Lada Niva – russische Geschichte in der Gegenwart

Während sich seit den 1970er Jahren viele Dinge in der Autowelt verändert haben, scheint der Lada den Wandlungen des Zeitgeists und der Technik ausgewichen zu sein. Seit 1976 wird er fast unverändert gebaut – nur in den 1990er Jahren gab es ein Facelifting. Ansonsten entsprechen Technik, Design und Funktionsweise noch heute dem Stand der 70er. Als eines der ersten Autos wurde am Lada Niva der permanente Allradantrieb angebracht. Außerdem verstärkten die damals revolutionären Schraubenfedern seine Geländefähigkeit enorm. Dass bis heute nicht viel am Lada Niva verändert wurde, zeigt, dass er nach fast 30 Jahren Produktionszeit keine Veränderung benötigt. Er ist noch immer ein leichtes und äußerst robustes Geländefahrzeug, welches ohne technische Spielereien auskommt.

 

Never change a running system!

 

Der Niva funktioniert! Ganz im Sinne des russischen Pragmatismus ist also gar nicht die Frage nach Modernisierungen gegeben. Wozu auch? Das Grundkonzept hält den Bedingungen des Geländes stand und hat schon so manch anderen Geländewagen anderer Automobilhersteller überdauert. Neben dem Allradantrieb verfügt der Lada Niva über eine zuschaltbare Geländereduktion und über eine Differenzialsperre. Das macht sogar die für Geländewagen typischen Leiterrahmen überflüssig.

Technische Daten

Zylinderzahl: R4

Hubraum (cm³): 1690

Max. Leistung (kW/PS): 60/81 bei 5000

Max. Drehmoment (Nm): 128 bei 4000

Höchstgeschwindigkeit (km/h): 137

Beschleunigung (0–100 km/h): 19,0 s

Getriebe (Serienmäßig): 5-Gang-Schaltung

Verbrauch: 9,5 im Durchschnitt

Kohlenstoffdioxid-Emissionen: 233 g/km

Tankinhalt (l): 45

Länge des Wagen: 3720-4240 mm

Breite des Wagens: 1680 mm

Höhe des Wagens: 1640 mm

Radstand: 2200-2700 mm

Leergewicht: 1285-1390 kg

Ein Auto für jedermann

Ob gebraucht oder neu – der Lada Niva ist in seinen Anschaffungskosten extrem günstig. Auch Versicherung und Steuer sind in der Regel niedrig. Hinzu kommen preiswerte Reparaturkosten. Und wer Freude an Technik und Mechanik hat, der kann beim Lada sogar selbst Hand anlegen, denn die Automobiltechnik erfordert keine speziellen Fachkenntnisse aus der Mechatronik, sondern Fingerspitzengefühl und Erfahrung im Umgang mit mechanischen Anlagen. Wo heute Mechatroniker für Reparaturen gerufen werden, kann beim Lada Niva noch der traditionelle Kfz-Mechaniker mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Allerdings müssen auch Abstriche gemacht werden. Es ist klar, dass ein Auto aus den 1970er Jahren so manche moderne Komfort-Ansprüche nicht erfüllen kann. Das ist auch nicht der Zweck eines Lada Nivas. Er ist noch ein echter Geländewagen und möchte auch als solcher gefahren werden. Strecken, die die neuen SUVs auf Asphaltstraßen, in Fußgängerzonen oder in Zone-30-Gebieten zurücklegen müssen, sind nicht die Stärke des Lada Niva. Ebenso ist die Bedienerfreundlichkeit auf das Nötigste reduziert. Es gibt Heizung, Radio und kurbelbare Fenster. Jede Zusatzinstallation elektrischer Finessen würde den Lada schwerer machen, was für die Geländefahrten von Nachteil wäre, und in seinem Grundkonzept komplexer, was wiederum die Handhabung und Reparatur erschweren würde. Auch wenn der Bremsweg unheimlich lang ist, es kein ESP oder ABS gibt und das Lenkrad manchmal macht, was es will, ist der Lada Niva ein kleines Gegengewicht für das Überangebot abgerundeter und futuristischer Neuwagen samt Bordcomputer, Airbags, Klimaanlage, Fernseher, Kühlschrank etc.

 

Autor seit 3 Jahren
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