Hospiz - Leben und Sterben in Würde - Durch Palliativmedizin schmerzfrei leben

Die Menschen werden in unserer Zeit sehr viel älter, als noch vor 40 oder 50 Jahren. Dieser Umstand führte auch zu einem Umdenken in der Medizin, der Politik und der gesamten Gesellschaft. Vor allem die Medizin wird vom Gedanken geleitet, menschliches Leben möglichst lange zu erhalten bzw. zu verlängern und viele Mediziner aber auch Politiker haben Angst davor, ein falsches Zeichen zu setzen, würden sie lebensverlängernde Maßnahmen unterlassen. Die Möglichkeiten der Medizin sind vielfältig und werden von den Ärzten genutzt, dabei allerdings werden sie immer wieder auch mit ethischen und rechtlichen Grauzonen konfrontiert.

Familien begegnen dem Tod immer seltener

Gehörte das Sterben eines Menschen früher fast zum Alltag, so kommen Familien heute nur noch selten mit dem Tod eines Angehörigen oder Freundes in Berührung. Dies hat unter anderem zur Folge, dass sich der Mensch immer seltener mit diesem Thema auseinandersetzen muss. Zudem ist der Tod heute fast ein Tabu-Thema, denn wer sich Gedanken darüber macht, müsste sich auch mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen. Auch die Pflege eines Sterbenden wird heute sehr oft nicht mehr von Familienangehörigen selbst übernommen, sondern an Pflegedienste, Altenheime oder Krankenhäuser abgegeben.

Das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung, Fürsorge und würdevollem Sterben

Seit vielen Jahren wird versucht, ein Gleichgewicht zwischen der ärztlichen Pflicht, Leben zu erhalten und der von vielen Patienten eingeforderten und ihnen zustehenden Selbstbestimmung herzustellen. Dabei steht als oberste Pflicht die Bemühung, dem Menschen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Der Erfolg dieser Suche nach einem solchen Gleichgewicht sind die inzwischen sehr zahlreichen Palliativstationen in vielen Kliniken, ambulante und stationäre Hospize und die sehr viel bessere Ausbildung der Fachkräfte im Ärzte- und Pflegebereich. Zwar gibt es heute eine große Zahl von Ärzten, die sich auf die Palliativ-Medizin spezialisiert haben, aber gerade in diesem Bereich muss wohl noch weiter an Fortschritten gearbeitet werden.

Palliativstationen in München

Das Bestreben, einem schwerkranken Menschen ein würdevolles Sterben in einem guten Umfeld zu ermöglichen, hat in München zur Schaffung zahlreicher Einrichtungen geführt. So gibt es im Klinikum Großhadern, in den Kliniken Harlaching, Neuperlach und Schwabing sowie im Krankenhaus der barmherzigen Brüder München ausgewiesene Palliativstationen. Hier wird versucht, schwerkranken Patienten durch spezielle Schmerztherapien soweit zu helfen, dass sie trotz Krankheit so schmerzfrei wie nur möglich leben können. Dabei wird einerseits großer Wert auf eine funktionierende Kommunikation zwischen Ärzten, Patienten, Pflegekräften und Angehörigen gelegt, andererseits steht die Dokumentation des Krankheits- und Pflegeverlaufes im Mittelpunkt. Eine solche Dokumentation beinhaltet nicht nur die getroffene Behandlungsentscheidung, sondern auch das Therapieziel sowie eine Notfallplanung. Sinn solcher Dokumentationen ist die Beachtung und Umsetzbarkeit der Behandlung im Alltag.

Hospize in München

Für Betroffene, die trotz schwerer Krankheit solange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben möchten, gibt es mehrere ambulant pflegende Hospizdienste in München. Je nach Wohnort des Patienten stehen der Caritas Ambulanter Hospizdienst am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder München, der Christophorus Hospiz Verein e.V., der Hospizdienst Da-Sein e.V. oder der Hospizverein Ramersdorf-Perlach e.V. zur Verfügung. Diese ambulanten Hospizdienste unterstützen die pflegenden Angehörigen weitestgehend und versuchen auf diese Weise für Entlastung zu sorgen.

Für schwerkranke Patienten, die aufgrund des Krankheitsverlaufes und einer dadurch notwendig gewordenen ärztlichen Versorgung nicht mehr in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, gibt es in München stationäre Hospize. Im Christophorus Hospiz München oder im Johannes-Hospiz der Barmherzigen Brüder stehen insgesamt 28 Betten zur Verfügung, um Patienten auf dem letzten Wegstück ihres Lebens zu begleiten und sowohl ärztlich als auch pflegerisch zu betreuen.

Hospizbewegung ist deutschlandweit engagiert

Einrichtungen, die sich auf die besonderen Bedürfnisse von Sterbenden spezialisiert haben, gibt es aber nicht nur in München, sondern bundesweit. Der deutsche Hospizverein ist Anlaufstelle für alle Fragen im Bezug auf Hospizdienste für Erwachsene, Kinderhospize, Sterbebegleitung und dem großen Bereich der Palliativmedizin.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt oder Psychotherapeuten - nicht ersetzen kann

Autor seit 5 Jahren
207 Seiten
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