Sehenswertes

Die römisch-katholische Kathedrale St. Peter und Paul wurde schon in spätrömischer Zeit begründet. Mit den Bauarbeiten der romanischen Basilika wurde 1064 begonnen. Im Mittelalter entstanden zwei Türme und die gotischen Seitenkapellen. Unter türkischer Herrschaft von 1543 bis 1686 verfiel das Gotteshaus. Danach wurde es in verschiedenen Stilen wieder aufgebaut. 1807 wurde die Kirche dann nach Entwürfen von Mihály Pollack klassizistisch umgestaltet und die zwölf Apostelfiguren von Mihály Bartalits an der Fassade angebracht. Der heutige neoromanische Dom entstand zwischen 1882 und 1891 nach den Plänen des Wiener Dombaumeisters Friedrich von Schmidt.

Östlich der Kathedrale grenzt das 1780 erbaute Gebäude des bischöflichen Kapitels an den Domplatz. Darunter befinden sich die Krypta des Bistums und des Domkapitels. Das schmiedeeiserne Tor der Krypta ist ein bemerkenswertes Denkmal aus der Rokoko-Zeit. Westlich vom Dom steht die bischöfliche Residenz am Domplatz. Ihre heutige Form entstand um 1870. In der südlichen Ecke des Palastes steht die Statue von Franz Liszt. Am südlichen Rand des Domplatzes steht seit 1891 die Statue von Bischof Ignác Szepesy.

Die Kirche auf dem Széchenyi-Platz ist das architektonische Symbol der Stadt. Nach der osmanischen Besetzung 1543 wurde die vorhandene gotische Pfarrkirche abgerissen und an ihre Stelle die "Moschee des siegreichen Paschas Gasi Khassim” gebaut. Sie ist das größte erhalten gebliebene Denkmal osmanischer Architektur in Ungarn. Am Ende des 17. Jahrhunderts ließ der Jesuiten-Orden das Gebäude in eine christliche Kirche umbauen. 1780 erhob Maria Theresia Fünfkirchen zu einer freien königlichen Stadt. Seitdem ist die ehemalige Moschee die römisch-katholische Pfarrei der Innenstadt.

Die Moschee des Pascha Jakowali Hassan entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Nach der Vertreibung der Türken wurde der Bau von 1702 bis 1732 als Kapelle genutzt. Im 20. Jahrhundert wurden bei einer Restaurierung spätere Ergänzungen entfernt. Im Innern befindet sich heute eine Kunstausstellung.

Im Süden des Széchenyi-Platz steht die Kirche der Barmherzigen Brüder. Ihre Fassade im Stil der Neo-Renaissance und das Gebäude der daneben stehenden Apotheke entstanden 1891 nach Plänen von Johann August Kirstein.

 

 

 

Das "Ungarische Nationaltheater” wurde 1895 nach den Plänen des Architektenduos Anton Steinhardt aus Budapest und Adolf Lang aus Prag erbaut. Adolf Lang entwarf auch das Rathaus am Anfang der Király Straße.

Das Vasváry-Haus gehörte der deutschstämmigen Famile Traiber. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es in ganz Ungarn zu einer sprachlichen und kulturellen Assimilation des deutschsprachigen Bürgertums. Das belegt auch der neue ungarische Name Vasváry der Familie an der Attika-Wand des Hauses.

 

 

 

In Fünfkirchen wurde 1985 die erste Zivilorganisation der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, der "Kulturverein Nikolaus Lenau". Der Verein möchte den Ungarndeutschen helfen, ihre Identität zu stärken und die deutsche Sprache zu gebrauchen sowie die Volksbräuche zu pflegen. Dann will er eine kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Ungarn sein. Das Lenau-Haus ist der Sitz des Vereins- Es wurde zwischen 1987 und 1989 mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland erbaut. Im Garten des Hauses steht eine Büste von Nikolaus Lenau. Die schuf der Bildhauer Jenő Hanzely 1972 in der Zsolnay-Manufaktur. Im Hof steht auch ein Werk des Fünfkirchener Bildhauers Ferenc Trischler mit dem Titel "Die Vertreibung der Ungarndeutschen”.

