Starke Gezeitenströmungen

Aber nicht nur Sturmflut ist eine Bedrohung für die Nordseeküste. Es bilden sich Gezeitenströmungen aus, die oft parallel zur Küste verlaufen. Das Wasser befindet sich dabei zwischen der hohen Anzahl der Nordseeinseln und dem Festland und muss bei Ebbe und Flut durch die schmalen Rinnen, zwischen den Inseln hindurchströmen. Die Strömungen können sehr stark sein und erhebliche Sandmengen bewegen und zu einer Erosion der Dünen führen. Dadurch können auch Sandbänke entstehen.

das wilde Meer

das wilde Meer (Bild: Andre Dierick)

Deiche und Dünen zum Schutz

Zum Schutz der Nordseeküste dienen vor allem Deiche und Dünen. Ein Deich ist ein künstliches Bauwwerk, aufgeschüttet als Damm längs eines Meerufers und schützt in den meisten Fällen Land, das unter dem Meeresspiegel liegt, vor Sturmfluten und Überschwemmungen. Dünen dagegen sind einen natürlichen Küstenschutz. 

Dünenküste

Dünenküste (Bild: http://www.swartkijken.nl/)

Halligen, Sandbänke und Inseln zum Schutz

An der deutschen Nordseeküste gibt es ausser Dünen und Deichen mehrere Schutzmöglichkeiten. So sind auch Halligen und Sandbänke Teil des Küstenschutzes. Die Halligen sind eine Gruppe Inseln die nicht durch Deiche geschützt werden. Auch die Sandbänke vor der norddeutschen Küste brechen die Wellen der Sturmfluten. So werden die Deiche an der Küste geschützt. Auch die ostfriesischen Inseln brechen die Wellen, sowie die Halligen und Sandbänke, wodurch der Druck auf die Deiche reduziert wird. Die ostfriesischen Inseln sind Borkum, Juist, Stadt Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge.

Fünf niederländische Provinzen an der Küste

Fünf, von den insgesamt zwölf niederländischen Provinzen, liegen an der Küste. Vom Norden bis Süden sind es Groningen, Friesland, Noordholland, Zuidholland und Zeeland. Im Norden gibt es einige Inseln an der Küste wie Schiermonikoog, Ameland, Terschelling und Vlieland (in Friesland) und die Insel Texel (in Noordholland). Einst gehörten die nördlichen Inseln, sowie die ostfriesischen Inseln, zum Festland. Sie sind entstanden aus dem Eindringen des Meeres damit sie schließlichvom Festland abgetrennt wurden.

 

Ohne Deiche und Dünen von Wasser bedeckt

Der Küstenschutz in den Niederlanden findet seine Notwendigkeit, da große Flächen des Landes unterhalb des Meeresspiegels liegen. Holland ist ein tief liegendes Land. Große Teile liegen unter dem Meeresspiegel. Deiche und Dünen schützen die Küste, sonst wäre etwa die Hälfte der Niederlande unter Wasser. Die erste Deiche wurde schon durch die Römer gebaut. Die Dünen an der Nordseeküste entstanden im 12. Jahrhundert. Sie sind mit Gräsern bewachsen.

Wichtige Bewachsung der Dünen

Die Bewachsung ist sehr wichtig um ein Abtragen des Sandes zu verhindern. Die Dünen wurden von den Behörden geschützt, da sie eine wichtige Schutzfunktion haben gegen das Meer. Es ist für Wanderer nicht erlaubt sich abseits der Wegen zu befinden, da die Dünen nur durch Pflanzen vor Erosion durch Wind und Wellen geschützt sind. Wo der Sand sonst schnell wegspült gibt es Steine oder Beton zum Brechen der Wellen.

Dünengras (Bild: http://www.swartkijken.nl/)

Besondere Naturgebiete

Ein besonderes Naturgebiet befindet sich am Nordteil der Nordseeküste, genannt das Wattenmeer, und erstreckt sich von Wangerooge in Deutschland, entlang der Küste bis nach Texel in der niederländischen Provinz Nordholland. Das Gebiet, mit einer Vielzahl von einzigartigen Pflanzen und Tieren, ist von der UNESCO erklärt zum Weltnaturerbe. Im Wattenmeer sind auch seltene Fische, Seehunde und Schalentiere zu Hause und brüten Millionen von Vögeln. Auch die Küstenregionen an der Nordsee, mit Mischgewässern aus Salzwasser und Süßwasser, haben eine einzigartige Natur. Hier gibt es viele außergewöhnlichen Tierarten und Pflanzenarten. Die Küstenregionen sind für Naturinteressierte ein wahres Paradies.

Autor seit 4 Jahren
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