Vor wenigen Jahren war es noch ein richtiger Luxus, mit dem Smartphone oder Laptop im Ausland online zu gehen - jedenfalls dann, wenn man die Grenzen Europas überschritten hatte. Letzteres ist auch heute noch so, mit Ausnahme weniger Länder wie etwa der USA. Ansonsten sollte man vor Antritt einer Reise unbedingt nachschauen, welche Preise für Surfsessions im Ausland fällig werden. Innerhalb der EU-Grenzen sind die Preise inzwischen reguliert und auch gedeckelt, so dass man nicht aus Versehen horrende Rechnungen erzeugen kann, wie in der Vergangenheit vielfach geschehen. Neue Pläne der EU-Kommission sehen sogar vor, die Roaming-Preise innerhalb Europas komplett anzugleichen, so dass man unterwegs nicht mehr zahlen muss als im heimischen Tarif. Beim Telefonieren ist dafür schon ein erster Schritt getan, denn SMS sind zum Teil im europäischen Ausland schon günstiger als in so manchem deutschen Tarif. Für Mobiles Internet im Ausland sind die Preise zwar deutlich gesunken, vom heimischen Level jedoch weit entfernt.

Der Siegeszug des mobilen Internets hat mehrere Gründe. Zum einen haben die Anbieter ihre Preise sehr deutlich gesenkt, die Mondpreise von früher findet man eigentlich nur noch im Ausland. Weiterhin kamen viele neue Geräte auf den Markt, zudem wurde das Netz stark ausgebaut, und neue Standards sorgen für immer mehr Speed. Klar, dass man mit LTE-Smartphones ein ganz anderes Surferlebnis hat als mit einem UMTS-Handy der ersten Generation - nicht nur wegen der schnelleren Up- und Downloads, sondern nicht zuletzt auch wegen der Touchscreen-Technik und der großen Bildschirme. Wer weiß, wie sich die Nutzung des mobilen Internets noch dahingequält hätte, wäre das iPhone nicht erfunden worden, die Mutter aller Smartphones. Zuvor hatte sich jahrelang eine ganze Branche gefragt, was denn die "Killerapplikation" der UMTS-Nutzung sein könnte. Die Lösung war gleichzeitig einfacher und komplexer als gedacht: Preise runter, neue Geräte her, Anpassung der Sites für kleinere Displays. Und schon klappt's mit der mobilen Nutzung!

Wer heute mit UMTS- oder LTE-Smartphones bzw. geeigneten Tablets ins Ausland reist, kann aber trotz der gesunkenen Preise immer noch in so manche Falle tappen. Zu nennen wäre beispielsweise eine automatische Netzwahl, die man am besten auf manuell umstellen sollte. Weiterhin kann eine verbraucherunfreundliche Taktung für Ärger sorgen, die bei jedem kleinen Anwahlversuch gleich ein ganzes Datenpaket verschluckt. Wer hauptsächlich telefonieren und nicht so oft surfen möchte, sollte im Ausland darauf achten, dass auch ankommende Gespräche berechnet werden und dass wegen des Hin- und Herschickens der Daten insbesondere die Nutzung der Mailbox richtig teuer werden kann. Für längere Aufenthalte im Ausland bieten sich deshalb Datenkarten des jeweiligen Landes an.

Bildquelle: flickr.com © Apostolos (CC BY-SA 2.0)

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