Die historische Altstadt von Loket ist ein Flächendenkmal und steht unter besonderem Schutz. Wegen seines Stadtbildes wird die Stadt auch als Böhmisches Rothenburg bezeichnet. Neben der Burg ist vor allem die weitgehend erhaltene Stadtbefestigung sehenswert.

Die Stadt ist von dem Landschaftsschutzgebiet Slavkovský les, deutsch Kaiserwald, umgeben. Sie ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen auf gut markierten Wegen. Der wohl schönste Weg führt von Loket durch das romantische Egertal bis nach Karlsbad. Er misst knapp 10 Kilometer und führ an der Felsenstadt Svatošské skaly vorbei. Eine weitere Möglichkeit der sportlichen Betätigung bietet die Eger mit Kanufahrten durch das Flusstal.

Sehenswertes in Loket

Die barocke Kirche St. Wenzel wurde 1734 vollendet. Ihr Vorgängerbau fiel 1725 einem Feuer zum Opfer. Bemerkenswert sind die Verzierungen der Einrichtung. Das Altarbild soll von Peter Brandl stammen. Die Seitenaltäre entstanden vermutlich in der Elbogener Werkstatt von Jan Wildt. Aus der Vorgängerkirche wurden einige ältere Statuen gerettet, darunter eine Christus Statue und die spätgotische Madonna.

 

Das Rathaus im Stil des frühen Barock steht am Südrand des Marktes. Es wurde von Abraham Leutner erbaut und wurde 1696 eingeweiht. Heute beherbergt es die Stadtverwaltung und die Bibliothek.

Eine Dreifaltigkeitssäule, entworfen von Johann Karl Stülp, steht in der Mitte des Marktplatzes zwischen zwei Brunnen.

Die Kapelle der heiligen Anna steht auf der Stelle, wo sich früher das wichtigste Stadttor befand.

Ein Standbild des Bildhauers Willibald Russ aus dem Jahre 1932 zeigt Johann Wolfgang von Goethe. Der besuchte Elbogen häufig und feierte hier seinen 74. Geburtstag.

Im Gelände der Vorburg befindet sich ein einzigartiges Amphitheater, in dem vor der Kulisse der aufragenden Burg verschiedenste Veranstaltungen stattfinden.

Erholung nach einem Rundgang durch und um die Stadt bietet die 2006 gegründete Familienbrauerei Svatý Florián, die an uralte Brautraditionen anknüpft.

Dreifaltigkeitssäule (Bild: haros)

Burg Loket

Auf dem Granitfelsen innerhalb einer Flussschlinge der Eger erhebt sich die Burg über der Landschaft. Die ältesten Teile stammen aus dem 13. Jahrhundert. Erbauer sollen der böhmische Fürst Vladislav II. oder Ministeriale des Kaisers Friedrich I. Barbarossas sein. Nach 1300 entstand die Unterburg. Bis etwa 1520 wurde die Anlage ständig erweitert.

Von 1234 stammt die erste Erwähnung der Burg Elbogen als Sitz einer Burghauptmannschaft. Die Wohngebäude im nördlichen Teil und das Markgrafenhaus entstanden im beginnenden 14. Jahrhundert.

Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 begann der Verfall der Burg Elbogen. Nacheinander gaben sich hier Aufständische, Bayern, Sachsen und die Truppen Wallensteins ein Stelldichein.

Im 17. Jahrhundert verlor die Burg an Bedeutung. Sie wurde zum Lagerhaus und von 1797 bis 1822 zum Gefängnis. Nach einem Brand begann mit dem Beginn des Zeitalters der Romantik eine Restauration der Burg.

Seit 1907 wird das Markgrafenhaus als Museum genutzt. Das präsentiert u. a. wertvolles Porzellan aus dem 19. Jahrhundert. Das stammt vor allem aus der 1811 in Loket gegründeten Porzellanfabrik Gebrüder Haidinger.Das Wahrzeichen der Burg ist der mächtige viereckige Bergfried. Vom Turm bietet sich ein herrlicher Blick auf die Stadt und in das Tal der Eger. Im Markgrafenhaus ist das Burgmuseum beheimatet. Es zeigt Erzeugnisse aus hiesigen Manufakturen, eine Waffensammlung und eine archäologische Funde. Ein Schwerpunkt des Museums ist wertvolles Porzellan aus dem 19. Jahrhundert. Das stammt vor allem aus der 1811 in Loket gegründeten Porzellanfabrik Gebrüder Haidinger. Im Burgkeller befinden sich die kalten und feuchten Kerker mit den Folterinstrumenten des peinlichen Gerichts.

1993 übernahm die Stadt Loket die Burg. Seitdem ist sie ganzjährig für Besucher geöffnet.

Geschichte der Stadt Loket

Anfang des 13. Jhd. wurde auf dem von der Egerschleife umschlossenen Felssporn die Königsburg Loket (Elbogen) erbaut. Sie wurde auch als Schlüssel zum Königreich Böhmen bezeichnet. Im Bereich ihrer Vorburg entstand eine Siedlung. Diese wurde 1288 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1400 wurde rings um diese Königsstadt eine Stadtmauer errichtet. So wurde Elbogen zu einer wichtigen Festung der Böhmischen Krone. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt vor allem durch die Porzellanfabrik der Gebrüder Haidinger bekannt. Heute sind es die Touristen, die der Stadt neues Leben brachten.

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