Was ist eine Lungenembolie?

Von einer Embolie wird gesprochen, wenn zum Beispiel ein Blutgerinnsel in die Blutgefäße geschwemmt wird und dort das Gefäß verstopft. Bei einer Lungenembolie wird so eine Lungenarterie - ein Gefäß, welches sauerstoffarmes Blut vom Herzen in die Lunge führt – zugesetzt. Das kann lebensbedrohlich werden. Von 100.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich etwa 70 eine Embolie der Lunge.

 

Die Blutgerinnsel, die die Embolie auslösen, können an verschiedenen Orten entstehen. Häufig stammen Sie jedoch aus den Venen der Beine und des Beckens. Sie werden als Thrombosen bezeichnet. Eigentlich ist es für den Menschen wichtig, dass das Blut gerinnen kann. Sonst würden wir bei der kleinsten Verletzung verbluten. In diesem Fall erfolgt die Blutgerinnung aber unerwünscht. Es bildet sich ein Blutpfropfen, der den weiteren Blutfluss stört. Dabei muss nicht immer der komplette Blutfluss gestört sein. Es ist auch eine teilweise Verstopfung möglich. Löst sich das Gerinnsel in den Beinen, wird es mit dem Blutstrom weggeschwemmt und kann kleinere Gefäße verschließen. Aber auch Luft, Fruchtwasser, Fett, Zellen oder Fremdkörper können zu einem Verschluss und damit zu einer Lungenembolie führen. Weiterführende Informationen findet man unter www.lungenembolie.com.

Blutgefäße

Blutgefäße

Welche Symptome hat eine Lungenembolie?

Nicht jede Lungenembolie muss erkannt werden. Sind nur kleine Blutgefäße betroffen, ist es möglich, dass nur leichte oder gar keine Beschwerden auftreten. Anders sieht es aus, wenn das Blutgerinnsel ein großes Lungengefäß verschließt. Schnell entsteht eine lebensbedrohliche Situation. Die Lungenembolie ist an folgenden Symptomen zu erkennen:

 

  • Husten mit blutigem Auswurf,

  • hohe Atemfrequenz,

  • Herzrhythmusstörungen,

  • Herzschlag meist über 100/min im Ruhezustand,

  • Anschwellen der Beine bis zum Blauwerden – oft einseitig,

  • Schmerzen in den Beinen,

  • thorakaler Schmerz,

  • Hypotonie nicht selten bis zum Schock,

  • akute Luftnot,

  • Schmerzen beim Einatmen, wenn eine Beinvenenthrombose besteht,

  • Kreislaufstillstand,

  • klassisch der schwedische Kragen (Kranzzyanose), bei der Dekolleté und Hals dunkel marmoriert wirken.

 

Es müssen nicht alle Symptome auf einmal auftreten. Die Lungenembolie wird nach Schweregraden eingeteilt.

Lunge

Welche Prognose besteht mit einer Lungenembolie?

Die Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab:

 

  • Schwere der Lungenembolie,

  • Alter,

  • Gesundheitszustand,

  • Zeitpunkt des Behandlungsbeginns,

  • eventuelle Komplikationen.

 

Kleine Embolien sind meist sehr unproblematisch. Der Verschluss einer großen Lungenarterie ist lebensbedrohlich. Vor allem dann, wenn gleich zu Beginn mit schweren Kreislaufproblemen verbunden ist, führt die Embolie in über 15 Prozent der Fälle zum Tod.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Lungenembolie?

Es gibt drei Faktoren, die die Entstehung einer Thrombosen und damit auch einer Embolie begünstigen. Sie werden als Virchow-Trias bezeichnet:

 

  1. Verletzungen oder Veränderungen an den Innenwänden der Blutgefäße,

  2. Verlangsamter Blutfluss,

  3. Eine veränderte Blutzusammensetzung und damit auch eine andere Gerinnungsneigung des Blutes.

 

Die Auslöser dafür können unterschiedlich sein. So kann ein verlangsamter Blutfluss durch eine Mangel an Bewegung entstehen. Alles, was Thrombosen begünstigt, wie langes Sitzen, Bettlägerigkeit oder gar das Ruhigstellen von Gliedmaßen kann auch zur Embolie führen. Gefäßveränderungen können durch Entzündungen auftreten und die Gerinnungsneigung wird durch Krankheiten oder Medikamenteneinnahme beeinflusst. Dazu gehört auch die Anti-Baby-Pille. Aber auch während der Schwangerschaft ist die Gefahr für Thrombosen und Embolien erhöht. Natürlich sind auch Übergewicht und Vererbung Risikofaktoren.

Wie wird eine Lungenembolie behandelt?

Das ist von der Schwere des Krankheitsbildes abhängig. Bei einer leichten Lungenembolie reicht meist die Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten. Bei schweren Fällen wird Fibrinolyse eingesetzt. Dabei werden die Medikamente, die das Gerinnsel auflösen sollen, direkt in die Vene gegeben. In schweren Fällen ist eine Katheter-Behandlung notwendig. Sollten alle Behandlungsmaßnahmen versagen oder nicht ausreichen, ist eine offene Operation notwendig. Um eine erneute Entstehung zu verhindern, folgt anschließend eine Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten. Diese kann sich über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger hinziehen.

 

Wer zur Risikogruppe gehört, sollte alles tun, um die Möglichkeit einer Erkrankung zu senken.

Texterlounge, am 05.08.2014
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