Eine Untersuchung beim Tierarzt ist wichtig

Bei Tieren können Allergien genauso komplex sein wie bei Menschen und genauso schwierig zu behandeln und da Hunde keine verbalen Selbstauskünfte erteilen oder mal eben googeln können, sind sie ganz auf die Intuition und den Verstand ihrer Menschen angewiesen.

An erster Stelle sollte deshalb ein Besuch bei einem kompetenten Tierarzt stehen und eine Blutabnahme mit einer Blutanalyse. Funktionieren alle Organe des Hundes gut und können Krankheiten wie Diabetes und Leishmaniose ausgeschlossen werden, hat der Hund "nur" eine Allergie. Das ist schon einmal gut. Nur, gegen was ist er denn nun allergisch? Auch für Hunde kann ein Allergietest gemacht werden beim Tierarzt und mit etwas Glück kommt eine gut beinflussbare Allergie heraus. Vielleicht hat der Hund nur Milben und kann durch geeignete Medikamente davon und seinem Juckreiz befreit werden. Vielleicht hat er aber auch eine Futterallergie, denn immer mehr Hunde bekommen allergische Reaktionen auf Getreide und verschiedene Fleischsorten im Futter.

Eine Allergie gegen Futter oder Flöhe oder Grasmilben oder Hausstaubmilben?

Bei einer Futterallergie hilft es hypoallergenes Trockenfutter im Fachhandel zu kaufen oder Futter selbst zu kochen mit Kartoffeln und Süßkartoffeln, die beide zum Gemüse zählen, Karotten, Bohnen, Weißfisch und oder Fleisch und nicht zu vergessen, Brokkoli, der gegen Hautjucken hilft. Um ganz sicher zu gehen, dass der Hund eine Futterallergie hat, muss allerdings eine Ausschlussdiät durchgeführt werden und das bedeutet, der Hund darf mindestens 6 Wochen nichts anderes fressen, weil ansonsten jegliche Bemühungen für die Katz oder eher nicht für den Hund sind. Die meisten Hunde mit einer Futterallergie haben ebenfalls Magen-Darm-Störungen mit Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Aber selbst wenn der Hund an erster Stelle keine Futterallergie hat, sondern irgendeine andere, ist ein solches Futter (egal ob gekauft oder selbstgemacht) zu empfehlen, weil es den Organismus entlastet und nicht noch zusätzlich belastet und so auf alle Fälle hilft.

Der Hund könnte aber auch eine Allergie gegen Flöhe haben. Das klingt zuerst einmal einfach, denn gegen Flöhe können Hunde gut behandelt werden. Schwieriger wird es jedoch, wenn noch mehr Haustiere im Haushalt leben, denn ein Hund mit einer Flohallergie ist bereits allergisch gegen den Speichel eines einzigen Flohs. Ein einziger Floh, der sich irgendwo in der Wohnung oder auf einem Hunde- oder Katzenfreund befindet, genügt damit, um die allergische Reaktion in Gang zu setzen.

Noch schlechter zu kontrollieren sind Allergien gegen Hausstaubmilben, die jeder Haushalt nun einmal hat. Besteht die Allergie gegen Grasmilben oder etwas anderem aus der Natur und dann möglicherweise nur einige Wochen im Jahr und wird beim Gassi gehen aufgenommen, können Alternativen gesucht werden, um diese Allergene zu vermeiden, wie beispielsweise Gassi gehen nur auf geteerten Wegen. Manche Allergene können Hunde allerdings genauso wie Menschen einatmen und das kann man schlecht verhindern.

Was kann man als Hundehalter tun, um den Juckreiz seines Hundes zu lindern?

