Kuhmilch für Kälber als Nahrung für Menschen?

Milch ist bei allen Säugern nur als Überbrückungsnahrung in der Säuglingszeit gedacht - so lange, bis der Mensch oder das Tier feste Nahrung zu sich nehmen kann. Kein einziges, im Freien lebendes Säugetier nimmt nach der Säuglingszeit noch Milch zu sich und schon gar nicht von einem anderen Säugetier. Ein Kalb benötigt pro Tag nur 8 kg Kuhmilch, worauf der Organismus der Kuh ursprünglich auch eingestellt war. Inzwischen gibt es hoch gezüchtete Turbokühe, die pro Tag circa 50 Liter Milch geben.

 

 

 

Mythos "Milch ist gesund"

Jede/r Deutsche verzehrt cirka 85 kg Milcherzeugnisse pro Jahr. Das macht 40-50 Prozent unserer Ernährung aus. Viel zu viel, wie zum Beispiel die Ernährungsmediziner Dr. Rau an der Paracelsus Klinik, Lustmühle (Schweiz), Dr. Ledochowski in Innsbruck oder der Hautarzt, Dr. Bodo Melnik mit Lehrstuhl an der Uni Osnabrück, feststellten.

Kuhmilch, also artfremdes Eiweiß, überfordert das Abwehrsystem des Menschen. Allein in Deutschland gibt es circa 12 Millionen Menschen, die dieses artfremde Eiweiß nicht vertragen. Etwa ein Drittel aller Kinder erkranken an Schwellung der Lymphknoten, Hautausschlägen, Allergien. Nach Weglassen des tierischen Eiweißes (auch in Form von Quark und Käse) verschwinden die Symptome in der Regel recht bald. Das konnte unter anderem der langjährig tätige Ganzheitsmediziner, Dr. Max Otto Bruker, bei Tausenden Patienten an seiner Klinik feststellen.

Auch Laktoseintoleranz, eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker, ist weit verbreitet. Der Körper ist dabei nicht in der Lage, Milchzucker (Laktose) zu verdauen. Schätzungen zufolge leidet weltweit fast die Hälfte der Bevölkerung unter einer solchen mehr oder weniger ausgeprägten Laktoseintoleranz oder auch Milchzuckerunverträglichkeit. In Deutschland sind es schätzungsweise 15 bis 20, in Österreich etwa 25 Prozent. Symptome sind Bauchschmerzen, Durchfälle, Schwindel, Kopfschmerzen. Manchmal dauert es Jahre, bis man die Ursache für diese Symptome findet.

Der Hautarzt, Dr. Melnik, führt sowohl eine sehr frühe Akne schon bei 8 bis 9-jährigen Kindern als auch eine späte Akne bei Frauen noch im 3. Lebensjahrzehnt auf den höheren Milchkonsum beziehungsweise bestimmte, in der Milch enthaltene Eiweisse zurück.

Für ihn ist die Milch ein biochemisches Signalsystem, das den Körper zu mehr Wachstum anregt, sozusagen ein biologisches Dopingsystem. Er macht die Milch, insbesondere die pasteurisierte Milch, für Krankheiten wie Diabetes, Demenz, Parkinson und Krebs mit verantwortlich. Studien aus dem Jahr 2008 hätten das gezeigt. (s. Interview im Film "Wie gesund ist Milch wirklich").

 

Macht Milch krank? Doku "Welt der Wunder"

Die Bearbeitungsprozesse der Milch

Das, was uns heute als gesundes Naturprodukt angeboten wird, hat mit dem ursprünglichen Lebensmittel Milch, das frisch aus dem Euter der Weide-Kuh kommt, so wenig zu tun "wie frische Früchte mit Gummibärchen" - so ein Zitat aus dem Film "Das Leiden der Kühe". Milch ist heutzutage ein von der Industrie rationalisiertes, durchkonstruiertes Produkt, das circa 25 technische Prozesse durchläuft. Dabei wird die Milch in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt und – je nach Verwendungszweck – wieder zusammengesetzt.

  • Das Naturprodukt, die Rohmilch, darf nur von Bauern aus amtlich kontrollierten Viehbeständen an den Verbraucher abgegeben werden. Sie ist nicht abgerahmt, homogenisiert und wärmebehandelt.

