Bestimmung der Sehstärke

Zu Beginn steht selbstredend die Feststellung Ihrer Sehstärke. Dieser Wert wird bekanntlich in Dioptrien gemessen. Bei einer Kurzsichtigkeit bewegen sich diese Zahlen meist im Minusbereich, bei einer Weitsichtigkeit hingegen im Plusbereich.

Doch was bedeutet "kurzsichtig" oder "weitsichtig" in Hinblick auf die Anatomie der Augen? Während im Falle einer Kurzsichtigkeit die Linse so geformt ist, dass durch die unterschiedliche Brechung des Lichts das Bild vor der Netzhaut entsteht, ist es bei der Weitsichtigkeit umgekehrt so, dass es hinter der Netzhaut gebildet wird. Dadurch werden entweder weit entfernte (bei Kurzwichtigkeit) oder nahe gelegene Dinge (bei Weitsichtigkeit) nur unscharf fokussiert. Liegt zusätzlich noch eine Hornhautverkrümmung vor, welche natürlich auch separat auftreten kann, beeinträchtigt das die Sehkraft weiterhin.

Im Laufe eines Lebens können sich die Dioptrien Ihrer Augen verändern, weshalb es Sinn macht, als von einer Fehlsichtigkeit Betroffener spätestens alle paar Jahre Ihre Sehkraft mittels einem Sehtest kontrollieren zu lassen. Insbesondere dann, wenn Sie an sich selbst merklich angestiegene Sehschwächen feststellen, sollten Sie Ihre Augen in einem Sehtest testen lassen. Gerade als Verkehrsteilnehmer und erst Recht für Autofahrer ist gutes Sehen von essentieller Bedeutung! Sie können den Sehtest entweder beim Augenarzt machen, welcher Ihnen bei Bedarf dann eine neue Brille verschreibt, oder direkt und meist ohne einen Termin abzuwarten beim fachmännisch kundigen Optiker Ihres Vertrauens.

Vorteile einer Brille gegenüber Kontaktlinsen

Sicher: Auch Kontaktlinsen haben ihre Vorteile, insbesondere was die Optik betrifft. Heutzutage haben Sie die Wahl zwischen Tages-, Wochen-, Monats- oder gar Jahres-Kontaktlinsen und können manchmal sogar die Farbe bzw. das Design auswählen. Dennoch bleiben zwei wesentliche Nachteile bei diesen Linsen bestehen: 1. Regelmäßiges Wechseln und Pflege ist ein Muss! 2. Die Feinheiten der Handhabung, welche erst eingeübt werden muss. Kontaktlinsen, die nicht gut sitzen oder nicht rechtzeitig ausgewechselt und / oder (je nachdem, ob es sich um Einmal- oder Mehrfachlinsen handelt) gereinigt werden, können mitunter zu Beschwerden am empfindlichen Sehorgan führen.

Es spricht also einiges für die gute alte Brille, wobei diese heute nicht mehr unbedingt mit einer ansprechenden Optik im Widerspruch steht, da es sehr viele schöne und ggf. dezente Modelle gibt:

  • Der Brillenmarkt umfasst heutzutage viele modische Sehhilfen für jeden Geschmack und Gesichtstyp, von dezent akzentuierend bis bewusst auffällig.
  • Auch technisch hat sich in den letzten Jahrzehnten hierbei einiges getan. So ist etwa ein stark kurzsichtiger Mensch nicht mehr gezwungen, eine dicke Hornbrille zu tragen: Mittlerweile gibt es sehr effektive Glasarten, so dass auch Kunststoffgläser nicht automatisch extrem dick sein müssen. Zudem lässt sich die Optik durch eine ausgeklügelte Brillenform positiv beeinflussen.
  • Oft werden Brillengläser heute standardmäßig (d. h. ohne Aufpreis) mit Entspiegelung angefertigt. Zusätzlich ist es möglich, die Gläser selbsttönend zu bekommen, was empfehlenswert ist, sofern Sie sehr lichtempfindlich sind und / oder Auto fahren und damit eine etwaige Blendung durch die Sonne leicht reduzieren möchten. Die Tönung gibt es meist in grau oder braun, was beides fürs Sehen neutrale Farben sind.
  • Die kinderleichte Handhabung des Nasenfahrrads ist ein weiterer Vorteil. Es ist wohl jeder auf Anhieb in der Lage, eine Brille aufzusetzen. Sitzt sie noch nicht richtig, können Sie sie einfach einstellen (lassen). Für einen optimalen Tragekomfort sollten Sie vor dem Kauf verschiedene Modelle anprobiert haben, um das für Sie angenehmste zu wählen.
  • Eine Brille ist recht einfach zu pflegen, indem man sie erst anhaucht und dann mit einem sauberen Tuch abwischt. Mit einem parfümierten Brillenputztuch oder aber einem mit Wasser und Spüli gefüllten Ultraschall-Reinigungsgerät bekommen Sie sie sogar unter Garantie richtig blitzblank.

Welches Brillengestell passt zu mir?

Bei der Wahl eines Brillengestells sind drei Überlegungen wesentlich:

  1. Welche Form passt am besten zu Ihren Gesicht und gesamten Wesen?
  2. Welche Brille trägt sich am angenehmsten?
  3. Welche Farbe unterstreicht Ihre Augen optimal und positiv?

Das ist sicherlich auch eine Frage Ihres individuellen Geschmacks. Bei allen anderen Aspekten (wie einer passenden Optik und vor Allem der technischen Seite wie potentielle Dicke der Gläser usw.) berät Sie Ihr Fachmann umfassend.

meine neue BrilleAls Beispiel will ich hier kurz erläutern, nach welchen Kriterien ich - mithilfe der fachmännischen Beratung meines Optikers - meine aktuelle Brille ausgesucht habe.