  • Omega 3 Fischtabletten auf längere Sicht und täglich verabreicht helfen gegen Hautjucken
  • Bierhefetabletten regelmäßig verabreicht, unterstützen die Haut
  • Ein Esslöffel Leinöl über den Tag verteilt zusammen mit dem Fressen hilft der Haut, der Verdauung und dem Hundemagen.
  • Nach dem Gassi gehen die Pfoten und Beine abwaschen. Knabbert der Hund gern an seinen Pfotenballen oder dazwischen, können Hundesocken weiterhelfen. So kann auch eine dermatologische Creme auf die Hundepfote aufgetragen werden und wird nicht gleich wieder abgeleckt. Hundesocken gibt es im Fachhandel oder können selbst gemacht werden aus Socken für Kinder oder Babies, die gut passen oder gut befestigt werden sollten. Die Socken verhindern übrigens auch, dass sich der Hund mit seinen scharfen Krallen das Fell zu sehr beschädigt.
  • Sind die Allergie und der Juckreiz allerdings stark ausgesprägt und möchte man sich und dem Hund eine Ruhepause gönnen, sollte man an einen Hundebody aus Baumwolle denken, der den Körper vor Wunden schützen oder eine Halskrause, die es auch schon aus aufblasbaren, weichen Material gibt, beim Schlafen als Kopfkissen dienen kann und es dem Hund erschwert an sich herum zu knabbern.
  • Ein wöchentliches Bad mit Betadine-Lösung, um Infektionen von Hautstellen, an denen der Hund vermehrt kratzt oder beißt, vorzubeugen und das Jucken abzuschwächen. Von anderen Badezusätzen ist abzuraten, weil sie die Haut nur zusätzlich reizen können. Für das Baden mit Betadine den Hund gut mit Wasser nass machen, anschließend Betadine in das Fell massieren, einige Minuten wirken lassen und gut wieder ausspülen. Betadine ist ein Infektionsmittel für die äußere Anwendung.
  • Angegriffene Hautstellen können täglich mit Wasserstoffperoxid gewaschen und desinfiziert werden.
  • Den Hund mit einer weichen Bürste vorsichtig ausbürsten und ihm damit etwas Gutes gegen das Jucken tun.

Wie kann der Juckreiz in Absprache mit einem Tierarzt gelindert werden?

  • Haben sich die betroffenen Hautstellen allerdings entzündet (sogenannte hotspots), muss eine Zeitlang Antibiotika gegeben werden und das Gute daran ist, dass dadurch der Juckreiz sogar ganz verschwinden kann.
  • Antihistamine können ohne Bedenken einem Hund gegeben werden. Es gibt verschiedene Antihistamine, die für Hunde geeignet sind (den Tierarzt fragen), nur sollte beachtet werden, dass Hunde eine wesentlich höhere Dosis davon brauchen als Menschen und am besten sollte keines gewählt werden, dass den Hund hundemüde macht und vom täglichen Leben ausknockt. Als Faustregel gilt, ein Hund benötigt 2-4 mg eines Antihistamins pro kg Körpergewicht und das am besten alle 8 Stunden.
  • Homöopathische Mittel gibt es einige - wie Sulfur oder Urtika urens -, die gegen Juckreiz helfen und es ist sicherlich einen Versuch wert, das für den eigenen Hund richtige Mittel zu finden und anzuwenden. Hier können homöopathisch arbeitende Tierärzte oder Tierheilpraktiker beraten.
  • Ist die Allergie sehr stark ausgeprägt, muss man leider auch an Kortison denken, wie Prednisolon. Manche Tierärzte empfehlen eine tägliche Dosis davon ein Leben lang, andere eine "Schocktherapie”, was für mich nachvollziehbarer ist, weil dadurch erst einmal ein Kortisonspiegel aufgebaut wird, der den Juckreiz unterbricht. Danach wird das Cortison tageweise reduziert und langsam wieder ausgeschlichen. Mit etwas Glück ist der Juckreiz anschließend für möglichst lange Zeit verschwunden. Depotspritzen haben den Nachteil, dass sie einmal gegeben, längere Zeit wirken und bei unerwünschten Nebenwirkungen ihre Wirkung nicht mehr unterbrochen werden kann. Und natürlich hat Kortison Nebenwirkungen und viele Hundebesitzer wollen auf gar keinen Fall, dass ihr Hund es bekommt, aber mal ehrlich, wenn nichts anderes wirklich hilft und der Hund an dem ganzen Felljucken wirklich leidet und nur noch eine stark verminderte Lebensqualität hat, warum ihm dann nicht helfen? Es gibt schließlich auch genug Menschen, die Medikamente mit Nebenwirkungen einnehmen müssen, um ihre Lebensqualität aufrecht zu erhalten.

 

 

 

Autor seit 5 Jahren
96 Seiten
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