Vorteile einer frühzeitigen Kastration

junge Katzen

Welcher Katzenbesitzer hat nicht Bedenken, wenn der geliebte Stubentiger zu einer OP mit Vollnarkose soll. Denn genau das ist eine Kastration oder eine Sterilisation der weiblichen Katze. Trotzdem ist eine Kastration die beste Möglichkeit der Empfängnisverhütung. Bei der Kastration werden beide Eierstöcke der Katze entfernt, als Folge davon stellt sich ihr Hormonhaushalt um, sie wird nie wieder rollig und kann ein Leben ohne lästige Kater im Schlepptau genießen. Viele Tierärzte verwenden schon sich selbst auflösende OP-Fäden beim Zunähen der OP-Wunde und verabreichen ein Depot-Antibiotika nach der OP. So braucht der besorgte Katzenbesitzer seine Mietze nur wieder abholen und daheim als Entschädigung für den Schreck verwöhnen. Und sie dann  noch einige Tage im Auge behalten, um zu sehen, ob es ihr gut geht. Eine derartige OP ist bei Tierärzten ein Routine-Eingriff, der sicherlich schon viele Male vorher durchgeführt wurde und deshalb kein Anlass für Besorgnis sein dürfte. Die Meinung, dass eine Katze erst einmal werfen soll, bevor sie sterilisiert wird, ist überholt. Im Gegenteil, man geht mittlerweile davon aus, dass ein Kätzin, die im jugendlichen Alter vor der ersten Rolligkeit bereits sterilisiert wurde, weniger der Gefahr ausgesetzt ist, Gesäugekrebs zu bekommen. Idealerweise kann eine junge Katze ab dem 7. Lebensmonat sterilisiert werden. Freiläufer-Katzen werden in der Regel im Frühjahr und Herbst rollig. Wohnungskatzen dagegen können jederzeit rollig werden.

Was bringt eine Sterilisation?

Eine Sterilisation ist ebenfalls eine OP, bei der nur der Eileiter durchgeschnitten wird. Vielleicht ist diese OP etwas leichter, aber sie benötigt auch eine Vollnarkose und der Hormonhaushalt der Katze stellt sich danach nicht um, sie wird weiterhin rollige Phasen bekommen. Es wurde auch schon von Fällen berichtet, in denen die Eileiter später wieder von allein zusammengewachsen ist und die Katze dann doch noch ungewollt schwanger wurde. Eine Sterilisation ist deswegen nicht empfehlenswert, auch weil die Katze dann ein Leben lang Stress mit interessierten Katern haben wird, wenn sie eine Freiläufer-Katze ist.

 

Einsperren ist keine Lösung

Nun könnte ein Katzenbesitzer auf die Idee kommen, die Katze in ihrer fruchtbaren Phase, die nur kurze 4 bis 6 Tage dauert, einfach in der Wohnung einzusperren - natürlich ohne Kontakt zu einem Kater! Das wäre wirklich eine gute Alternative zu einer OP, wenn die Katze ihre Paarungsbereitschaft nicht oft lautstark nachts durch Katzenmusik - um besagten Kater anzulocken - kundtun würde. Und, wenn der Mensch rechtzeitig bemerkt, wann die Katze überhaupt rollig ist. Der größte Nachteil bei der Methode des Einsperrens als Empfängnisverhütung ist jedoch ein biologischer. Wird die Katze nicht gedeckt, kommt die nächste Rolligkeit schon nach 10 bis 14 Tagen. Katzen haben einen starken Vermehrungswillen und ihre biologische Veranlagung kann bei Verhinderung einer Paarung sogar zu einer Dauerrolligkeit führen, die nicht nur für den Katzenbesitzer belastend ist.

Die fruchtbare Phase der Katze heißt übrigens"Rolligkeit", weil sie sich in dieser Zeit auf dem Boden herum rollt.

Anti-Babypille und Hormonspritze

Weitere empfängnisverhütende Methoden sind die Anti-Babypille für Katzen oder eine Hormonspritze. Beides sind künstliche Eingriffe in den Hormonhaushalt der Katze. Bei der Pille für die Katze gehen die Meinungen auseinander, manche halten sie für unbedenklich, andere sehen aber auch sie als möglichen Auslöser für Unfruchtbarkeit oder sogar als Wegbereiter für die Entstehung von Krebs. Hormontabletten oder Hormonpillen sind auf alle Fälle niedriger dosiert und besser verträglich als eine Hormonspritze. Die Pille wird alle ein bis zwei Wochen gegeben (abhängig vom gewählten Präparat und der jeweiligen Katze) und muss über den ganzen Zeitraum gegeben werden, in dem die Katze keinen Nachwuchs bekommen soll. Es ist darauf zu achten, dass die Katze die Pille auch wirklich frisst (in Leberwurst versteckt wird sie sicherlich lieber geschluckt als "pur") und danach auch nicht wieder erbricht. Eine Hormonspritze kann nur vom Tierarzt gegeben werden und hat eine Wirkdauer von 3 bis 4 Monaten.

Bildnachweis

Alle Fotos in diesem Artikel von Lucy M. Laube

Neugierde (Bild: Jon Bertelli / AllPosters)

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