  • Bei der Vorzugsmilch handelt es sich um Rohmilch, die aus besonders überwachten Viehbeständen stammt, in Betrieben filtriert und verpackt und im Geschäft vertrieben wird. Inhaltsstoffe und der natürliche Fettgehalt von drei bis fünf Prozent bleiben erhalten. Als natürliches, unverändertes Lebensmittel wird sie allerdings auch innerhalb von zwei bis drei Tagen schlecht.

  • Die sogenannte Frischmilch, die heute angeboten wird, ist im biologischen Sinne nicht mehr frisch, da sie zuvor zahlreiche Verarbeitungsprozesse durchlaufen hat. Da ist zunächst das Homogenisieren. Dabei wird die Milch unter dem Druck von 250 Atü durch Düsen gepresst, damit die Fettkügelchen zerplatzen und die Milch somit nicht mehr aufrahmen kann.
    Es folgt das Pasteurisieren. Dabei handelt es sich um eine etwa 40 Sekunden dauernde Kurzzeiterhitzung auf 71-74 Grad Celsius. Die Milch bleibt dadurch im Kühlschrank bis zu 10 Tage frisch. Als die Pasteurisierung eingeführt wurde, war dies als Maßnahme gedacht, um Infektionskrankheiten zu verhüten. Da diese aber fast alle ausgemerzt sind, ist die Pasteurisierung im Grunde nicht mehr notwendig. Der Vitaminverlust bei diesem Verfahren liegt bei etwa 10 Prozent. Bei teilentrahmter Milch wird der normale Fettgehalt von cirka 3,5 auf 1,5 - 1,8 Prozent reduziert. Bei abnehmendem Fettgehalt sinkt auch der Gehalt an Eisen und den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K drastisch.

  • Bei der neuesten Kreation, der ESL-Milch (Extended Shelf Life), wird ''länger frische Milch'' verkauft. Es gibt zwei Verfahren, die die längere Haltbarkeit möglich machen: eine Mikrofiltration, die aus mehreren Schritten besteht und bei der die Milch auf 72-75 Grad hoch erhitzt wird sowie ein einfaches Hocherhitzen für wenige Sekunden auf bis zu 127 Grad. Auch diese Verfahren haben einen Vitaminverlust von bis zu 3 Prozent zur Folge. Dafür hält sich die Milch bis zu 3 Wochen. Geschmacklich gibt es schon einen Unterschied zwischen Frischmilch und ESL-Milch. Er lässt sich "wie Frischmilch mit H-Milch-artigem Beigeschmack'' beschreiben. Verdorbene ESL-Milch geht ins Muffig-Bittere über, bei der pasteurisierten Milch eher ins Saure. Wichtig wäre für den Verbraucher, dass die Hersteller die neuen Verfahren auch auf der Verpackung kenntlich machen und die Milch nicht irreführend als Frischmilch verkaufen.

  • H-Milch (H = Haltbar) wird wenige Sekunden auf 140 Grad erhitzt. Danach sind praktisch keine Bakterien mehr enthalten. Die Verluste von Vitamin B1, B12, Folsäure und Vitamin C liegen – nach Mitteilung von Milchwirtschaftlern bei H-Milch bei ca. 20 Prozent. Lagerzeit: bis zu 6 Wochen.

  • Sterilisierte Milch wird 10 bis 30 Minuten bei 110 bis 120 Grad erhitzt. Dadurch ist eine hundertprozentige Abtötung aller vermehrungsfähigen Keime gewährleistet. Molkenproteine werden zu 100 Prozent denaturiert, das Vitamin B12 verliert 100 Prozent an Wert und die Vitamine B1, B6, C und Folsäure zwischen 20 - 50 Prozent. Ungekühlt und ungeöffnet hält sich diese Milch ein halbes bis ein Jahr.

  • Bei der Kondensmilch handelt es sich um eine durch Verdampfen des Wassers eingedickte und durch Sterilisieren keimfrei gemachte Milch. Die wertvollen Inhaltsstoffe leiden bei diesem Verfahren noch mehr als bei der ‚nur' sterilisierten Milch.

  • Beim Milchpulver (Trockenmilch) wird Milch durch Wasserentzug auf einen Restwassergehalt von ca. 4 Prozent getrocknet.

  • Kaffeesahne ist homogenisierte Milch, die zusätzlich mit stabilisierenden Zusätzen und denaturierten Molkerei-Eiweißerzeugnissen, versehen wird.

