Im Nordosten von Tschechien gibt es bei Adersbach, tschechisch Adršpach, und Weckelsdorf, tschechisch Teplice nad Metují, gibt es besonders schöne und romantische Felsformationen. Diese durch eine Schlucht verbundenen Landschaften werden als Adersbacher - Weckelsdorfer Felsenstadt, tschechisch Adršpašsko - Teplické skalní mĕsto, bezeichnet. Durch das Labyrinth der Felsformationen und Engstellen windet sich der Fluss Metuje, der hier eher noch ein Bach ist.

Das Areal der Felsenstädte ist 17,7 Quadratkilometer groß und wird von bizarren Felsformationen geprägt. Viele Felsengebilde tragen fantasievolle Namen. Beispiele sind "Bürgermeister", "Großvaterstuhl", "Henkelkrug", "Liebespaar", "Rübezahls Zahnstocher", "Spanische Wand", "Zuckerhut" und viele mehr.

Die Felsenstädte sind ein bekanntes Kletter- und Wandergebiet. Es gibt Zugänge in Adršpach (Adersbach) und in Teplice (Weckelsdorf). Von beiden Eingängen aus führt ein Rundweg durch die jeweilige Felsenstadt. Von Adersbach führt ein grün markierter Weg durch die Felsen ein blau markierter Weg rund um den romantischen Sandgrubensee beim Eingang. Von Teplice aus führt ein blauer Rundweg durch die Weckelsdorfer Felsen. Weiter gibt es einen 7 Kilometer langen Verbindungsweg durch die Wolfsschlucht zwischen beinen Felsstädten. Der ist gelb markiert.

(Bild: Harald Rossa)

Entstehung der Felsenstadt

Hier bildete sich in der Kreidezeit eine Sandsteinplatte übet älteren Sandsteinschichten. Wasser, Sonne, Frost und Wind wirkten auf diese Sandsteinschicht und sorgten für Erosion. So wurde die Sandsteinschicht allmählich zergliedert und es bildeten sich Klüfte und Schluchten. Die sind heute bis zu 100 Meter tief sind. Dabei entstanden auch Felsnadeln, Terrassen und Mulden mit steilen Wänden oder Höhlen.

Geschichte der Felsenstadt

Früher mieden die Menschen der Umgebung die Felsenlandschaft. Nur Gefahr zogen sie sich in die Felsenstadt zurück. Um 1700 erschlossen Naturfreunde aus Schlesien in die Felsenstadt. Seitdem ist sie für die bei Öffentlichkeit zugänglich. 1790 besuchte Johann Wolfgang Goethe, eine Büste erinnert an ihn, diese Landschaft zu Naturstudien. Auch Preußens König Friedrich der Große soll von dieser Landschaft beeindruckt gewesen sein.

1824 gab es in der Felsenstadt einen mehrere Wochen andauernden Waldbrand. Fast der gesamte Waldbestand wurde vernichtet.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts erschließen Wege die Adersbacher – Weckelsdorfer Felsenstädte. Seit 1933 sind sie Teil eines Naturschutzgebietes in der Region Broumov (Braunau).

Interessantes in der Umgebung

Nicht weit ist es zur Ruine der mittelalterlichen Burg Adršpach auf dem Berg Starozámecký vrch. Von der Höhe öffnet sich der Blick auf die Felsen von Adršpach und die Gipfel des Riesengebirges.

Anreise

Die Felsenstädte von Adršpach und Teplice sind ganzjährig zugänglich. Im Winter sind die Eintrittspreise günstiger und die Zahl der Besucher, die sich die engen Wege teilen müssen, auch geringer.

Mit dem Auto geht es von Prag nach Adršpach Náchod, Hronov und Teplice nad Metují. Große Parkplätze gibt es in der Nähe der Zugänge zu den Felsgebieten.

Zugverbindungen gibt es von Hradec Králové nach Teplice nad Metují oder Adršpach.

 

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