Schleswig-Holstein hat bereits zahlreiche Lizenzen vergeben

Allerdings hat das nördlichste Bundesland bis zu diesem Zeitpunkt schon eine Reihe an Lizenzen an deutsche Wettanbieter vergeben, die mit einer Gültigkeit bis zum Jahr 2018 ausgestattet sind. Wie mit diesen bereits vergebenen und rechtsgültigen Lizenzen nun weiter umgegangen wird, werden wohl erst die nächsten Monate und Jahre zeigen.

Zugleich mit der Marktöffnung wurde auch das Steuerrecht zur Sportwette einer Novellierung unterzogen. Neben der Bemessungsgrundlage und dem Steuersatz, wurde auch der Geltungsbereich verändert: Steuerpflichtig waren bisher nur am Wirtschaftsstandort Deutschland angesiedelte Unternehmen. Das ändert sich nun. Auch aus dem Ausland vollzogene Wetten werden steuerpflichtig, was für Einbußen bei den wettanbietern sorgt.

Wettangebote die über das Internet aus dem Ausland vermittelt werden, sind deshalb bisher nicht unter die Abgabepflicht gefallen. Die Novelle zum Wettgesetz transferiert den Bezugspunkt vom Unternehmen auf den Kunden und deklariert alle aus Deutschland platzierten Wetten als steuerpflichtig.

 

5% vom Wetteinsatz sind als Steuer abzuführen

Bemessungsgrundlage ist der Wetteinsatz, von welchem 5% als Steuer abzuführen sind. Ausländische online Wettanbieter, die in Deutschland bisher vom deutschen Fiskus unbehelligt operiert haben, sind damit in die Pflicht genommen. Auch für die Wettkunden bedeutet dies eine einschneidende Veränderung, da viele Buchmacher den Kostenpunkt weiterverrechnen.

Da die meisten internationalen Wettanbieter mit sehr geringen Gewinnspannen arbeiten – in der Regel verbleiben zwischen 3% bis maximal 8% der Wetteinsätze beim Buchmacher – kann die Steuerbelastung nicht aus dem laufenden Geschäft bedient werden. Vielen Anbietern bleibt also keine andere Möglichkeit, als die Wettsteuer an den Kunden weiter zu verrechnen. Ansonsten wäre ein wirtschaftlich sinnvolles Engagement am deutschen Wettmarkt langfristig kaum oder nicht möglich. In diesen Fällen werden also die darunter leiden, die Wetten eingehen. Der Prozentsatz der Steuer, der zu leisten ist, bleibt demnach am Kunden hängen.

Ob die Beliebtheit von Wetten dadurch verringern wird, ist abzuwarten.

Bildquelle: pixabay.com © geralt (CC0 1.0)

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