  • Crème fraiche. Das Sauermilcherzeugnis wird aus pasteurisierter Milch oder Sahne unter Verwendung von Milchsäurebakterienkulturen hergestellt. Der Zusatz von Saccharose (Rohrzucker) kann bis zu 15 Prozent betragen.

  • Joghurt, der Deutschen liebstes Milchprodukt ist - über die Milch - natürlich auch hocherhitzt. Da der natürliche Geschmack für viele nicht so reizvoll ist, greift die Milchindustrie zu dem bekannten Suchtmittel Fabrikzucker, zu Aromen, Farbstoffen und Emulgatoren und anderen.

Doch es sind nicht allein die zahlreichen Verarbeitungsschritte, die die Milch über die Jahrzehnte hindurch stark verändert haben, sondern es ist auch die Art des Viehfutters.
Erhielten Kühe früher fast ausschließlich Gras von einheimischen, bunten Wiesen, die die Milch und Milchprodukte geschmacklich aufwerteten und nur wenig anderes Futter, so wird heute in der Massentierhaltung meist ein spezielles, proteinreiches Kraftfutter verabreicht, das die hohe Milchleistung der sogenannten Turbo-Kühe überhaupt erst möglich macht.

Die heutigen industriell genutzten Wiesen sind zudem fast nur noch Fettwiesen, die keine große Artenvielfalt mehr aufweisen.
Futter, wie Soja oder Getreideschrot, wird seit Jahren in immer größerem Umfang aus Nord-und Südamerika importiert. In diesen Ländern werden aber fast nur noch genetisch veränderter Weizen, Soja, Mais angebaut, die stark mit glyphosathaltigen Pestiziden gespritzt werden. Als Lebensmittel sind diese in der EU immer noch verboten, als Tierfutter aber sind sie erlaubt.

"Wie gesund ist Milch wirklich" (SWR-Dokumentation)

Das Leid der Kühe in der Massentierhaltung

Kühe sind friedfertige, anhängliche, anmutige Wesen, die seit Jahrtausenden gerne mit Menschen zusammen leben und selbstlos ihr Bestes geben. Sie lieben regelmäßigen Weidegang im Sommer sowie Auslauf im Winter. Kühe sind intelligent und haben ein starkes, vielschichtiges Gefühlsleben, wie Professor Christine Nicol und Professor John Webster an der Universität Bristol untersuchten.

In der heutigen Intensivhaltung ist es vorbei mit der früheren Natur-Idylle, Sozialbeziehungen und vertrauensvollem Kontakt zu Menschen. Für ökonomisch erfolgreiche Tier- und Pflanzenproduzenten zählen nur hoher Ausstoß und Profit. Die sind aber nur realisierbar durch Laufställe mit vielen Tiere auf engstem Raum und ohne direkte Licht- und Witterungseinflüsse.

Wegen der Enge und der dadurch bedingten Rangeleilen werden ihnen präventiv die Hörner abgesagt beziehungsweise ausgebrannt. Ein Fehler, wie mehr und mehr Bauern wieder erkennen, da die Hörner der Kuh wichtige Funktionen haben und zudem für eine bessere Milchverträglichkeit sorgen soll.

Die empfindsame Kuh wird in der Massentierhhaltung zu einer Hochleistungsmaschine umfunktioniert und ihrer Persönlichkeit beraubt. Tierschutzorganisationen wie PETA, die Albert-Schweitzer-Stiftung und viele andere Teirschutz-Organsisationen, aber auch Filme wie "Das Leiden der Kühe" oder von Paul McCarney/PETA's "Wände aus Glas" schildern objektiv und drastisch, wie das wirkliche Leben der Milchkühe in Großbetrieben heute aussieht.

Dennoch suggeriert die Milchindustrie durch groß angelegte Werbekampagnen weiterhin Scheinwelten von zufrieden grasenden Kühen auf idyllischen Almwiesen, die es in der Realität aber kaum noch gibt.

Kleinbauern mit nur wenigen Kühen sterben immer mehr aus. Sie stellen aus der Not heraus oftmals entweder auf Pflanzenanbau um oder verkaufen frustriert ganz ihren Betrieb. Dem Preisdruck der Molkereibetriebe und der Konkurrenz durch die Landwirte mit Megaställen von mehreren hundert Kühen sind sie irgendwann einfach nicht mehr gewachsen.


