So viele Lebensmittelwarnungen und Rückrufaktionen wie noch nie

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnte 2019 auf seiner Internetseite weit über 180 Mal vor Lebensmitteln, die verunreinigt, verseucht, belastet oder gar mit Fremdkörpern gespickt und somit gesundheitsgefährdend waren. Kaum ein Monat verging, in dem nicht irgendwelche Lebensmittelwarnungen in Deutschland und Produktrückrufe erschienen. Da fragt sich doch der Verbraucher, was er noch bedenkenlos essen kann. Produkte mit Mängeln und Fehlern, die ein hohes Risiko darstellen, sind schon keine Seltenheit mehr. Doch nun scheint auch in der Nahrungsmittelindustrie der "Wurm drin" zu sein.

Ich verzichte weitestgehend darauf, Konserven zu kaufen. Was vor allem daran liegt, dass ich nicht weiß, was in den Dosen genau steckt. Diesbezüglich meine ich eher "ernährungstechnische" Inhaltsstoffe und nicht etwa Schrauben, Nägel, Drähte, Glas oder schädliche Bakterien. Allerdings scheint auch Tiefkühlkost nicht mehr das zu sein, was sie einmal war, denn diesbezüglich gab es 2019 einige Lebensmittelwarnungen in Deutschland.

Selbst bei Backwaren (Kuchen, Brot und Brötchen) häuften sich Produktrückrufe. So warnte eine Bäckerei in Haßfurth im Oktober 2019 Verbraucher in Unterfranken davor, einen im Unternehmen selbst gebackenen Marmorkuchen nicht zu verzehren, da Verletzungen im Mund und Verdauungstrakt befürchtet werden müssen. Der Grund: In einem der besagten Kuchen wurde ein zwei Zentimeter langes Stück Draht gefunden. Kein Einzelfall von Backwaren-Rückrufaktionen. Ebenfalls im Oktober 2019 erschien ein Produktrückruf der Kaiser-Brot GmbH (Salzkotten/NW) aufgrund von harten Plastiksplittern, die möglicherweise im "Dreikorntoast" als auch im "Vollkornsandwich" der Marke "Goldähren" enthalten sein könnten. 

 

Bakterien in Wurst und Fleisch – Lebensmittelwarnungen in Deutschland

Das in Wurst und Fleisch nicht nur Gutes steckt, bewahrheitete sich leider ebenfalls im Jahr 2019. Die sogenannten "Ekel-Würste" des Wurstherstellers Wilke sorgten für Schlagzeilen. Nachdem bekannt wurde, dass die Waren mit Listerien verseucht waren, wurde seitens der Behörden ein Produktionsstopp verhängt. Zu spät, denn insgesamt erkrankten 37 Personen schwer, für drei von ihnen endete der Wurstverzehr mit dem Tod.

Besagte Firma in Nordhessen hat den Fleischskandal 2019 nicht verkraftet. Der Wursthersteller in Twisetal ist insolvent, das Firmengelände steht zum Verkauf. Gegen die Geschäftsführung und den Produktionsleiter wird seitens der Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt: Der Vorwurf lautet unter anderem: Körperverletzung, fahrlässige Tötung und gewerbsmäßiger Betrug.

Wilke ist nicht der einzige Wursthersteller, der 2019 bei den Lebensmittelwarnungen in Deutschland für Furore sorgte. Auch die Schweinefleischknacker der Marke "Lecker Lausitz" (Sachsen) mussten aufgrund von Bakterien (Salmonellen) zurückgerufen werden. Auch kein "Einzelfall", wie festzustellen ist, wann man die Rückrufaktionen von Fleisch- und Wurstwaren 2019 verfolgt.

Lebensmittelwarnungen: Obst und Gemüse immer wieder in Verruf!

Denkst du, du lebst gesund, wenn du vorwiegend Obst und Gemüse verzehrst?

