Picassos Kunststil und Ausdrucksweise berührt seine Betrachter emotional

In sich hat Pablo Picasso ein Ventil gefunden, welches ihm erlaubt, sein Denken und Fühlen ungefiltert auf die Leinwand zu bringen. Kaum ein anderer Künstler ist in der Lage, persönliche Eindrücke so in Kunst umzusetzen wie er.

Psychiater wissen, dass das Visuelle die urzeitliche Sprache des Gehirns ist, weshalb es folglich zum Urbedürfnis des Menschen gehört, sich in bildlicher Art und Weise auszudrücken. An Picassos Kunstwerken ist dieses Bedürfnis eindeutig zu erkennen, wobei es ebenso erstaunlich ist, dass Betrachter auf der ganzen Welt sich von den Bildern des Malers berührt fühlen. Picasso hat es geschafft, das Unterbewusste des Menschen unmittelbar anzusprechen.

Weshalb Picasso so außerordentlich kreativ war

Da kreative, vor allem aber superkreative Menschen, im Gegensatz zu künstlerisch unbegabten Personen, auf einen enormen Informationsgehalt zugreifen können, sind sie imstande, daraus neue Gedankenkombinationen zu bilden. Aufgrund der vorangegangenen übermäßigen Flut von Eindrücken nimmt das Gehirn eines Superkreativen alles ungefiltert auf, wodurch Wichtiges und Unwichtiges nicht mehr unterschieden werden kann. Da dies einer Überlastung des Gehirns gleichkommt, kann es unter Umständen zu einer psychischen Störung kommen – beispielsweise Schizophrenie.

Mit Sicherheit war Picasso nicht psychisch krank, doch klar ist, dass die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn äußerst schmal ist. In jedem Falle aber kommt es im Gehirn der Superkreativen zu einer überaus weitreichenden Vernetzung der Neuronen, bei der das Gedächtnis stark beteiligt ist – schließlich stehen Kreativität und Erinnerungen in sehr engem Zusammenhang. Folglich besteht das Gedächtnis eines Genies aus Wissensbündeln, sogenannten Chunks, die es erlauben, Unmengen gespeicherten Wissens zu organisieren. Und durch das Verlagern des Langzeitgedächtnisses in den Arbeitsspeicher des Hirns, ist der Zugriff auf unbewusstes Wissen gegeben. Dies war auch bei Picasso der Fall, denn seine Bilder entstanden zumeist ganz von allein – seine jeweilige Gefühlslage, verursacht durch die unbewusste Wissensvielfalt, erzeugte ein sofortiges Übertragen auf die Leinwand. Er malte ohne bewusst zu denken.

Menschen, die Picassos Kunst betrachten, spüren also haargenau das, was die Werke in ihrem tieferen Sinn aussagen, da deren Unterbewusstsein gezielt angesprochen wird. Somit gelang es Picasso durch den unverwechselbaren Stil seiner Form- und Farbgebung, den Betrachtern etwas spüren zu lassen, das sich nicht in einfache Worte fassen lässt – nämlich verborgene Gefühlswelten.

Picasso war in seiner künstlerischen Tätigkeit flexibel

Als Künstler schuf Pablo Picasso mehr als 15.000 Werke. Hauptsächlich beschäftigte er sich mit der Malerei, doch ebenso entwarf er Skulpturen, wirkte an Buchillustrationen mit, gestaltete Gebrauchsgrafiken und sogar Bühnenbilder. Weiterhin verfasste er mehrere Gedichte und Bühnenstücke. Ohne Zweifel war der spanische Künstler ein Multitalent.

Auch kann Picasso als Erfinder der Performance-Kunst gelten, da er schon 1949 mit einer Taschenlampe interessante Figuren in der Luft zeichnete und sich dabei filmen und fotografieren ließ.

Das schöpferische Potenzial Picassos

Um seine Kreativität zu steigern, spielte der Konsum von Absinth mit Sicherheit eine tragende Rolle - schließlich ist Picasso als Genießer der Wermutspirituose bekannt. Doch wirkliches künstlerisches Talent ist zum Teil angeboren und muss gefördert werden. Ebenso ist Kreativität erlernbar.

Dass in Picasso jedoch Großes steckt, wusste seine Mutter schon sehr früh. Sie meinte einst zum jungen Pablo: "Wenn du Soldat wirst, wirst du zum General werden. Und wenn du Mönch wirst, wirst du zum Papst werden." Picassos späterer Kommentar: "Stattdessen habe ich es als Maler versucht, und bin Picasso geworden."

Am 8. April 1973 verstarb Picasso in Mougins, Frankreich. Er hinterließ der Nachwelt Werke, die später bedeutenden Einfluss auf die Kunst der Moderne hatten.

Einige Gemälde von Picasso

  • Das Leben (1903)

  • Junge mit Pfeife (1905)

  • Die Gaukler (1905)

  • Les Demoiselles d'Avignon (1907)

  • Die Lektüre (1932)

  • Guernica (1937)

write-x, am 25.11.2013
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