Die EU hat über sehr viele Jahre - auch im Hinblick auf steigende Exporte nach Afrika und Asien - stark die neuen Großbetriebe subventioniert (mit Steuergeldern der EU-Bürger, die dazu allerdings vorab nie befragt wurden). Kleinbetriebe und generell die ökologische Landwirtschaft wurden vernachlässigt und allein gelassen. Sie findet man darum auch nur noch auf 5,4 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Europa. Tendenz jedoch erfreulicherweise wieder leicht ansteigend.

 

Keine Kuh gibt freiwillig Milch!

Den meisten Verbrauchern wird nicht bewusst sein, dass eines der Nebenprodukte der Milchproduktion das Kalbfleisch ist. Mit jedem Glas Milch oder mit dem Genuss von Milchprodukten unterstützen Verbraucher die Kalbfleisch-Industrie.
Damit eine Kuh überhaupt Milch produzieren kann, muss sie trächtig sein. Dies erreicht man in der Hochleistungs-Milchindustrie heute meist durch künstliche Befruchtung.
Der Vorgang findet bereits im Alter von etwa 15 Monaten statt. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh beträgt unter normalen Bedingungen etwa 20 Jahre. In der Massentierhaltung, mit ihren hohen Anforderungen an das Tier, wird sie aber meist nicht älter als 5 Jahre.
Eine andere schmerzhafte Methode, eine Schwangerschaft zu erzeugen, ist der Embryonentransfer, bei der Embryos in einer Kuh herangezogen und dann in eine andere implantiert werden. Bioverbände, wie zum Beispiel Demeter, lehnen diese und andere Praktiken, ab.

Normalerweise erzeugt eine Kuh Milch für ihren eigenen Nachwuchs und das bis zu 10 Monate nach der Geburt. Diese so wertvolle Muttermilch erhält heutzutage aber nicht das Kalb, sondern sie geht an die Molkerei. Das Kälbchen muss sich mit Milchersatz begnügen. Wenn die Milchproduktion bei den Kühen nachlässt, werden die Tiere erneut künstlich befruchtet und das Leid beginnt von vorne.

Was geschieht mit dem Kalb?

Nach 9 Monaten Schwangerschaft wird das neu geborene weibliche Kalb zur Milchkuh aufgezogen. Das männliche Kalb geht in die Kalbfleisch- oder später in die Rindfleisch-Produktion.

Um keine Bindung zwischen Mutter und Kalb entstehen zu lassen, wird das Kalb meist sofort, spätestens nach einem Tag, von der Mutter getrennt, was für beide sehr schmerzhaft ist. Das Kalb steckt man in eine Kalbkiste – eine enge Box mit einem Querschnitt von etwa 60 bis 80 cm - in der das Kalb soeben stehen, sich aber nicht viel bewegen oder umdrehen kann. Um die Bewegungen noch mehr einzuschränken, werden die Tiere oft mit Ketten am Hals ruhig gestellt. Dadurch wird das Muskelwachstum verhindert und das Fleisch bleibt zart.

Dem Milchersatz - einer Eiweiß-Kraftfuttermischung - mit denen die Kälber täglich um etwa 1 kg gemästet werden, mangelt es an Eisen und Faserstoffen, was Blutarmut hervorruft. Auch das ist so gewollt, weil Konsumenten und Restaurants Wert auf helles Fleisch legen.

Kälber leiden aufgrund ihrer Schwäche häufig an Diarrhöe (Durchfall), Lungenentzündung und Lahmheit. Ein Kalb wird bereits im Alter von 4 bis 6 Monaten geschlachtet, manche jedoch auch schon ein paar Stunden oder Tage nach der Geburt.

Krankheiten der Tiere in der Massentierhaltung

Unter natürlichen Umständen produziert eine Kuh nur so viel Milch wie sie sie für die Ernährung ihres Kalbes benötigt – etwa 8 Liter pro Tag. Durch genetische Veränderungen sowie Gabe von Antibiotika und Hormonen wird eine Kuh in der Massentierzucht heute gezwungen, jährlich mehr als 10.000 Liter Milch zu produzieren, was durchschnittlich etwa 27 Liter pro Tag entspricht.

