Update Lebensmittelwarnungen Deutschland: Lebensmittelrückrufe 2021 sind alarmierend

Die Zahlen der Lebensmittelrückrufe 2021 sind alarmierend und bestätigen, dass die Sorge der Verbraucher und Konsumenten nicht unbegründet ist. Es vergeht eigentlich kaum noch ein Tag, an dem es keine Lebensmittelwarnungen in Deutschland zu verzeichnen gibt.

Oftmals rufen Hersteller ihre Nahrungsmittel zurück, weil sie "mikrobiologisch verunreinigt" sind. Doch auch Fremdkörper in Produkten, die eigentlich zum Verzehr geeignet sind, werden häufiger denn je gefunden.

Kann es noch schlimmer kommen?

Ja, denn bei den Lebensmittelrückrufen 2021 waren auch Bio-Nudeln von ALNATURA dabei, die einen Pilz enthalten, der u.a. Halluzinationen verursachen kann. In jüngster Zeit kam es sogar zu einem Massenrückruf von Schokolade, Schokoriegeln, Joghurt, Eis und Salatdressings, in denen "giftige Substanzen" enthalten waren.

Verbotenes Ethylenoxid in Lebensmitteln nachgewiesen!

Gleichermaßen kam es zum Rückruf von Zusatzstoffen E 410 (wie Johannisbrotkernmehl, Carubenmehl bzw. Guarkernmehl), Sesam sowie mehreren Lebensmitteln, in denen Sesam enthalten ist. Der Grund dafür war, dass in zahlreichen Produkten Rückstände von Ethylenoxid nachgewiesen werden konnten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung wies konkret darauf hin, dass "Ethylenoxid erbgutverändernd und krebserregend" sei. EO, so die Abkürzung, ist ein Pflanzenschutzmittel und Begasungsmittel, welches ebenso wie sein Abbauprodukt 2-Chlorethanol schwere gesundheitliche Schäden verursacht.

Seit 1988 gibt es bereits eine "Verordnung über ein Verbot der Verwendung von Ethylenoxid bei Arzneimitteln". Es ist hinlänglich bekannt, dass das für die Sterilisation von Gewürzen und als Desinfektionsmittel gegen Pilze und Bakterien eingesetzte EO in Deutschland schon seit 1981 verboten ist. Allerdings mehrten sich seit 2020 Rückrufe von Produkten aus der Lebensmittelindustrie, in denen diese gesundheitsgefährdeten Substanzen enthalten waren.

Die aktuellen Lebensmittelwarnungen 2021 sind äußerst besorgniserregend und sollten mehr im öffentlichen Fokus stehen, damit auch diejenigen informiert werden, die völlig ahnungslos sind. Besonders ältere Menschen, die sich mit modernen Medien nicht auskennen und somit keinen Zugriff auf Informationsseiten wie www.lebensmittelwarnung.de oder www.produktwarnung.eu haben, sind gefährdet. Sie wissen oftmals gar nicht, was sie konsumieren. Ebenso wie wohnungslose Menschen, die sich von dem ernähren, was sie bekommen oder in Abfallbehältern finden können. Wer schützt diese Menschen?

  • Und überhaupt, wer schaut schon täglich vor dem Einkauf online nach, welche Produkte gerade von einem Rückruf betroffen sind?
  • Ist es Sinn und Zweck der Sache, dass sich Konsumenten vor dem Einkauf von Lebensmittel selbst informieren müssen, welche Nahrungsmittel sie unbedenklich kaufen können?

Ich finde es verwerflich, dass trotz enormer Zunahme der Lebensmittelwarnungen und Produktrückrufe in den vergangenen Jahren ein großes Schweigen in den Medien herrscht, die eigentlich in der Verantwortung stehen, Menschen zu informieren. Doch weder in der Presse (Tageszeitungen, Regionalzeitschriften) noch im deutschen TV oder im Radio wird darüber berichtet. Noch wichtiger ist es jedoch, dass vor allem den Lebensmittelunternehmen mehr auf die Finger geschaut wird. Aber wer kümmert sich darum?

