Wozu sind Schuhe da?

Man/frau darf ja wohl über den Sinn und Zweck einer Fußbekleidung nachdenken. Schuhe wurden nicht erfunden, um den Frauen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sondern schlicht und einfach:

Schuhe sind zum Schutz der Füße gedacht

und sollen den Träger ohne Verletzungen von A nach B bringen. Das ist der Hauptzweck.

Und - Ja, es soll auch Frauen geben, die wählen ihr Schuhwerk nach der Aufgabe, die man als normal Sterbliche tagsüber zu bewältigen hat.

  • Mütter von Kleinkindern sind lächerlich in Stilettos oder High Heels, außer sie haben einen ganzen Stall von Kindermädchen im Hintergrund und benutzen ihre Kinder nur als Posing-Accessoires für ihre Selfies.
  • Gärtnerinnen, Briefträgerinnen, Wanderer auf High Heels? Sehr lustig, aber völlig sinnentfremdet.
  • Winterstiefel mit hohen dünnen Absätzen im Winter abseits von planen geräumten Straßen, ein eindeutiges "no".
  • Auch wer klein ist und trotzdem etwas auf sich hält, verweigert ohne mit der Wimper zu zucken die angeblich "Endlosbeine" schaffenden hohen Hacken, denn was soll diese Vorspiegelung von falschen Tatsachen?

 

 

High Heels? (Bild: a.sansone)

Hat der Tag ein Ende und man/frau kann es sich leisten fortzugehen - dann; ja dann kann sie getrost auch elegante, unpraktische, aber sexy aussehende Schuhe, also High Heels, tragen.

Warum auch nicht?

Schaut man jedoch in diverse Modezeitschriften schreit das Modediktat ununterbrochen nach hohen Schuhen.
Du musst High Heels tragen!

Darf ich fragen warum?

 

Schuhe spiegeln die Persönlichkeit wieder!

Verschiedene Studien geben Aufschluss über Zusammenhang von Persönlichkeit und Schuhen?

Mit Absicht wurde hier ein Fragezeichen gesetzt. Geben sie wirklich ehrlichen Aufschluss? Denn genauso, wie man Statistiken und Erhebungen je nach der Fragestellung manipulieren und vorhersagen kann, sind auch manche dieser Studien das Papier nicht wert, das sie verbraucht haben.

Studie: Shoes as a source of first impressions

Diese Studie bringt frau wieder einmal echte Erleuchtung. Mit einem gewissen Schmunzeln liest man dann so erhellende Sätze, wie:

  • "Menschen tragen Schuhe, die ihre Persönlichkeit widerspiegeln – sei es beabsichtigt oder unbeabsichtigt." ... oder: 
  • "Schuhe haben einen praktischen Nutzen, sind aber auch nonverbale Hinweisgeber mit symbolischem Nachrichtenwert." ... und ganz einleuchtend:
  • "Allerdings wählen einige Menschen auch absichtlich ihre Schuhe so aus, dass sie nicht zu ihrer Persönlichkeit passen, um somit ein bestimmtes öffentliches Bild von sich zu präsentieren."

(Aus der Studie, August 2012 - Ausgabe des Fachblatts Journal of Research in Personality ) http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0092656612000608

(Bild: geralt / Pixabay)

Was erzählt die Studie nun wirklich?

Geschlecht, Alter und Einkommen sind an Schuhen zwar ablesbar, die meisten persönlichen Eigenschaften aber nicht, berichtet das Team von Psychologen um Omri Gillath von der University of Kansas und seine Kollegen in besagter Studie.

Bei der Studie wurden Studenten gebeten, sowohl ein Foto ihrer eigenen Lieblingsschuhe zur Verfügung zu stellen, als auch die Fotos der anderen und Rückschlüsse auf deren Träger abzugeben. Parallel dazu wurden Fragebögen, die persönliche Informationen lieferten, ausgefüllt. Die Übereinstimmung von Eindruck und Einschätzung wurde so herausgefiltert.

Schuhe als Einschätzungsmerkmal - richtig oder falscher Eindruck?

Die Einschätzungen der Studienteilnehmer waren relativ homogen. Leider aber falsch. Die Rückschlüsse, die man auf den Charakter der Trägerinnen zog, waren nämlich reichlich daneben:

  • So bedeuten bunte Schuhe keineswegs, dass die Trägerin extrovertiert sein muss;
  • geputzte Schuhe gehören nicht zwangsläufig peniblen Menschen;
  • billige, ausgelatschte Schuhe werden nicht ausschließlich von politisch Liberalen oder Grünen getragen.

 

 

Einige der wenigen relevanten Aussagen waren:

  • Wer Schwierigkeiten hat, sich längerfristig an einen anderen Menschen zu binden, bevorzugt Schuhe, die aussehen wie neugekauft.
  • Sozial sehr verträgliche Menschen tendieren zu praktischem, funktionalem und leistbarem Schuhwerk.

"Ja.... So macht Wissenschaft Spaß. Wer einen bestimmten Schuh trägt, ist entweder so oder so oder er trägt ihn absichtlich, um so zu wirken.......... Das ist keine Studie, sondern ein Ratespiel." Treffend von einer Leserin besagter Studienergebnisse ausgedrückt.