Die nach 1840 rasch wachsende jüdische Gemeinde von Fünfkirchen baute die Synagoge zwischen 1865 und 1868 im sogenannten "romantischem Stil". Die Architekten waren Leopold Kauser, Friedrich Feszl und Karl Ferster. Sie wird auch heute noch als Kultusgebäude genutzt.

Wirtschaft

Pécs ist das Zentrum einer Industrieregion. In der Umgebung wurden Kohle und Uranerz gefördert. Bis heute sind Unternehmen der Leder- und Keramikindustrie sowier Elektronikunternehmen in der Stadt aktiv. Eine Brauerei und ein Zigarettenhersteller runden die Industrie ab.

Weithin bekannt ist die Keramikindustrie in Pécs. Das wichtigste und bekannteste Unternehmen erwarb Miklos Zsolnay 1852. Dieses Werk am Rande der Stadt entwickelte sich zu einer weltweit bekannten Porzellanmanufaktur. Bis heute werden auf dem Werksgelände keramische Erzeugnisse hergestellt. Historische Belege der Erzeugnisse sind im Zsolnay-Museum in Pécs und auf einigen Dächern und Fassaden in der Stadt zu bewundern.

Geschichte von Pécs

Pécs ist eine der ältesten Städte Ungarns und war bereits in vorgeschichtlicher besiedelt. Unter dem Namen Sopianae war sie seit dem dritten Jahrhundert eine bedeutende Stadt der römischen Provinz Pannonien. Später wurde sie Quinque Ecclesiae, also "fünf Kirchen", genannt. Daraus entstand dann der deutsche Stadtname Fünfkirchen.

Pécs ist seit 1009 bischöflicher Sitz. Bereits seit dem 13. Jahrhundert gibt es in der Stadt deutschstämmige Einwohner. 1367 wurde in Fünfkirchen angeregt von Bischof Wilhelmus, die erste Universität des Landes durch König Ludwig dem Großen gegründet.

1543 geriet die Stadt unter osmanische Herrschaft. Unter dem Kommando von Ludwig Markgraf von Baden eroberten kaiserliche österreichische Truppen 1686 Fünfkirchen und die Region bis zur Drau zurück. Im 18. Jahrhundert wurde Fünfkirchen neu aufgebaut. Vor allem Familien aus deutschen und österreichischen Landen siedelten sich hier neu an. Es entstand eine katholische Stadt mit vielen Nationalitäten. Deutsche, Ungarn und Kroaten bildeten die größten Volksgruppen.

Zu einem wirtschaftlichen Aufschwung kam es durch die Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die ließ für ihre nötige Dampfschiffe Steinkohle im Mecsek-Gebirge fördern.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schufen deutsche und österreichische Architekten die privaten und öffentlichen Gebäude, die das Stadtbild bis heute prägen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt zum Zentrum der deutschsprachigen Minderheit. An der Pädagogischen Hochschule gab es seit 1957 eine Ausbildung für Deutschlehrer. Seit 1985 ist in Fünfkirchen die erste eingetragene Zivilorganisation der Ungarndeutschen, der Kulturverein Nikolaus Lenau, aktiv. 1994 entstand das Ungarisch-Deutschsprachige Schulzentrum. Das führt seit 2005 den Namen der Dichterin Valeria Koch.

2010 war Fünfkirchen gemeinsam mit Essen und Istanbul die Kulturhauptstadt Europas.

Mehr zum Thema

  • Wilhelm Droste und Éva Zádor: Pécs: ein Reise- und Lesebuch. Verlag Arco, Wuppertal 2010, ISBN 978-3-938375-35-8
  • Konrad Gündisch und Harald Roth: Fünfkirchen/Pécs. Geschichte einer europäischen Kulturhauptstadt. Verlag Böhlau, Wien 2010, ISBN 978-3-205-78438-8
Autor seit 6 Jahren
230 Seiten
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