Bei Betrachtung eines normalen Speisezettels ergibt sich aus den Eiweißmengen eine Überraschung:

Frühstück
2 Weißmehlbrötchen 6 g – 1 Ei 7,7g - 2 Scheiben Käse 16 g – 150 g Fruchtjoghurt 6 g

Mittagessen
150 g Schweineschnitzel 31 g - 160 g Kartoffeln 3 g - 150 g Blumenkohl 3 g

Abendessen
2 Scheiben Brot (60 g) 5 g - 50 g Käse 12 g - 30 g Salami 6 g -2 Essiggurken 0,5 g

Gesamt: 96,2 g

Was geschieht mit zu vielem Eiweiß?

Der menschliche Körper kann Eiweiß nicht speichern. Jede über den aktuellen Bedarf hinausgehende Menge wird wieder ausgeschieden. Das geschieht unter Mitreißung von Mineralien, zu denen Kalzium bekanntlich ebenfalls gehört und Kalziummangel wird als ein Grund (unter mehreren) für die Verminderung der Knochendichte, der Osteoporose genannt.

Milch und Milchprodukte sind stark kalziumhaltig und werden deshalb zur Prophylaxe und Behandlung der Osteoporose empfohlen. Bei dieser Argumentation bleibt der hohe Eiweißgehalt dieser Nahrungsmittel und dessen Ausscheidung unbedacht. Noch mehr Zufuhr wird deshalb ein Kalziumdefizit nicht mindern, sondern eher verstärken. Erschwerend kommt dazu, dass wegen Lebensmittelunverträglichkeiten der Verdauungstrakt bereits so gereizt sein kann, dass eine Resorption von Spurenelementen, Mineralien und Vitaminen kaum oder nur erschwert möglich ist. 

Eiweißmengen der Vergangenheit

Etwa bis zur Mitte des letzen Jahrhunderts ernährte man sich aus finanziellen Gründen vorwiegend vegetarisch. Da Pflanzen, im Gegensatz zu Fleisch deutlich weniger Eiweiße enthalten, war das Eiweißangebot niedriger als heute. Fleischgerichte kamen meist nur ein mal pro Woche als "Sonntagsbraten" auf den Tisch und da 1950 die tägliche Milchleistung einer Kuh bei durchschnittlich 4,5 Litern lag (heute beträgt sie das Sechsfache davon und genmanipulierteTurbokühe sind im Vormarsch), erfolgte auf diesem Weg auch keine nennenswerte zusätzliche Eiweißzufuhr. Von der Osteoporose wurde zu dieser Zeit nicht geredet. Die Zahl der Erkrankungen nahm später im gleichen Umfang zu, wie sich der Eiweißverbrauch steigerte. Tägliche Fleischgerichte und Unmengen an Milch und Milchprodukten sind heute (fast) die Regel.

China –Kuhmilch – Osteoporose - Eiweißkonsum

In China war Kuhmilch bis etwa 1990 unbekannt. Deutschland und Neuseeland exportierten etwas später verhältnismäßig geringe Mengen Milchprodukte,( für Touristen) in das Reich der Mitte. Ein Chinese schüttelte sich vor Ekel beim Anblick und Geruch von Käse, und Joghurt wurde abgelehnt, weil er Durchfall auslöste. Man ernährte sich, wie Anfangs des Jahrhunderts in Deutschland auch, vegetarisch. Mahlzeiten bestanden überwiegend aus Reis oder Teigwaren und ein paar gedämpften Gemüsestücken. Hungersnöte traten sporadisch auf. Das erklärt auch die chinesische, dem deutschen Gruß "Guten Tag" entsprechende Grußfloskel: "Nihau". Wörtlich übersetzt bedeutet sie: "Du gut" oder "Hast du heute schon gegessen". Nach damaligen amtlichen Statistiken gab es in China keine Osteoporose. Heute ist China Milchproduzent, die Chinesen müssen Kuhmilch trinken lernen (!), und vermutlich werden sich statistische Anpassungen an den Westen ergeben.

Andere Länder, andere Zahlen

Überall auf der Welt, wo "Schmalhans Küchenmeister" ist, ernährt man sich zwangsläufig überwiegend pflanzlich und von gerade ebenso erschwinglichen Kohlenhydraten. Osteoporose kommt dort fast nicht vor. Die Zahl der Erkrankungen steigt mit zunehmender Wohlhabenheit und erreicht "Spitzenwerte" bei den Angehörigen der reichen Industrienationen. Das allein sollte Hinweis darauf sein, die Verwendung von Eiweiß einzuschränken.

Noch etwas

Sollten Rückenschmerzen etc. mit dem Bestehen einer Osteoporose begründet werden, sollten Sie daran nicht unbedingt glauben, denn osteoporotische Veränderungen machen keine Schmerzen. Die Ursachen für die Beschwerden müssen woanders gesucht werden. Eine sehr große Proteinquelle ist die Milch und ihre Produkte. 

Klaus_Radloff, am 22.10.2009
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