Nshima in Sambia

Die meisten Europäer würden die sambische Küche generell als wenig abwechslungsreich und langweilig empfinden, da das Grundnahrungsmittel Nshima wirklich zu jeder Mahlzeit gegessen wird und eigentlich sogar als Hauptmahlzeit gilt. Dennoch gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Zubereitungsmethoden und auch die Konsistenz des Breis variiert. Das sehr grobe, vollkörnige, eher bräunliche Nshima, das hauptsächlich am Land gegessen wird, ist das günstigste und für den ungeübten europäischen Magen anfangs nicht unbedingt zu empfehlen. Das feinste, aber auch teuerste Nshima ist schneeweiß und eher cremig in der Konsistenz. Das Mehl dafür wird maschinell hergestellt. Auf einem sambischen Markt bekommt man dieses Mehl für etwa 30 Cent per Kilogramm zu kaufen. Wegen des hohen Nshimakonsums ist der Maispreis in Sambia ein wichtiger sozial-politischer Faktor. 1990 kam es zu starken Unruhen im Land, als die Regierung den Maispreis und somit den Preis für Nshima drastisch erhöhte.

Zubereitung von Nshima

Für die Zubereitung von Nshima braucht man Mealie-Mehl, also Maismehl. Für die Zubereitung von etwa 3 Tassen Nshima bringt man etwa 1 Liter Wasser fast zum Kochen. Es ist wichtig, dass es nicht vollständig kocht, sonst verklumpt der Brei. Dann gibt man langsam, in kleinen Portionen, etwa 1 Tasse Maismehl dazu, bis das Wasser eine kleisterähnliche Konsistenz hat. Wichtig beim Nshima kochen ist, dass man einen Holzkochlöffel verwendet und eigentlich nicht wirklich umrührt, sondern den Brei mehr immer wieder vom Kochlöffel abstreift. Man bringt nun den Brei zum Kochen. Danach sollte er 20-30 Minuten auf kleiner Flamme vor sich hin köcheln. Danach werden nochmals etwa 3 Tassen Maismehl langsam hinzugefügt, bis die Konsistenz in etwa so hart wie kalter Grießbrei ist. Vor dem Verzehr bleibt es noch 5-10 Minuten zugedeckt stehen, dann kann angerichtet werden.

Was wird mit Nshima gegessen?

In Europa würde man Nshima als Beilage bezeichnen, so wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln. In Afrika ist das anders. Der Maisbrei ist das eigentliche Hauptgericht und egal, was dazu gegessen wird, es stellt die Beilage dar. In Sambia gibt es dabei unzählige Möglichkeiten. Beliebt sind Eintöpfe aus Fisch, Fleisch oder Gemüse. Beliebte Gemüsesorten sind Okra, Kürbisblätter, Bohnen, Spinat und natürlich Tomaten und Zwiebeln, die sowieso in keiner Speise fehlen dürfen. Alle Gerichte beinhalten grundsätzlich für europäische Verhältnisse zu viel Öl und zu viel Salz. Gewürzt wird eigentlich generell nur mit Salz. Fisch ist äußerst beliebt und häufig in Sambia, da es viele Flüsse gibt. Es wird meist getrocknet. Am beliebtesten ist Kapenta, winzig kleine, getrocknete Fische, die auf diverse Arten zubereitet werden können. In Sambia wird auch sehr viel Huhn gegessen, aber auch andere Fleischsorten, vor Allem Rindfleisch. In einzelnen Regionen stehen Mäuse, Krokodile, Warzenschweine, Affen, Schildkröten, Antilopen, Nilpferde und anderes auch auf dem Speiseplan. Fleisch hat meist nicht unbedingt die beste Qualität, deswegen wird es sehr lange gebraten und viel gesalzt, um Bakterien ab zu töten. Weitere Spezialitäten in Sambia sind getrocknete Raupen, Termiten und libellenähnliche Insekten, die in Scharen vor der Regenzeit in die Häuser kommen. All diese schmecken sehr knusprig, haben aber wenig Eigengeschmack.

Kapenta (Bild: Barbara Lechner-Chileshe)

Wie wird Nshima gegessen?

Nshima wird ohne Besteck mit der rechten Hand gegessen. Sogar in den kleinsten Lokalen wird immer Wasser bereitgestellt, damit man sich vorher die Hände waschen kann. Man nimmt etwas Nshima in die rechte Hand, knetet es etwas und formt eine kleine Kugel, mit der dann die Beilagen aufgetunkt werden.

In traditionellen Familien funktioniert das Essen noch nach einer Rangordnung. Die Hände werden gewaschen, wobei das Oberhaupt der Familie, der Vater, anfängt, dann die Mutter und dann die Kinder ihrem Alter entsprechend. Gegessen wird nach Geschlechtern getrennt, häufig auch nacheinander. Zunächst der Vater mit den älteren Söhnen, dann die Mutter mit den Töchtern und Söhnen unter 7 Jahren. Beim Essen gilt es als unhöflich viel zu sprechen. Nach dem Essen werden wieder in der üblichen Reihenfolge Hände gewaschen.

Angebote am sambischen Markt - einige Beispiele

Stand mit Trockenfisch (Bild: Barbara Lechner-Chileshe)

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