Nashorn (Bild: Barbara Lechner-Chileshe)

Die Jagd auf Nashörner - Töten, nur um das Horn zu bekommen

Alleine in Südafrika wurden 2012 668 Nashörner von Wilderern getötet, also fällt in Südafrika jeden Tag mindestens ein Nashorn Wilderern zum Opfer. Die geschätzte Zahl der Tötungen in Südafrika für 2013 liegt jetzt schon bereits bei fast 400 und das Jahr ist noch lange nicht zu Ende. Die meisten Hörner landen als Pulver zerrieben auf südostasiatischen Medizinmärkten. In fast ganz Asien erzielt dieses Pulver hohe Preise, da es in der traditionellen chinesischen Medizin als Allheilmittel und vor allem als Potenz- und Wundeallheilmittel vermarktet wird. Im Jemen gilt ein Dolch aus Nashorn als Zeichen für Würde und Reichtum. In den 70er Jahren waren die Nashörner bereits das erste Mal stark gefährdet, weil Gastarbeiter aus dem Jemen, die für die OPEC arbeiteten, die Nachfrage nach Nashorn extrem steigerten. Obwohl im Jemen inzwischen ein Einfuhrverbot von Nashorn besteht, boomt der Schwarzhandel immer noch. Organisierte Verbrechergruppen, in Südafrika vermehrt aus Vietnam, bedrohen den Bestand enorm. Ein Horn ist so viel Wert wie Gold. Ein Horn am Schwarzmarkt bringt den Händlern bis zu 10 000 Euro ein.

Was wird gegen die Jagd auf Nashörner unternommen?

Die Artenschutzprogramme sollten auf jeden Fall weitergeführt werden, da durch sie die Anzahl der Breitmaulnashörner seit 2007 von 17.500 auf 20.150 und die Anzahl der Spitzmaulnashörner von 4240 auf 4840 gestiegen ist. Auch ist es hilfreich, dass viele der Nashörner in speziellen Privatparks untergebracht sind. Dennoch muss die Zusammenarbeit zwischen Wildhütern, Polizei und Staatsanwaltschaften besser funktionieren, um die Wilderer in den Griff zu bekommen. Allein im Krüger Nationalpark wurden 2013 schon über 50 Wilderer verhaftet. Bei den meisten Nashörnern, vor allem in den Parks mit hoher Population, wurden inzwischen DNA-Erfassungen durchgeführt, daher können auch abgesägte Hörner durch Erbgutanalyse klar dem richtigen Tier zugeordnet werden. Viele Schutzprogramme suchen Spendengelder und es ist auch möglich "Nashornpatenschaften" zu übernehmen. Die IUCN informiert gerne darüber.

Nashorn (Bild: Barbara Lechner-Chileshe)

Wissenswertes über Nashörner in Afrika

Nashörner sind eher Einzelgänger, obwohl man auch Herden in den Savannen findet, die meist von weiblichen Tieren mit ihren Jungen gebildet werden. Sie sind sehr menschenscheu und greifen daher gerne an, wenn man sich ihnen nähert, wobei Breitmaulnashörner in der Regel weniger scheu sind als Spitzmaulnashörnern. Die beiden Arten unterscheiden sich nicht nur durch ihr Aussehen - das Spitzmaulnashorn ist kleiner und hat nicht so ein breites Maul - sondern auch durch ihre Essgewohnheiten. Während sich das Breitmaulnashorn ausschließlich von Gras ernährt, frisst das Spitzmaulnashorn Blätter und Akazienrinde. Auch bevorzugt das Spitzmaulnashorn immer ein fixes Revier, während die Breitmaulnashörner mehr umherwandern. Alle Nashörner sehen sehr schlecht, vor allem gar nichts in der Nähe, dafür sind ihre Geruch- und Gehörsinne sehr gut ausgeprägt. Trifft man auf einer Buschsafari auf ein Nashorn, ist es daher besser, näher heranzuschleichen, damit es einen nicht sehen kann, man muss jedoch wegen dem Geruch den Wind zu beachten. Nashörner sind meist in der Dämmerung unterwegs und trotz ihres plumpen Körpers und den kurzen Beinen können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Stundenkilometer erreichen.

Die drei anderen in Asien lebenden Nashornarten sind ebenfalls vom Aussterben bedroht: das Sumatranashorn, das Panzernashorn und das Javanashorn.

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