Zum Melken werden den Milchkühen Vakuummaschinen an den Zitzen befestigt und die Milch wird herausgesaugt – 2 bis 3 Mal am Tag, 365 Tage im Jahr. Die Euter der Tiere werden häufig so groß, dass ihre Hinterbeine ständig gespreizt sind, was zu Lahmheit führt.

Durch die starke maschinelle Beanspruchung leiden viele Kühe an der schmerzhaften Euterentzündung, Mastitis, die durch mehr als 20 verschiedene Bakterien ausgelöst wird. Die Melkmaschinen werden dennoch weiter benutzt, da sie Arbeitskräfte sparen. So kann allein ein einziger Arbeiter in 2 Stunden 86 Kühe melken. Studien haben ergeben, dass sich die Häufigkeit der Mastitis bei Kühen durch saubere Ställe, mehr Bewegungsfreiheit für die Tiere, besseres Futter, geeignetere Schlafplätze und wirksamere Versorgung senken ließe.

Die Stall-Bedingungen und das Futter

Kühe und Kälber werden oft so beengt gehalten, dass sie sich nicht oder kaum umdrehen können. Je weniger Bewegung möglich ist, umso schneller kann die ganze Energie des Futters in das Fleisch gehen. Meist stehen Kühe und Kälber in dunklen Ställen auf unbequemen, teilweise Kot überzogenen, glitschigen Lattenrosten, durch die ihre Ausscheidungen hindurch fallen können oder auf Betonböden. Dieses harte Stehen führt zu Schmerzen in Beinen und Gelenken. In den modernen Laufställen ist die Bewegungsfreiheit inzwischen etwas größer.

Statt mit vorwiegend Raufutter (Grünfutter, Heu, Silage oder Futterstroh ) werden die Kühe meist mit einer nicht artgerechten Eiweiß-Kraftfutter-Mischung gemästet die wenig ballaststoffeich ist und zu Fehlernährung führen kann.

Was kann man tun, um die Zustände zu ändern?

Verbraucher haben viele Möglichkeiten, die Situation zu ändern.

  • Verzicht auf Milch, Milchprodukte und Fleisch oder zumindest weitgehende Einschränkung und Umstieg auf pflanzliche Alternativen aus Soja, Reis, Hafer, Mandel, Kokos.

  • Produkte von Bioverbänden vorziehen, die Wert auf artgerechte Tierhaltung legen (wie Demeter, Bioland, Naturland)

  • Den Kauf von Lederprodukten reduzieren (Schuhe, Taschen, Möbel, Kleidung). Jedes Produkt trägt mit zur Intensivhaltung und Schlachtung bei.

  • Von Politik und Wirtschaft Änderung unhaltbarer Zustände in der Intensivhaltung fordern durch Unterschreiben von Petitionen, Teilnahme an Protestaktion und Wahl jener Parteien, die sich für Ökologie, Tierwohl und Nachhaltigkeit einsetzen.

  • Unterstützung von Organisationen wie Foodwatch, Greenpeace, Albert-Schweitzer-Stiftung, die sich seit Jahren auch für artgerechtere Tierhaltung einsetzen.

 

Trailer "Vom Glück der Kühe" (DVD - Denkmal-Film)

Schadstoffe in der Milch

20 Prozent der durch die Nahrung aufgenommenen Gesamtrückstände stammen aus der Milch und Milchprodukten. Einige davon sind:

Pestizide, Antibiotika
In der Tiermast ist Antibiotika EU-weit seit Jahren zwar untersagt, dennoch wird es bei Stichproben immer wieder gefunden. Auch die Tiermedizin setzt weiterhin Antibiotika ein, um Bakterien zu bekämpfen.

Nitrat, Nitrit, Nitrosamine können sich zum Beispiel durch Silagefutter in der Milch anreichern.

Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Arsen - Kontamination durch Böden, Futter, Staub, Rauch, Abgase, Müll, Kompost, Klärschlamm und Abwässer

Reinigungs-und Desinfektionsmittel - als Rückstände durch maschinelles Melken,

Rückstände von Pestiziden: Die EU importiert seit Jahren große Mengen an genetisch verändertem Pflanzenfutter (wie zum Beispiel Soja, Weizen) aus den USA und Ländern Südamerikas. Diese Länder sind für ihren hohen Pestizid-Einsatz in der Kritik (zum Beispiel mit "Roundup", dem glyphosatzhaltigen Totalherbizid von Monsanto). So konnten Forscher der Uni Leipzig vor nicht langer Zeit Rückstände im tierischen und menschlichen Urin feststellen.