So viele Rückrufaktionen wie noch nie

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnte 2019 auf seiner Internetseite weit über 180 Mal vor Lebensmitteln, die verunreinigt, verseucht, belastet oder gar mit Fremdkörpern gespickt und somit gesundheitsgefährdend waren. Kaum ein Monat verging, in dem nicht irgendwelche Lebensmittelwarnungen in Deutschland und Produktrückrufe erschienen. Da fragt sich doch der Verbraucher, was er noch bedenkenlos essen kann. Produkte mit Mängeln und Fehlern, die ein hohes Risiko darstellen, sind schon keine Seltenheit mehr. Doch nun scheint auch in der Nahrungsmittelindustrie der "Wurm drin" zu sein.

Ich verzichte weitestgehend darauf, Konserven zu kaufen. Was vor allem daran liegt, dass ich nicht weiß, was in den Dosen genau steckt. Diesbezüglich meine ich eher "ernährungstechnische" Inhaltsstoffe und nicht etwa Schrauben, Nägel, Drähte, Glas oder schädliche Bakterien. Allerdings scheint auch Tiefkühlkost nicht mehr das zu sein, was sie einmal war, denn diesbezüglich gab es 2019 einige Lebensmittelwarnungen in Deutschland.

Selbst bei Backwaren (Kuchen, Brot und Brötchen) häuften sich Produktrückrufe. So warnte eine Bäckerei in Haßfurth im Oktober 2019 Verbraucher in Unterfranken davor, einen im Unternehmen selbst gebackenen Marmorkuchen nicht zu verzehren, da Verletzungen im Mund und Verdauungstrakt befürchtet werden müssen.

Der Grund: In einem der besagten Kuchen wurde ein zwei Zentimeter langes Stück Draht gefunden. Kein Einzelfall von Backwaren-Rückrufaktionen. Ebenfalls im Oktober 2019 erschien ein Produktrückruf der Kaiser-Brot GmbH (Salzkotten/NW) aufgrund von harten Plastiksplittern, die möglicherweise im "Dreikorntoast" als auch im "Vollkornsandwich" der Marke "Goldähren" enthalten sein könnten.

Bakterien in Wurst und Fleisch – Lebensmittelwarnungen in Deutschland

Das in Wurst und Fleisch nicht nur Gutes steckt, bewahrheitete sich leider ebenfalls im Jahr 2019. Die sogenannten "Ekel-Würste" des Wurstherstellers Wilke sorgten für Schlagzeilen. Nachdem bekannt wurde, dass die Waren mit Listerien verseucht waren, wurde seitens der Behörden ein Produktionsstopp verhängt. Zu spät, denn insgesamt erkrankten 37 Personen schwer, für drei von ihnen endete der Wurstverzehr mit dem Tod.

Besagte Firma in Nordhessen hat den Fleischskandal 2019 nicht verkraftet. Der Wursthersteller in Twisetal ist insolvent, das Firmengelände steht zum Verkauf. Gegen die Geschäftsführung und den Produktionsleiter wird seitens der Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt: Der Vorwurf lautet unter anderem: Körperverletzung, fahrlässige Tötung und gewerbsmäßiger Betrug.

Wilke ist nicht der einzige Wursthersteller, der 2019 bei den Lebensmittelwarnungen in Deutschland für Furore sorgte. Auch die Schweinefleischknacker der Marke "Lecker Lausitz" (Sachsen) mussten aufgrund von Bakterien (Salmonellen) zurückgerufen werden. Auch kein "Einzelfall", wie festzustellen ist, wann man die Rückrufaktionen von Fleisch- und Wurstwaren 2019 verfolgt.

Obst und Gemüse immer wieder in Verruf!

Denkst du, du lebst gesund, wenn du vorwiegend Obst und Gemüse verzehrst?

Sehr beliebt bei den Deutschen, die einen leichten Snack zwischendurch bevorzugen, sind fertige Obstsalate oder Gemüsesalate. Die Salate werden in zahlreichen Supermärkten und Discountern angeboten. Doch auch hier lauert die Gefahr.