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Wenn Schuhe als Statussymbol dienen, was bedeuten dann High Heels?

Mit High Heels assoziiert man in erster Linie Sex und Erotik, aber auch Jugend und Kreativität. Allerdings unterstellt man den Trägerinnen hoher Absätze laut Studie auch einen Mangel an Fleiß und Gewissenhaftigkeit.

High Heels der oberen Preiskategorie sagen immerhin etwas über das Budget der Trägerin aus. Oder macht man der Schuhe wegen auch Schulden? Wer weiß? Bei Eitelkeit ist vieles möglich. Wie weit der Preis bei angesagten High Heels gehen kann? Schuhe für 80.000 Euro

Mehr über den Träger über sein Schuhwerk herauszufinden ist übrigens keine neue Erkenntnis, das beweist das älteste Zitat obiger Studie, welche auf das Jahr 1935 zurückgeht ("H. Zeisl: Die Psychologie des Schuhkäufers").

 

Der Gesundheitsaspekt von High Heels - das Cinderella Schuh Syndrom

Nun aber zum Praktischen.

Die Achillesferse von Stöckelschuhen/High Heels ist, wie der Name schon andeutet, eine Versteifung der Achiillessehne und eine verkürzte Wadenmuskulatur. Bei Frauen, die fast ausschließlich High Heels tragen, gibt es also gesundheitliche Schäden. Auch Bandscheibenprobleme resultieren daraus, bekanntes Beispiel dafür Victoria Beckham. Die Liste der möglichen weiteren Fußdeformationen ist lang und manche High Heels Süchtige werden ihr ganzes Leben lang darunter leiden.

Die verschiedenen Krankheiten haben sogar schon einen eigenen Fachbegriff erhalten: Man spricht vom so genannten "Cinderella Schuh Syndrom".

Andere Veränderungen des Fußes sind der Senkfuß, der Spreizfuß oder Krallenzehen. Bei all diesen Formen verändern sich die Zehen, um sich an die Form der Schuhe anzupassen.

Als Ausgleich zum Tragen der hohen Hacken empfehlen sich regelmäßiges Barfußgehen und Dehnübungen. 

 

Mit diesen Absätzen in die freie Natur? Selten so gelacht.

Was ist wirklich sexy?

Der lockere lässige Gang oder das steife Standbild?

Lächerliches Gestakse auf Stelzen, ein wackeliges oder steifes Vorwärtskommen oder schwingende Hüften bei befreitem Ausschreiten? Was einen besseren Eindruck hinterlässt, darüber braucht man gar nicht abzustimmen oder zu streiten. Warum also schreibt die Modebranche und zig Modejournale frau nur immer High Heels vor? Kopfschütteln. Modeterror pur.

Hoch, higher, High Heels … Dieser Modezwang ist genauso fatal, wie seinerzeit der Trend jeder Frau das Tragen von Leggins aufzuschwatzen. Ab einem gewissen Körperumfang machen diese Dinger einfach hässlich, genau das Gleiche gilt für die hochhackigen Schuhe.

Wer die High Heels, die hohen Hacken dem Anlass entsprechend nicht auch natürlich, elegant oder sexy tragen kann, soll lieber seine Füße in adäquates Schuhwerk stecken.

 

Flach - ist wieder in!

Mit Farbe geht alles besser (Bild: a.sansone)

Flache Schuhe sind wieder erlaubt!

Na, da bin ich nun aber sehr froh. Nicht, weil ich mich dem Modezwang Jahr für Jahr unterworfen hätte, aber die dürftige Auswahl an hübschen und dennoch tragbaren Schuhen war in den letzten Saisonen bisher "enden wollend".

Down to Earth, so betiteln sich die neuen Modelle und damit sind "Gott gelobt" nicht nur Ballerinas oder Sneakers gemeint. Diese Schuhmodelle sind 2015/16 flach und dennoch in:

  • Sneakers
  • Ballerinas
  • Slip-Ons
  • Slipper, bevorzugt in Lackoptik
  • Brogues (die Herren lassen grüßen)
  • Loafer mit oder ohne dicke Sohle
  • College-Schuhe
  • Oxfords
  • Mokkas
  • klassische Tod's

Sogar Boots, Booties und Stiefel dürfen eine flache Sohle haben. Halleluja. Herbst und Winter sind gerettet und unsere Füße dürfen sich mit langen Schritten auf ihre Wege machen.
Ganz ehrlich, die herrlichen Ponchos und Capes sehen mit lässigem Schuhwerk gleich noch viel besser aus.

 

Was fehlt noch? Zum modischen kleinen Glück ...

Davor sollten Sie sich jedoch hüten, vor dem Diderot-Effekt. Was das ist? Ich fürchte, wenn Sie weiterlesen, werden Sie feststellen, dass der Sie auch schon einmal erwischt hat.

Adele_Sansone, am 06.10.2015
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Bildquelle:
Wikimedia Commons, Gemeinfreies Bild (Kilt und Plaid - Geschichte und Tradition schottischer Kleidung)

Autor seit 5 Jahren
270 Seiten
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