Pueblo (Bild: Dieter Schütz / pixelio.de)

Die Erfindung des Mörtels bildete den Höhepunkt der Bautechnik

Einige Steinhausdörfer waren bereits verlassen, als die Spanier dort eintrafen. Heute weiß man, dass die Baukunst der "Pueblos" sehr alt ist. Sie wurde vor rund zweitausend Jahren entwickelt. Ihre Blütezeit lag zwischen 900 und 1300 nach Christus. Anfangs mauerten die Indianer ohne Mörtel, wie es in Europa beispielsweise auch die Kelten machten. Später schmierten sie Lehm zwischen die aufeinandergeschichteten Steine einer Mauer. Den Höhepunkt ihrer Technik erreichten sie mit der Erfindung des Mörtels, den sie Adobe nannten. Er bestand aus einem Gemisch von Lehm, Sand und Stroh und wurde in der Sonnenhitze steinhart.

Die Indianer bauten ihre Häuser eng aneinander und miteinander verschachtelt. Dazu wurden zunächst im Umriss des neuen Raums breite, aber möglichst flache Steine hochkant aneinandergereiht. Dahinter richteten die Indianer in der Wandlinie ein Gerüst gleichlanger Holzpfähle senkrecht auf. Diese Pfähle wurden oben durch quergelegte Pfähle so verbunden, dass eine Art Deckengitter entstand. Diese Deckengitter dichteten die Indianer mit Reisig, Schilf oder mit Sonnenblumenstängeln ab.

Auf diese erstaunlich schwache Holzkonstruktion wurden immer neue dünne Lagen des primitiven Lehmmörtels gestrichen. Jede Schicht ließ man durch die Sonne härten, bevor die nächste Lage aufgetragen wurde. Damit fuhr man solange fort, bis eine etwa meterdicke Decke entstanden war. Sie trug sich durch ihre eigene Spannung und wurde so fest, dass sie betreten werden konnte.

Die Anordnung der Häuser ersparte den Bau einer Stadtmauer

Der Grund für diese Bauweise lag darin, dass sich ein Teil des Lebens der Pueblo-Indianer auf dem Flachdach abspielte. Es war der Freiraum, den die Menschen außerhalb der häuslichen vier Wände so dringend brauchten. Darüber hinaus bildeten die Flachdächer der Pueblos die Verbindung von Wohnung zu Wohnung. Die Wabenhäuser wurden fast immer einen Hang hinauf gebaut. Die höher gelegenen Wohnungen waren nur von der untersten aus zugänglich. Dieser Sicherheitsfaktor ersparte den Bau einer Stadtmauer. Denn selbst wenn ein Feind in die unten gelegene Wohnung eindrang, war er noch lange nicht im Besitz des ganzen Ortes. Die nächsthöhere Wohnung konnte von der untersten nur über eine Leiter betreten werden, die auf die Dachterrasse führte. Man brauchte also nur die Leiter wegzuziehen, damit der Weg nach oben abgeschnitten war.

Um den Raum abzuschließen, wurden in seinem Innern wieder große flache Steine hochkant gegen die Wandpfähle gelehnt. Den Raum zwischen der äußeren und inneren Steinreihenwand füllten die Indianer mit Lehmmörtel. So entstand ein Steinsockel, auf dem man außen und innen weitere Lagen kleiner Steinbrocken aufmauerte, bis die überstehende Decke erreicht war. Walpi, ein Dorf der Hopi-Indianer besteht aus unbehauenen Steinen. Es wurde noch ohne Adobe gemauert und lehnt sich in Terrassen an einen Berghang. Der "Benito-Pueblo" wurde vor mehr als 600 Jahren gebaut. Heute ist die halbkreisförmige Anlage zerfallen und unbewohnt. Welches Volk sie erbaut hat, weiß man nicht.

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