Vereinzelt gab es bereits Experimente, Monospace Schriften ins Leben zu rufen, jedoch trat die nichtproportionale Schriftart erst ihren Siegeszug an, als sie Mitte des 19. Jahrhunderts in Westeuropa und den USA für den Einsatz von Schreibmaschinen entwickelt wurde. Monospace Schriften besitzen eine feste Breite – das heißt, jeder einzelne Buchstabe des Alphabets ist genauso breit wie der andere. Man spricht dann auch von der dicktengleichen Schrift (Dickte=Zeichenbreite).

Courier - Monospace Schrift

Courier - Monospace Schrift

Folglich sind die einzelnen Lettern bei den Monospace Schriften so gestaltet, dass es beispielsweise zwischen einem "i" und einem "o" keinen Unterschied in der Breite gibt. Zudem sind auch die Abstände von Buchstabe zu Buchstabe gleich. In der Regel weisen die meisten Monospace Schriften außerdem eine einheitliche Strichstärke auf. Die nichtproportionale Schriftart kann serifiert oder serifenlos sein.

Typografie Wissen - Serifen eines Buchstaben

Als Serife bezeichnet man die feinen Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende, quer zu seiner Grundrichtung, abschließen. In einem weiteren Sinne werden unter dem Begriff Serife auch andere Zier-Abschlüsse zusammengefasst, etwa die...

Von der Proportionalschrift zu den Monospace Schriften  

Es liegt auf der Hand: Die einzelnen Lettern des lateinischen Alphabets haben grundlegend eine unterschiedliche Breite – das fällt bereits auf, wenn man sich beispielsweise nur das "H" und das "I" ansieht. Seit Gutenberg haben die Schriftentwerfer dies berücksichtigt, bis hin zu den Ligaturen und Unterschneidungen – schließlich galt es, ein harmonisches Zeilenbild ohne optische Löcher zu erreichen. Doch auch eine gute Lesbarkeit sowie ein angenehmer Grauwert einer jeweils gedruckten Seite sollte erzielt werden.

Trotzdem entwickelte man mit dem Aufkommen der Schreibmaschine die Monospace Schriften, um die Lesbarkeit eines Textes noch weitreichender zu verbessern. So konnte auch erreicht werden, da die Lettern der Monospace Schriften schließlich alle gleich breit und die Abstände zueinander fest sind, dass jede Zeile immer die gleiche Anzahl von Zeichen beinhalten konnte.

Monospace Schriften – Verwendung für Tabellentexte und im Druckwesen

Aufgrund dieser Tatsache eignen sich Monospace Schriften sehr gut für Tabellentexte, doch auch Computercodes können mit der nichtproportionalen Schriftart übersichtlicher aufgelistet und dargestellt werden. Ansonsten verwendet man Monospace Schriften wegen ihrer hervorragenden Lesbarkeit sowie aus allgemein ästhetischen, typografischen und technischen Gründen hauptsächlich im Druckwesen. Von Buchverlagen werden also nicht umsonst Manuskripte verlangt, die mit Monospace Schriften verfasst sind – meist Courier als eine der bekanntesten nichtproportionalen Schriftarten. Weitere Monospace Schriften sind beispielsweise auch Letter Gothic und Lucida Sans Typewriter.

Andere Begriffe für Monospace Schriften

Monospace Schriften sind auch unter anderen Begriffen bekannt, wie folgende Auflistung zeigt:

  •  Festbreitenschrift
  • dicktengleiche Schriften
  • nichtproportionale Schriftart
  • Festschrittschrift
  • Konstantschrift
  • äquidistante Schrift
  • Teletype
  • Fixed Font

Selbst als Schreibmaschinenschrift werden Monospace Schriften bezeichnet, jedoch sollte erwähnt sein, dass mit dem Aufkommen der elektronischen Schreibmaschinen auch das Verfassen von Texten mit der Proportionalschrift möglich wurde.      

write-x, am 12.04.2011
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