Da ich stark kurzsichtig bin, es aber auch eine optisch leichtere / dünnere Brille sein sollte als meine vorherige, sollten die Gläser so gestaltet sein, dass sie insbesondere an den Rändern nicht zu dick werden.

Zweitens war mir der Tragekomfort enorm wichtig. Ich trage meine Brille den ganzen Tag; da sollte also nichts zwacken, umgekehrt aber auch nicht zu lose sein (was sich vom Optiker bei meiner Abholung leicht regulieren ließ). Nach einer naturgemäßen Zeit der Gewöhnung spüre ich sie beim Tragen nur noch, wenn ich bewusst darauf achte. Sie ist kein Fremdkörper, sondern fühlt sich angenehm und leicht an.

Des Weiteren sollte die Farbe zu meinen blau-grauen Augen passen. Ich finde, dies ist mit diesem metallischen violettrötlichem Gestell gelungen. Sie sieht für mein Empfinden schick und professionell zugleich aus.

Wodurch zeichnet sich ein guter Optiker aus?

  • Er berät Sie vom Anfang bis zum Schluss, und zwar umfassend. Auf Ihre Detailfragen weiß er eine fachkundige und verständliche Antwort.
  • Diese Beratung, ebenso wie der Sehtest, kosten Sie bei ihm kein Geld. Sie bezahlen erst etwas, wenn Sie eine Brille kaufen.
  • Kommt beim Sehtest heraus, dass Ihre Augen doch noch einwandfrei sind, dann sagt er Ihnen das auch. Niemals würde ein guter Optiker Ihnen eine Brille andrehen, wenn sie gar keine brauchen. In der Regel können Sie das im Verlauf des Sehtests auch selbst abschätzen, ob die Einschätzung des Fachmanns plausibel ist.
  • Ist ein Optiker seriös, dann wird er niemals versuchen, Ihnen irgendwelche Zusatzleistungen unterzujubeln, welche Sie gar nicht haben wollten. Zudem sucht er nicht die teuersten Gläser aus, auch wenn diese ihm vielleicht mehr Profit bieten, sondern die, die für Sie am Günstigsten und für Ihre Belange am Passendsten ist.
  • Für einen guten Optiker hört der Service nicht nach Erhalt Ihrer Bezahlung auf. So lange keine Ersatzteile benötigt werden, ist die Wartung (z. B. Nachstellen oder spezielle Reinigung) bei ihm idealerweise kostenlos.

Oder doch online kaufen?

Ein großer Nachteil des Onlinekaufs ist es, dass Sie die Brillen nicht unmittelbar anprobieren können. Und auch eine persönliche Beratung von Angesicht zu Angesicht ist hierbei nicht möglich. Zwar wird Ihnen der nette Servicemitarbeiter oder die nette Servicemitarbeiterin am Telefon oder per Email die wichtigsten allgemeinen Fragen zur Brille beantworten - eine Typberatung und Beratung über bestimmte individuelle Aspekte wird hierüber jedoch eher nicht stattfinden können.

Sollten Sie sich dennoch dafür entscheiden, Ihre Brille im Internet zu erwerben, dann lesen Sie bitte auch das Kleingedruckte des jeweiligen Shops. Gerade bei Brillen ist es wichtig, dass Sie bei Bedarf die Ware umtauschen können. Zudem sollte auch hier der Service inklusive Beratung, ggf. Reklamation sowie Nachsorge einwandfrei sein.

Ich persönlich würde höchstens Zweitbrillen, wie Lese- oder Sonnenbrillen, im Web kaufen. Für eine Brille, die ich ständig trage, wäre es mir zu riskant, und der Aufwand im Reklamationsfall einfach zu groß. Aber das müssen Sie für sich selbst entscheiden.

Ein wesentlicher Vorteil des Onlinekaufs ist auf jeden Fall, dass Sie dabei einiges an Geld sparen können, denn ein guter Optiker verlangt nun einmal etwas mehr, zumal ja auch der Leistungsaufwand für ihn größer ist.

Der Onlinekauf einer Brille empfiehlt sich meines Erachtens vor Allem dann, wenn Sie bereits eine ziemlich klare Vorstellung von der benötigten Sehhilfe haben, wenn Sie z. B. aus Erfahrung bereits wissen, welche Brillenform zu ihnen passt und welche spezifischen Bedürfnisse (Tönung gegen Blendung bei Lichtempfindlichkeit, Entspiegelung für Autofahrer etc.) Sie dabei haben, und worauf Sie persönlich im Gegenzug verzichten können. Haben Sie bereits so eine Vorstellung davon, werden Ihnen die Informationen in dem jeweiligen Shop sicherlich weiterhelfen und werden Sie gezielt etwaige unklaren Details noch nachfragen können.

Wenn Sie hingegen noch überhaupt keine Ahnung haben, empfehle ich zunächst einmal die individuelle Beratung. Später können Sie ja dann immer noch entscheiden, wo Sie die jeweils benötigte Brille kaufen möchten.

Hinweis zum Schluss

Dieser Artikel vereint Sachinformationen mit meinen individuellen Einschätzungen zu diesem Thema. Er ersetzt jedoch keineswegs den fachlichen Rat durch den Augenarzt und / oder den Optiker. 

Meine ersten Eindrücke mit der neuen Brille

Endlich wieder scharf sehen!

Autor seit 6 Jahren
112 Seiten
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