Pferdeleckerli - wozu eigentlich?

Pferde lieben Leckerli, Menschen auch. Menschen lieben wohl meist die Reaktion ihres Pferdes: Liebe geht durch den Magen. Der Liebe willen könnte man jedoch auch Karotten oder Äpfel nehmen. Doch, wenn es um Belohnungen geht, ist der Einsatz von Obst und Gemüse limitiert. Belohnt werden muss zeitnah, sodass das Pferd augenblicklich weiss, welche Verhaltensweise ihm jetzt das Leckerli beschert hat. Und wer möchte schon bei der Arbeit mit dem Pferd die Taschen voller Äpfel und Karotten haben? Wer hat überhaupt so große Taschen? Und wie abgelenkt wäre denn das Pferd, wenn Karotten aus der Hosentasche ragen?

 

Will da jemand ein Leckerli?

Will da jemand ein Leckerli? (Bild: kudybadorota/pixabay)

Pferdekekse oder -Guetzis wie man bei uns sagt, sind wirklich praktisch. Klein, handlich und trocken passt eine größere Menge in die Hosen- und Jackentaschen ohne sie zu durchweichen. Doch wie viel Geld geben wir eigentlich für Leckerli aus und wofür?

Pferdeleckerli kosten meist zwischen 2,50 und 7 Euro pro Kilogramm. Nehmen wir als Beispiel eine Mischung, die ich für 3,49 Euro gefunden habe: Die Leckerli bestehen vor allem aus Wiesenheu. 3,49 für ein kg gepresstes Heu in einem Plastiksackerl bei Heupreisen von 20 Cent pro Kilogramm? Doch bei diesen Leckerli haben wir noch Glück, denn wir erfahren, was wir füttern. Ein Konkurrenzprodukt mit dem Titel "Apfel-Leckerli" besteht nach den Angaben auf der Packung aus "hochwertigen natürlichen Komponenten". Erst durch eine Recherche im Internet erfahren wir, was diese Komponenten sind: Mais, Dextrose, Süßmolkepulver, Palmfett, Dicalciumphosphat, Claciumcarbonat. Echt jetzt? Industriell gefertigter Zucker (Dextrose) und Palmfett, das für Menschen als gesundheitlich bedenklich gilt, als Pferdefutter? Und wo sind die Äpfel? Da kann ich meinem Pferd gleich Gummibärchen füttern, die mag es nämlich auch.

Vielleicht liegt es daran, dass Pferdekekse immer so schnell weg sind, dass wir meist gar nicht so genau schauen, was wir da eigentlich füttern.

Bei diesen Pferde-Leckerli darf man hinschauen. Sie sind transparent in ihren Inhaltsstoffen und nicht in Plastik verpackt. Die Pferdeguetzis von Animalone sind nach eigenen Angaben nicht nur für Pferde und Ponys, sondern auch für Einhörner geeignet.

Pferdeleckerli selber machen

Wer genau wissen will, was in den Pferdekeksen steckt und darüber hinaus Geld und Abfallmaterial sparen will, kann Pferdeleckerli ganz einfach selber machen. Die Basis der meisten Rezepte bilden Haferflocken. Haferflocken kann man im Reformhaus um 7 Euro pro Kilo erstehen, alternativ im 25 Kilo Sack als Futterhaferflocken um 85 Cent pro Kilo. Ähnliches gilt für andere Zutaten: Auch Karotten werden als Futter verkauft, Äpfel und Birnen müssen nicht makellos sein. Fallobst ist völlig ok. Hier gibt es wirklich einmal eine Möglichkeit, Lebensmittel zu retten.

Die Haferflocken werden mit Flüssigkeit (zum Beispiel Rübensirup oder Rote Beete Saft) zu einem dicken Brei verknetet, zu Kügelchen geformt und dann im Backrohr getrocknet. Alternativ kann man die ganze Paste auf ein Blech drücken und nach dem Trocknen einfach in Stücke schneiden. Verschiedene Geschmäcker ergeben sich durch den Zusatz von Äpfeln, Birnen, geriebenen Karotten oder Kräutern. Auch überreife Bananen lassen sich in Pferdekekse verarbeiten, hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

 

Mein Lieblingsrezept, da es so simpel ist:

700 g Apfelmark

700 g Haferflocken

70 g Leinsamen gerschrotet

Alle Zutaten werden in einer Schüssel geknetet, bis eine formbare Masse entsteht. Dann die Masse 30 Minuten ruhen lassen, damit die Weizenkleine quellen kann und auf ein mit Backpapier belegtes Blech drücken. Bei 150 Grad ca. 15 Minuten backen und in Stücke schneiden. Die Stücke dann noch einmal 15 Minuten backen. (Wenn sie fertig sind, lassen sie sich nicht mehr schneiden).

 

 

Tipp aus der Praxis

Selbst gebackene Pferdekekse sind nicht so akurat gepresst wie gekaufte. Wer die Jacken- und Hosentaschen also nicht ständig voller Krümel haben will, legt sich besser einen Leckerli-Beutel zu, der am Gürtel befestigt werden kann.

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