Sehr beliebt bei den Deutschen, die einen leichten Snack zwischendurch bevorzugen, sind fertige Obstsalate oder Gemüsesalate. Die Salate werden in zahlreichen Supermärkten und Discountern angeboten. Doch auch hier lauert die Gefahr. Genau genommen ist es besser, auf frisch zubereitete Salate zurückzugreifen, die zu Hause einfach selbst gemacht werden können. Doch wer nimmt sich heute noch die Zeit, genau dass zu tun? Unterwegs locken reichlich Angebote – frisches Obst und Gemüse für den schnellen Verzehr zwischendurch verlocken zum zugreifen.

Wenn der Appetit gezügelt werden muss, beißt manch einer schnell einmal in den ungewaschenen Apfel oder nascht eine Handvoll Beeren aus dem Obstkorb. Genau das kann schon zu seinem Schaden sein. Bereits Kleinkindern wird beigebracht, Obst erst abzuspülen, bevor es gegessen wird. Die wenigstens Erwachsenen gehen mit gutem Beispiel voran, vor allem nicht unterwegs, wo kaum die Möglichkeit besteht, Obst und Gemüse vor dem Verzehr zu säubern. Doch in Sachen Gesundheit ist genau dies unbedingt erstrebenswert. Durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, die gleichwohl Schuld am schnellen Verderb von Nahrungsmitteln sind, sind Rückstände auf dem Erntegut nicht auszuschließen, die dann in den menschlichen Magen-Darm-Trakt gelangen.

 

Nahrungsmittelindustrie spielt mit der Gesundheit der Verbraucher!

Wer weiß eigentlich, was er da einkauft und konsumiert?

Von den zahlreichen Lebensmittelrückrufen und Produktwarnungen bekommen die wenigsten Leute etwas mit. Oder erst dann, wenn es (in einigen Fällen) bereits zu spät ist. Sobald Nahrungsmittel in irgendeiner Form Gefahr für Kunden darstellen, sind die Hersteller verpflichtet, eine Lebensmittelwarnung herauszugeben. Wie die Firmen ihre Produktrückrufe gestalten, bleibt ihnen überlassen. Mitunter werden die Warnungen der Presse mitgeteilt, was wesentlich weitreichender ist. Manchmal hängen Rückrufe von gefährlichen Lebensmitteln lediglich im Handel aus. Produktrückrufe und Lebensmittelwarnungen in Deutschland werden zwar auch im Internet bekannt gegeben, doch nicht jeder ist mobil unterwegs oder kennt sich mit dem Internet aus.

Wichtige Adressen für Produktrückrufe und Lebensmittelwarnungen online:

 

Die Zahlen der Warnungen und Rückrufe aus dem Lebensmittelbereich sind alarmierend und sprechen eine besorgniserregende Sprache. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen der Nahrungsmittelindustrie etwas tun, um die ahnungslosen Verbraucher zu schützen und die Gefahr der Gesundheitsrisiken zu bannen.

 

Januar 2020: Großer Lebensmittel-Rückruf wegen Listerien-Gefahr

Und das neue Jahr fängt nicht besser an, wenn es um Lebensmittelwarnungen in Deutschland geht. Im Januar 2020 wird darauf aufmerksam gemacht, sämtliche Produkte des Herstellers Waldenserhof Wilfried Fröhlich zu meiden und bereits gekaufte Waren zurück zugeben: Der Grund: Listerien-Gefahr! Betroffen war ein Nussschinken des Herstellers aus Wächtersbach-Waldensberg. Da nicht auszuschließen ist, dass noch andere Fleisch- und Wurstwaren mit dem Bakterium Listeria monocytogenes verseucht sind, werden vorsichtshalber alle Lebensmittel der Marke "Waldenserhof Wilfried Fröhlich" zurückgerufen.

 

Heute kann man nicht mehr pauschal sagen: Augen auf beim Lebensmittelkauf! Keiner weiß genau, was drin steckt und das ist wirklich ein Grund zur Sorge.

 

KreativeSchreibfee, vor 25 Tagen
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Bildquelle:
Kerstin Schuster (Produktrückrufe Dezember 2014: Nahrungsmittel, die Sie nicht verzeh...)

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