Diese Staute erinnert an Mary Jemison (Bild: UpNorth Memories - Donald (Don) Harrison / Flickr)

Im Unabhängigkeitskrieg kämpften die Seneca auf Seiten der Engländer

Immer weniger verspürte sie den Wunsch, aus dem Dorf zu fliehen und zu den Weißen zurückzukehren. Mary Jemison, die den Namen "Dehgewanus" ("Zwei fallende Stimmen") bekam, wurde zur Seneca. Gleichzeitig musste sie auch lernen, was es heißt, um sein Überleben zu kämpfen, denn bald kamen immer mehr Weiße in die Jagdgründe der Seneca. Sie vertrieben die Indianer und zerstörten ihre Dörfer. Mary floh mit ihrem Mann nach Norden, um bei seinem Clan am Genesee River eine neue Heimat zu finden. Der Marsch erwies sich als äußerst schwierig. Die ersten Schneestürme fegten über das Land. Zudem starb ihr Mann bei der Jagd. Allein mit ihrem Baby musste Mary in der Wildnis ums Überleben kämpfen.

Nach einem Gewaltmarsch von über siebenhundert Meilen erreichte sie schließlich das Dorf der Irokesen am Genesee River und wurde dort von ihren Verwandten aufgenommen. Hier heiratete sie auch Hiokatoo, einen angesehenen Häuptling, und schenkte ihm sechs Kinder. Doch ihr Glück währte nicht lange. Mary erfuhr von dem bevorstehenden Unabhängigkeitskrieg zwischen den amerikanischen Siedlern und den königstreuen Engländern. Die Seneca mussten sich entscheiden, auf welcher Seite sie kämpfen wollten und wählten die Engländer. Daraufhin schickte George Washington seinen General John Sullivan in das Land der Seneca, um ihre Dörfer und ihre Ernte zu vernichten.

Die Seneca-Indianer wurden in Reservate gesperrt und verfielen dem Alkohol

Wo immer die Soldaten auch auftauchten, hinterließen sie eine Spur des Todes und der Verwüstung. Die überlebenden Irokesen flohen zum Fort Niagara, wurden von den Engländern aber nicht eingelassen. Weil sie kaum noch Vorräte hatten, waren sie gezwungen, den Winter vor den Palisaden zu verbringen. Manche flohen vor den Schneestürmen in die Wälder, wo sie verhungerten oder erfroren. Häuptling Hiokatoo fiel im Kampf gegen die Soldaten. Mary floh nicht, sondern blieb mit ihren drei überlebenden Söhnen am Genesee River und lebte mit ihnen im Blockhaus zweier entlaufener Sklaven. Sie halfen den Männern bei der Arbeit. Als Gegenleistung wurden sie mit Maiskörnern bezahlt.

Nach dem Krieg kehrte sie zu den Seneca zurück. Die Indianer waren von den siegreichen Amerikanern in Reservate gesperrt worden, verfielen dort dem Alkohol und starben. Auch Marys Söhne gehörten zu den Opfern. Doch sie gab nicht auf, sondern wurde zur Vermittlerin zwischen den Seneca und den Weißen. Damit erwarb sie sich den Respekt beider Völker. Mary Jemison starb am 19. September 1833 in der Buffalo Creek Reservation im Alter von 90 Jahren. Heute erinnert eine Bronzestatue an die kämpferische Frau.

BerndT, am 10.02.2015
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Bildquelle:
Internet Archive Book Images / Flickr (Cornstalk - Häuptling der Shawnee-Indianer)
The British Library / Flickr.com (Myra Belle Starr - Die Banditen-Königin des Wilden Westens)
Archbob (Die Vertreibung der Indianer aus Texas)

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