Hemingway änderte seine Haltung zum Krieg

Ernest Hemingway, der Augenzeuge der Kämpfe in der Nordeifel, änderte fortan seine Meinung vom Krieg. Den er bis dahin verherrlicht hatte. Über diese Kämpfe schrieb er keine einzige Zeile. In der Tat war es eine der verlustreichsten Schlachten im Zweiten Weltkrieg. Allerdings entsprechen Schätzungen, hier hätten die Amerikaner im Winter 1944/45 ähnlich viele Gefallene zu beklagen gehabt wie später im Vietnamkrieg, nicht den Realitäten.

Auf den Spuren blutiger Geschichte

Hemingway im Hürtgenwald, mit ihm der US-Schriftsteller Jerome David Salinger, die Hollywood-Legende Samuel Fuller – später in geruhsamen Friedenszeiten auch Heinrich Böll – und das alles vor dem Hintergrund einer der längsten und verlustreichsten Schlachten auf deutschem Boden: Hier war und ist Stoff für vielfältige Betrachtungen, Mahnungen, Erinnerungen. So hat die in der Nordeifel beheimatete "Konejung-Stiftung" zusammen mit Rureifel-Tourismus für Wanderer "literarisch-historische Wanderwege" eingerichtet. Hier wird eingeladen, den Spuren der Geschichte und der Literatur zu folgen.

Vom Westwall-Weg zum "Death-Valley"

Die Wanderrouten bieten unterschiedliche Facetten zum übergeordneten Thema. Der 8,9 Kilometer lange Westwall-Weg führt beispielsweise vorbei an unterschiedlich gut erhaltenen Bunkern; darunter ist auch ein Sanitätsbunker. 5,2 Kilometer lang ist der Heinrich-Böll-Weg. Er beginnt nahe der inzwischen geschlossenen Burgschänke in Bergstein, wo der Schriftsteller gern einkehrte, wenn er sich in seinem Haus in Langenbroich aufhielt. Mit 9,5 Kilometern ist der Hemingway-Trail der längste dieser Wanderwege. Er führt an den ehemaligen Kriegsschauplätzen vorbei, an denen sich der Schriftsteller während der Kämpfe aufhielt. Der Paul-Boesch-Weg erinnert an einen deutsch-stämmigen US-Kompanieführer, der seine Erinnerungen an die Kämpfe im Wehe-Tal, von ihm "Death-Valley" genannt, literarisch verarbeitet hat. Der Ochsenkopf-Weg und der Kall-Trail schließlich erinnern an schwere Bunkerkämpfe damals; Gedenksteine für deutsche und amerikanische Soldaten erinnern daran.

32.000 US-Soldaten starben hier

Es ist mit viel Blut getränkter Boden, den der Wanderer hier betritt. Allein die Verluste der Amerikaner werden auf 32.000 Soldaten beziffert. Das Schlachtfeld, der Hürtgenwald, ist ein etwa 140 Quadratkilometer großes Waldplateau nordöstlich der belgisch-deutschen Grenze, südlich der Linie Aachen – Düren und westlich der Rur gelegen. Hier wechseln sich dichte Wälder mit unbewaldeten Hügeln ab, getrennt oft durch tiefe Taleinschnitte. Zeugen unsinniger Schlachten.

Die abgebildeten Bücher – Hemingway und Böll – sind erschienen bei der Büchergilde Gutenberg.

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Autor seit 2 Jahren
90 Seiten
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