Demonstrationen der "Indignados" ...

Demonstrationen der "Indignados" (Empörten) (Bild: Diariosur)

Liebe Firmen,

Sie werden es allenthalben gelesen und gehört haben: Spanien hat mit die meisten Arbeitslosen in der Europäischen Union. Aktuell sind es jetzt 36 Prozent der Berufstätigen. Bei den Jugendlichen ist es noch katastrophaler: Es sind meist 50 bis 70 Prozent, letzteres in ländlichen Gegenden. Viele Familien wenden sich in ihrer Verzweiflung schon dem Drogenhandel zu!

Was immer auch schuld gewesen sein mag, ob die einseitige Fixierung der spanischen Wirtschaft  auf den Immobilienmarkt, die unglaubliche Korruption von Politikern, Unternehmen und Privatpersonen, die leichtsinnige Verschwendung von Fördergeldern – wir können doch nicht länger zusehen, dass eine ganze Generation hier in Europa keine Zukunft hat.

Es ist in unserem und Ihrem eigenen Interesse, dass die Gesellschaft sich hier in diesem schönen Land, einem der bevorzugten Urlaubsgebiete, nicht kriminalisiert. Auf der anderen Seite fehlen uns in Spanien gut ausgebildete Leute hier, die nicht auf Almosen angewiesen sind.

Schmuckschule Estepona - jetzt geschlossen (Bild: Gabriele Hefele)

Könnte eine echte Win-Win-Situation sein

Das deutsche duale Ausbildungssystem ist vorbildlich und nachahmenswert und wird in Spanien sehr bewundert.Umgekehrt höre ich immer wieder, dass im boomenden deutschsprachigen Raum dringend engagierte Auszubildende gesucht werden. Das könnte eine echte Win-Win-Situation werden, wie man so schön sagt.

Die spanischen Jugendlichen aus meinem Dorf, mit denen ich darüber sprach, sind übrigens Feuer und Flamme dafür, nach Deutschland zu gehen! Da schreckt sie nicht einmal das schlechte Wetter ab. Sie sind voller Hoffnung und fragen mich, wann es denn losgehe.

Heiliger Sankt Bürokratius!

Aber vor den Erfolg haben die Götter die Bürokratie gesetzt. Meine Recherchen beim Bundesarbeitsministerium waren desillusionierend. Ich wurde nur weiter gereicht von einer Sachbearbeiterin zur.nächsten. Der einzelne spanische Jugendliche muss einen Antrag
stellen. Dazu muss er vorher einen Ausbildungsplatz bei einer deutschen Firma vorweisen. Dann kriegt er ein Bewerbungsgespräch, die Reisekosten dazu, ein Vorabpraktikum und den Sprachunterricht bezahlt. Wie will er aber ein Bewerbungsgespräch führen, wenn er noch kein Deutsch kann?

Meine Kontakte zu Sprachenschulen und Sprachenlehrern in Sevilla, Cádiz, Conil, Manilva, Marbella und Málaga ergaben große Resonanz und Interesse, die Jugendlichen mit Grundkenntnissen in Deutsch zu versorgen. Die Organisation auf der spanischen Seite wäre also nicht das Problem. Ja, sogar die Eltern machen mit und wollen mit Taxis und Privatautos die Anfahrten organisieren, nicht zuletzt, um auch zu sehen, wo denn ihre Kinder unterkommen.

Als ich aber dachte, das BuMI für Arbeit und Soziales könne interessierte Firmen vermitteln, da hörte ich, dass ich das schon selbst tun müsse. Eine deutsche Headhunterin, die Assessment Centres sozusagen auf diesem Gebiet organisiert, sprang leider wieder ab.

Interessierte Firmen bitte melden!

Ich bin keine dieser Charitiy-Ladies, die Fördergelder kassieren und sich einen erklecklichen Beitrag davon abzweigen wollen. Ich finde es deshalb gut, dass die Förderung direkt dem einzelnen Jugendlichen zugutekommt. Ich will auch keinen Verdienstorden anpeilen. Ich kann nur nicht weiter zusehen, wie hier im sonst so fröhlichen Südspanien, meiner jetzigen Heimat, so vieles den Bach runtergeht. Und ehrlich gesagt: Wir hier lebenden Deutschen sind sehr an gut ausgebildeten Handwerkern interessiert. Wir freuen uns dann auch, wenn eines Tages diese Jugendlichen mit professionellem Knowhow zurück kommen.

Helfen Sie uns bitte und melden Sie sich bei mir unter info@BioRanch.com.

In froher Erwartung Ihrer Antwort und mit herzlichen Grüßen

Ihre

Gabriele Hefele

 

 

 

 

Arlequina, am 05.05.2013
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Bildquelle:
Bildungsagentur GmbH (100 Prozent Vermittlungserfolg für Jugendliche aus Andalusien)

Autor seit 5 Jahren
206 Seiten
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