Jetzt ist es entschieden !

Die Mitbewerber sind in Europa hinlänglich bekannt. München und Annecy kennt jeder. Jetzt werden viele erstmal den Atlas bemühen müssen, um den vom IOC gewählten Austragungsort überhaupt zu finden. Manche wissen nur, dass Südkorea weit, sehr weit weg liegt. Aber wo dort ist Pyeongchang? Und was ist das für ein Ort? Auf jeden Fall nicht die Stadt Pjöngjang in Nordkorea.

Ein kleiner Ort mit gerade einmal knapp 10000 Einwohnern, gelegen in der gleichnamigen Provinz. etwa 180 km von der Hauptstadt Seoul entfernt. Östlich von Seoul zieht sich das Taebaek-Gebirge entlang, bis zu 700 m hoch ist es im Winter, mit einer recht hohen Schneesicherheit über längere Zeit ein günstiger Ort für Winterspiele, zumindest von der klimatischen Seite betrachtet.

Die Verantwortlichen für die Bewerbung sind wahre Kämpfernaturen, es war bereits die dritte Bewerbung, die nun zum Erfolg geführt hat. Schon für 2010 und 2014 hatte man sich zur Wahl gestellt und verloren. Nun endlich hat es geklappt, obwohl böse Zungen behaupten, dass es wohl nicht ganz mit rechten Dingen abgelaufen sei. Schon bei der vorherigen Bewerbung gab es eine Verwarnung wegen Unregelmäßigkeiten.

Aber das war ja bestimmt nur ein Ausrutscher und hat mit der jetzigen Wahl zum Austragungsort der olympischen Winterspiele 2018 überhaupt nichts zu tun.

Südkorea - Die geographische Lage
Pyeongchang - Wo ist der neue Olympiaort?
Skigebiet Pyeongchang - Südkoreas Stolz

Skiresort Pyeongchang (Bild: http://www.aroundtherings.com/)

Was macht Pyeongchang zum Wintersportort?

Es sieht auf den ersten Blick wirklich nicht so aus, wie die typischen Skiorte, die wir so kennen. Doch obwohl weit südlicher gelegen gibt es hier lange und schneereiche Winter. Die meisten der nötigen Anlagen bestehen bereits oder müssen lediglich auf den neuesten Stand gebracht werden. Ist ja auch logisch, denn man bewirbt sich ja schon seit Jahren um Olympia.

Alle Stadien und Pisten liegen recht dicht zusammen, laut den Veranstaltern jeweils höchstens eine halbe Stunde voneinander entfernt. Von Seoul soll eine Hochgeschwindigkeitsbahn gebaut werden die die Hauptstadt mit dem Wintersportort verbinden wird. Eine Stunde Fahrzeit will man erreichen.

Selbst große Luxusherbergen hat man schon einmal vorsorglich in die Landschaft gestellt. Die Südkoreaner für den Wintersport zu begeistern ist die neue Aufgabe der Organisatoren. Ob das auch bei den wenigen Einwohnern des Städtchens Pyeongchang gelingt? Eher nicht, die jungen Leute haben die Gegend schon lange verlassen und sind in die großen Städte abgewandert. Hier leben fast nur noch die Alten, und ob die wirklich den Olympiazirkus wollen? Wirklich gefragt hat man sie wohl nicht. Aber vielleicht kann Olympia den Ort wiederbeleben.

Biathlon Weltcup 2009 und WM 2010 - Eine gute Basis zum Üben

Die Biathlonwettbewerbe boten die Gelegenheit sich auf Großveranstaltungen einzustellen. Eigentlich sollten hierzulande auch mehr Menschen den Ort kennen, aber komplizierte Namen werden schnell vergessen. Damals gab es jedenfalls nichts zu beanstanden und es klappte wunderbar. Das olympische Skistadion wird jedenfalls Alpensia genannt und ein Restaurant mit dem Namen Edelweiss gibt es auch schon. Das könnte gegen die Vergesslichkeit helfen.

Da schon fast alle Wettkampstätten vorhanden sind und die Pisten bereits in die Wälder geschlagen wurden, fiel die Umweltveträglichkeitsbewertung der IOC-Oberen gut aus. Besonders die kurzen Wege sorgten für Pluspunkte. Hierbei hat etwa Annecy, der französiche Mitbewerber ganz schlecht abgeschnitten. Und in Korea müssen für Olympia kaum noch Bäume fallen, sind ja schon weg. Vermutlich sind sie als Billigbretter in deutschen Baumärkten gelandet. So ist es durchaus möglich, dass in bayerischen Partykellern jetzt der Frust über die Niederlage neben der Holzvertäfelung aus Südkorea ertränkt wird.

Durban 06.07.2011 - Das IOC gibt bekannt: Pyeongchang gewinnt

Und das sogar recht deutlich: 63 Stimmen für Südkorea, 25 für Deutschland und 7 für Frankreich. Mag sein, dass die Südkoreaner ihre Vorzüge einfach besser und weltmännischer angeprießen haben. München war da schon recht rustikal, perfekt, um Vorurteile gegen Bayern zu erhärten. Wenn das imaginäre Anschlagen eines Bierfasses oder ein aufspringender Jodler Bayern sein soll, dann gute Nacht. Wenn man die olympischen Anlagen auch so vorgestellt hat, ist die Wahl zu verstehen. Bei Annecy waren jedenfalls die schlechten geographischen Voraussetzungen mit weit verstreuten Wettkampfanlagen das Hinderniss.

Südkorea hat hart gekämpft um diese Wahl, viel Geld wurde bereits investiert. Dass man dort Wintersport gut veranstalten kann, haben die Südkoreaner schon bewiesen.

Der Bessere möge gewinnen, so soll es auch bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang werden, und friedlich, wie es schon koreanisch im Ortsnamen heisst: "Friede und Gedeihen". Mögen auch diese Winterspiele, fernab von den üblichen Ländern zu einem vollen Erfolg werden und der Region und dem ganzen Land Erfolg bringen. 

Pyeongchang - Wissenswertes auf Wikipedia

Pyeongchang ist ein Landkreis mit 43.706 Einwohnern in der südkoreanischen Provinz Gangwon-do sowie ein gleichnamiger Ort in demselbigen mit 9.940 Einwohnern. Der Landkreis wird der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018 sein.
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