Trailer zum neuen Film "Das System Milch"

Studien und Erkenntnisse gegen die Milch nehmen zu

Die Milch hat schon lange nicht mehr nur Befürworter. Die Studien, die gegen die industriell verarbeitete Milch und Milchprodukte sprechen, mehren sich seit Jahren. Doch Studien allein sind nicht immer aussagekräftig und neutral. Nicht immer kann der Milchverzehr auch in einen direkten Zusammenhang mit den zunehmenden Zivilisationserkrankungen gebracht werden.
Entscheidend und aussagekräftig ist für viele Ganzheitsmediziner und Ernährungsexperten jedoch wesentlich mehr, was sie tagtäglich in ihren Praxen erleben und auch, wie sich Kranheiten schnell bessern, wenn Patienten die Milch und Milchprodukte aus ihrer Ernährung entfernen.

Der bekannte Forscher, Professor Werner Kollath, erkannte bereits Mitte des letzten Jahrhunderts, dass jegliches Eiweiß, auch das der Milch, durch Erhitzung denaturiert, das heißt es verliert seinen natürlichen, nativen Charakter. Kollath stellte in Versuchen fest, dass Ratten, die mit Kasein, dem Milcheiweiß, ernährt werden, über mehrere Generationen hinweg bei voller Gesundheit bleiben.
Im Gegensatz dazu traten bei Ratten, die man mit Kasein fütterte, das bei 73°Grad mit Alkohol extrahiert wurde, tief greifende Gesundheitsschäden auf. Ähnliche Forschungen haben auch die Amerikaner Pottenger und Simonson in den 1940er-Jahren betrieben, Professor Wagner 1953 mit seinen Rattenversuchen in Gießen und die Wissenschaftler B. Blanc, A. Lembke und R. Sieber mit ihren Tierversuchen, die 1983 erstmals veröffentlicht wurden.

In jüngster Zeit hat die große China Study von T. Colin Campbell das Thema tierisches Protein beziehungsweise dessen Vermeidung/Redzierung stark in den Fokus gerückt.

 

Zur Milch gibt es inzwischen zahlreiche Studien, Erfahrungsberichte, Bücher, Filme und Meinungen, das es für den Verbraucher schon schwierig ist, die richtige Entscheidung zu treffen. Es gilt, sich objektiv zu informieren, zu hinterfragen und abzuwägen, was sowohl für den Menschen als auch die Tiere und die Umwelt am besten ist.

 

 

Studien:

Studie 1 - C. Anad, (1974): "Effect of Protein Intake on Calcium Balance of Young Men Given 500 mg Calcium Daily" Journal of Nutrition, 104; S. 695, 1974

Studie 2 - M. Hegsted, "Urinary Calcium and Calcium Balance in Young Men as Affected by Level of Protein and Phosphorus Intake", Journal of Nutrition, 111; S. 53, 1981

Studie 3 - R. Walker, "Calcium Retention in the Adult Human Male as Affected by Protein Intake". Journal of Nutrition, 102, S. 1297, 1972

Studie 4 - N. Johnson, "Effekt of Level of Protein Intake on Unrinary and Fecal Calcium Retention of Young Adult Males", Journal of Nutrition, 100:1425, 1070

Studie 5 - H. Linkwiler "Calcium Retention of Young Adult Males as Affected by Level of Protein and Calcium Intake", Trans New York Academy of Science, 36:333, 1974

(aus John Robbins: Ernährung für ein Neues Jahrtausend, Waldfeucht)

 

Quellen:

Dr. med. M.O. Bruker/Dr. phil. Mathias Jung: Der Murks mit der Milch. emu Verlag 1994

Kollath, W.: Die Ordnung unserer Nahrung. Haug Verlag

www.ausgemolken.net

www.albert-schweitzer-stiftung.de

www.peta.de

VEBU: Kuhhaltung in der Milchindustrie

Kuh + Du (Kampagne der Welttierschutzgesellschaft)

Denkmal-Film (diverse DVD's)

Milchbericht 2017 des BMLE

Milchproduktion weltweit

China Study

 

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