kann also keinesfalls schaden. Während die Verarbeitung (Kochen, Lagern, etc. ..) bei anderen Gemüsen den Wirkstoffgehalt oft empfindlich mindert, bildet die Tomate eine erfreuliche Ausnahme. Kochen schadet hier nicht, kommt Gesundheitsfans sogar zugute.

Anders sieht das bei dem Anti-Krebs-Hoffnungsgemüse Brokkoli aus. Hier zerstört Kochen definitiv krebshemmende Wirkstoffe. Brokkoli enthält den Wirkstoff Sulforaphan, der nachweislich sogar Tumorstammzellen abtötet. Wertvolle Forschungen dazu gibt es in Deutschland. Das Universitäts-Klinikum Heidelberg ist dabei federführend. Auf der Website des Klinikums finden sich übrigens tolle praktische Tipps zur Aufnahme von Sulforaphan über die Ernährung.

Eine andere Quelle für krebshemmende Stoffe ist grüner Tee. Wohlgemerkt: grüner Tee. Für Schwarztee konnten positive Wirkungen nicht nachgewiesen werden.

Ein wissenschaftlich noch nicht hinreichend erforschter Fundus an gesundheitsfördernden Wirkstoffen bilden Gewürze und Kräuter. Was in der Volksheilkunde Tradition hat, wird erst langsam von der Wissenschaft erforscht. Kurkuma bildet eine Ausnahme.

Das knallgelbe Gewürz aus der indischen Küche gilt inzwischen als verbürgter Gesundheitsbringer. Der darin enthaltene Wirkstoff heißt Curcumin. In Kombination mit schwarzem Pfeffer ist er übrigens wesentlich wirksamer als pur genossen. In Indien hat beinahe jede Familie ein eigenes Rezept für eine spezielle Currymischung. Diese enthalten immer Kurkuma und Pfeffer. Die Buchautoren weisen in diesem Zusammenhang darauf hin,dass auch in Indien viele Krebsarten auffällig seltener auftreten als in den USA.

Orange, Schokolade, ein Gläschen Rotwein …

Ein anderes Kapitel widmet sich den Zitrusfrüchten und ihrer krebshemmenden Wirkung. Wer das Buch liest, darf gerne eine Orange dazu verzehren und sich in Sicherheit wiegen, dass er seiner Gesundheit Gutes getan hat.

Auf Genuss muss man generell nicht verzichten. Denn sogar dunkle Schokolade – ab einem Kakaogehalt von 70 Prozent - ist der Krebsprävention förderlich, berichten die Autoren.

Wer sich gesund ernähren will, braucht selbst auf ein Gläschen Wein nicht zu verzichten. Speziell Rotwein enthält krebshemmende Stoffe. Bei Weißwein ist die Menge sehr gering, so die Mediziner.

Fazit:

"Krebszellen mögen keine Himbeeren" - Nahrungsmittel gegen Krebs ist ein sehr empfehlenswertes Buch mit fundierten Informationen. - Es vermittelt keine einseitigen Diäten sondern zeigt einen gangbaren Weg, mit leicht erhältlichen Nahrungsmitteln sein Immunsystem zu stärken. Dabei werden die wichtigsten Nahrungsmittel und profunde Forschungsergebnisse zur Wirkung auf Krebszellen fachlich gut und gleichzeitig für den Laien verständlich erklärt. - Gut ist auch die im Buch enthaltenen Mengenliste, also Empfehlungen wie viel von jedem Nahrungsmittel auf den täglichen Speiseplan kommen sollte. Daran kann sich jeder orientieren. Das Kapitel über Nahrungsergänzungsmittel wurde ebenfalls fachlich fundiert geschrieben. Leider gibt es ja zahlreiche dieser Mittelchen auf dem Markt, die teuer und von ihrer Wirkung her fragwürdig sind. Hier gilt es die Spreu vom Weizen zu trennen. Das heikle Thema wird meines Erachtens ebenfalls profund abgehandelt.

 

Von den Autoren gibt es inzwischen auch ein entsprechendes Kochbuch am Markt, das aber auf Amazon nicht überragend bewertet wurde. Als Einstiegslektüre scheint das Buch "Krebszellen mögen keine Himbeeren" besser geeignet zu sein. - Nach der Lektüre kann ich es wirklich empfehlen.

Autor seit 3 Jahren
52 Seiten
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