Wenn der Appetit gezügelt werden muss, beißt manch einer schnell einmal in den ungewaschenen Apfel oder nascht eine Handvoll Beeren aus dem Obstkorb. Genau das kann schon zu seinem Schaden sein. Bereits Kleinkindern wird beigebracht, Obst erst abzuspülen, bevor es gegessen wird. Die wenigstens Erwachsenen gehen mit gutem Beispiel vorana Vor allem nicht unterwegs, wo kaum die Möglichkeit besteht, Obst und Gemüse vor dem Verzehr zu säubern.

Durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, die gleichwohl Schuld am schnellen Verderb von Nahrungsmitteln sind, sind Rückstände auf dem Erntegut nicht auszuschließen, die dann in den menschlichen Magen-Darm-Trakt gelangen.

Nahrungsmittelindustrie spielt mit der Gesundheit der Verbraucher!

Wer weiß eigentlich, was er da einkauft und konsumiert?

Von den zahlreichen Lebensmittelrückrufen und Produktwarnungen bekommen die wenigsten Leute etwas mit. Oder erst dann, wenn es (in einigen Fällen) bereits zu spät ist. Sobald Nahrungsmittel in irgendeiner Form Gefahr für Kunden darstellen, sind die Hersteller verpflichtet, eine Lebensmittelwarnung herauszugeben. Wie die Firmen ihre Produktrückrufe gestalten, bleibt jedoch ihnen überlassen.

Wichtige Adressen für Produktrückrufe und Lebensmittelwarnungen online:

 

Die Zahlen der Warnungen und Rückrufe aus dem Lebensmittelbereich sind alarmierend und sprechen eine besorgniserregende Sprache. Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen der Nahrungsmittelindustrie etwas tun, um die ahnungslosen Verbraucher zu schützen und die Gefahr der Gesundheitsrisiken zu bannen.

 

Januar 2020: Großer Lebensmittel-Rückruf wegen Listerien-Gefahr

Und das neue Jahr fängt nicht besser an, wenn es um Lebensmittelwarnungen in Deutschland geht. Im Januar 2020 wird darauf aufmerksam gemacht, sämtliche Produkte des Herstellers Waldenserhof Wilfried Fröhlich zu meiden und bereits gekaufte Waren zurück zugeben: Der Grund: Listerien-Gefahr! Betroffen war ein Nussschinken des Herstellers aus Wächtersbach-Waldensberg. Da nicht auszuschließen ist, dass noch andere Fleisch- und Wurstwaren mit dem Bakterium Listeria monocytogenes verseucht sind, werden vorsichtshalber alle Lebensmittel der Marke "Waldenserhof Wilfried Fröhlich" zurückgerufen.

 

Heute kann man nicht mehr pauschal sagen: Augen auf beim Lebensmittelkauf! Keiner weiß genau, was drin steckt und das ist wirklich ein Grund zur Sorge.

 

Das Recht der Verbraucher bei Produktrückrufen und Lebensmittelwarnungen in Deutschland

Selbstverständlich haben wir, die Kunden (auch Verbraucher genannt) das Recht, schadhafte Ware (Lebensmittel, die vom Rückruf betroffen sind) zurückzubringen. Der Kaufpreis wird in der Regel anstandslos erstattet. Selbst dann, wenn kein Einkaufszettel mehr vorhanden ist. Dies kann ich aus Erfahrung bestätigen.

 

 

Autorin: Kerstin Schuster

Quellen der Recherche:

https://www.produktwarnung.eu/2019/12/23/rueckruf-schimmel-in-gourmet-medjoul-datteln-von-aldi-nord-moeglich/16935

https://www.merkur.de/verbraucher/rueckruf-verletzungen-im-mund-drohen-baeckerei-warnt-vor-verzehr-ihrer-kuchen-zr-13142311.html

https://www.lokalkompass.de/dorsten/c-ratgeber/goldaehren-dreikorntoast_a1226625

https://www.fuldaerzeitung.de/regional/kinzigtal/listerien-fund-ruckruf-von-nuss-schinken-aus-waldensberg-FC9422979

https://www.merkur.de/verbraucher/gefahr-norma-rueckruf-edeka-kaufland-rewe-wurst-salmonellen-bakterien-keim-zr-13241279.html

 

KreativeSchreibfee, am 28.01.2020
11 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
Kerstin Schuster (Produktrückrufe Dezember 2014: Nahrungsmittel, die Sie nicht verzeh...)

Laden ...
Fehler!