Multitalent auf der Kabarett-Bühne

Mit "Brunftzeit - Wildwechsel & Liebestaumel" hat Nepo Fitz nach "Pimpftown – Wie werde ich ein Mann?" sein zweites Kabarettprogramm auf die Bühne gebracht und zeigt sich auch hier als Multitalent. So erleben die Zuschauer bereits zu Beginn der Vorstellung eine glänzende Breakdance-Darbietung und im späteren Verlauf noch einige andere mit tänzerischen Elementen untermalte Szenen. Daneben spielt er Klavier, dass die Tasten glühen, rockt, dass Chuck Berry vor Neid erblassen würde und lässt das Publikum beim leidenschaftlichen Singen von Balladen dahinschmelzen. Selbst vorm bayerischen Gstanzl schreckt er nicht zurück, das er mit einem Jodler krönt.

Nepo Fitz zeigt sich verwandlungsfähig (Bild: Foto: Ruth Weitz)

Beziehungskiste als Thema

"Ich habe eine Menge gute Laune für euch dabei", kündigt Nepo an und übt sogleich einen frenetischen Rock-Applaus mit dem Publikum ein, weil es sich bei "Route 66" nach seinem Geschmack etwas zu reserviert verhältt. Jedes Mal, wenn Nepo dann einen Rock-Titel spielt, erzittert der Saal vor rhythmischem Klatschen und Beifallspfiffen. Das mit viel Musik angereicherte Programm dreht sich um das, was der Titel "Brunftzeit" bereits andeutet, nämlich um die Beziehung zwischen Mann und Frau. Wer noch nicht selbst darauf gekommen ist, erfährtr am bei der Vorstellung, dass Männer eher triebgesteuert sind, während Frauen bereits ab 14 Jahren an ihrer "Prinzenschablone" basteln. Wenn der Prinz dann nicht ganz in die Schablone passt, dann wird er eben zurechtgebogen. "Man soll die Männer so nehmen wie sie sind, aber nicht so lassen", kommentiert Fitz.

Als "Siedlungscowboy" persifliert Nepo das Spießertum, schildert farbenprächtig, wie sich der Besitzer des Reihenhauses mit einem von der Heckenschere halb durchtrennten Bein noch bis zur Garage schleppt, um den gelben Sack vor die Tür zu stellen und dem zwischen Pflastersteinen sprießenden Kraut mit aus Polen importiertem Gift den Garaus zu machen. Während hier der Spaßfaktor noch fröhliche Urständ‘ feiert, bleibt dem Publikum bei der Geschichte von "Rama-Idyll", einem bitterbösen Song über ein vermeintlich geordnetes Familienleben, das Lachen im Hals stecken.

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Ein Ausschnitt aus "Brunftzeit"

Witz mit Tiefgang

Im zweiten Teil des Programms zeigt sich der "brünftelnde" Nepo verletzlich, gibt zu, dass "Spaß haben" allein eine Leere hinterlässt und die Sehnsucht nach einer harmonischen Zweisamkeit – ob mit oder ohne Reihenhaus – die Oberhand gewinnt. "Die unerfüllten Träume sind meistens die schönsten", resümiert er, erhält lang anhaltenden Applaus und bedankt sich mit einer musikalischen Zugabe, die einen unterhaltsamen, witzigen, aber keineswegs an der Oberfläche dümpelnden Abend abschließt. Nepo hat bewiesen, dass er die Fußstapfen seiner Mutter Lisa Fitz und seines Vaters Ali Khan bereits lückenlos ausfüllt.

Krimifreundin, am 26.11.2012
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