Ursprünglich stammt der Absinth als Destillat aus der Schweiz, wo er als Heiltrank zur Anwendung kam. Als Genussmittel wurde er aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich bekannt, wo er traditionell mit Wasser vermengt konsumiert wurde.

Verbot und Legalisierung von Absinth

Da man dem Thujon, ein ätherisches Öl des Wermutkrautes, zuschrieb, erhebliche Gesundheitsschäden zu verursachen, wurde das Getränk zwischen 1910 und 1920 in den USA sowie in vielen Staaten Europas verboten. In der Tat ist Thujon ein Nervengift, das Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Depressionen, Krämpfe und Blindheit verursachen kann, doch moderne Studien haben gezeigt, dass bei niedrigem Thujongehalt keine Gefahr besteht.

Aus diesem Grunde wurde Absinth seit 1998 in den meisten europäischen Ländern wieder zugelassen – mit der Auflage, den Thujongehalt auf 35 Milligramm je Liter zu reduzieren. Auch die Schweiz darf die Wermutspirituose seit 2005 wieder herstellen und verkaufen.

Die berauschende Wirkung des Absinth

Aufgrund der berauschenden Wirkung, die dem Cannabisrausch ähnelt, war Absinth damals vor allem bei Künstlern sehr geschätzt, da die Kreativität enorm angeregt wurde. Überzeugte Absinthtrinker waren beispielsweise Charles Baudelaire, Vincent van Gogh wie auch Pablo Picasso. Der Rauschzustand wird vorwiegend durch das ätherische Öl Thujon hervorgerufen, welches eine molekulare Ähnlichkeit zum THC (Tetrahydrocannabinol), dem Wirkstoff der Hanfpflanze, aufweist. Deshalb unterscheidet sich die Wirkung des Absinths von anderen alkoholischen Getränken. Da der Thujongehalt in der heute erhältlichen Wermutspirituose sehr gering ist, kommt es in diesem Sinne allerdings nur zu einem latenten Rausch.

Trinkweisen des Absinth

Absinth ist eher ein Getränk für Genießer, weshalb es im Normalfall nicht pur konsumiert wird. Dies sollte man auch nicht unbedingt tun, weil die Schleimhäute durch den zumeist hohen Alkoholgehalt geschädigt werden. Die Bitterspirituose wird folglich verdünnt, mit Wasser gemischt – üblicherweise 1 Teil Absinth und 3 bis 5 Teile Wasser. Dadurch wird die Mixtur milchig, was die Folge der schlechten Wasserlöslichkeit des ätherischen Öls Anethol im Fenchel und Anis ist.

  • französische Trinkweise

Die auf dem Absinthlöffel befindlichen Zuckerwürfel (1 oder 2) werden vorsichtig, am besten Tropfen für Tropfen, mit eiskaltem Wasser beträufelt, woraufhin sich der Zucker verflüssigt und durch den Löffel hindurch in den Absinth gelangt. Nachdem sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, wird das Gemisch vorsichtig umgerührt und kann genossen werden.

Bei Kennern kommen für das Beträufeln spezielle Absinthfontänen zum Einsatz.

  • tschechische Trinkweise

Die jeweils benötigten Zuckerwürfel werden zunächst mit dem Absinth durchtränkt und anschließend angezündet. Sobald der Zucker karamellisiert ist, wird er nach dem Löschen der Flammen ins Glas getan. Es sollte darauf geachtet werden, den noch brennenden Zucker auch tatsächlich zu löschen, da der Alkohol sich bei Kontakt sonst entzünden kann.

Diese Zubereitungsmethode entstand in den 1990ern, hat keinen traditionellen Hintergrund und wurde von den Produzenten als Trinkritual nur ins Leben gerufen, um Verkäufe anzukurbeln.

  • schweizer Trinkweise

Diese Methode ist sehr simpel, da der Absinth hier nur mit eiskaltem Wasser gemischt wird. Das Nichtverwenden des Zuckers hängt damit zusammen, dass der damalige Absinth schweizerischer Herstellung von Natur aus nicht so bitter war.

Wichtige Utensilien für Genießer von Absinth

  • Absinthgläser

  • Absinthlöffel

  • Karaffen

  • Absinthfontäne

Natürlich darf der Wermutstropfen ansich nicht fehlen - Absinth der besseren Qualität kann man für ab zirka 20 bis 25 Euro je 0,7 Liter in Fachgeschäften oder über diverse Onlineshops erwerben. Und richtig guter Absinth kann bis zu 80 Euro kosten.

Anmerkung: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und soll niemandem dazu animieren, einem übermäßigen Alkoholkonsum zu verfallen.

write-x, am 25.11.2013
1 Kommentar Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Autor seit 9 Jahren
246 Seiten
Laden ...
Fehler!