Der Glaube kann den Schmerz verringert (Bild: Ute Pelz /pixelio.de)

Das Gottesbild beeinflusst die Gesundheitswirkung - Wer an einen liebevollen Gott glaubt, profitiert davon

Glaube ist nicht gleich Glaube. Jede religiöse Gruppierung hat ein anderes Gottesbild. Manche Religionszweige gehen zum Beispiel von einem liebevollen Gott aus, während andere an ein strenges und strafendes Gottesbild glauben. Und genau dieses Gottesbild hat Einfluss auf den Gesundheitszustand. Dies zeigen unterschiedliche Untersuchungen verschiedener Forschungsgruppen. Der Psychologieprofessor Kenneth Pargament von der Bowling Green State Universität in Ohio stellte fest, dass sich der Glaube positiv oder negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Ein Mensch, der in ständiger Angst vor der Strafe seines Gottes lebt, neigt laut Pargament eher zu seelischen Störungen als Atheisten. Gläubige hingegen, die auf einen liebevollen Gott vertrauen, ziehen automatisch einen körperlichen und geistigen Nutzen aus ihrem Glauben. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sie seltener krank werden. Sie gehen lediglich mit ihren Erkrankungen anders um.

Der Glaube schützt aber nicht universell vor Krankheiten - Der Glaube hilft aber bei der Gesundung

In den USA wurden 65 Jahre lang 268 College-Absolventen immer wieder befragt und untersucht. Es zeigte sich hierbei, dass die gläubigen Probanden nicht seltener erkrankten als die Atheisten. Der Unterschied hierbei ging gegen Null. Allerdings zeigten andere Studien, dass religiöse Patienten  schneller von Krankheiten genesen. Möglicherweise mag dies damit zusammen hängen, dass sie anders mit ihrer Erkrankung umgehen und dadurch ihre Selbstheilungskräfte besser aktivieren können. Laut Pargament dürfte dies dann aber nur auf jene zutreffen, die an einen liebevollen Gott glauben. Auf jeden Fall schwenken Gläubige nach ihrer Gesundung häufiger auf einen gesunden Lebensstil um als der Durchschnitt. Diese Erkenntnis ist allerdings nicht wirklich überraschend, da religiöse Menschen sowieso seltener einem exzessivem Lebensstil frönen. 

Der Glaube lindert Schmerzen

Hirnforscher der Universität Oxford zeigten zwölf gläubigen Katholiken und ebenso vielen nichtreligiösen Menschen abwechselnd ein Marienbild und ein neutrales nichtreligiöses Bild. Nach jeder Betrachtung wurden den Versuchsteilnehmern spürbare Stromstöße verabreicht. Die Probanden wurden danach aufgefordert, die Stärke der Schmerzen beurteilen. Die Katholiken stuften nach dem Betrachten des Marienbildes die Schmerzen um etwa zehn Prozent geringer ein als die Atheisten. Außerdem war fast ausschließlich bei ihnen eine Hirnregion aktiv, welche schlechten Erfahrungen (in diesem Fall Schmerz) eine positive Bedeutung geben kann.

Samadhi I (Bild: Wei Ying-wu / AllPosters)

Glauben hilft nur, wenn man ihn lebt - Lippenbekenntnisse und Bibelkenntnisse reichen nicht aus

Der Glaube allein beeinflusst die Gesundheit aber noch nicht wirklich. Viel wichtiger ist es, dass man seine Religion auch auslebt. Das stellte zumindest die Universität von Columbia (USA) fest. Sie untersuchte hunderte von Studien über die medizinischen Auswirkungen des Glaubens. Im Endergebnis stellten die Wissenschaftler fest, dass reine Lippenbekenntnisse und der wöchentliche Kirchgang nicht ausreichen, um die Gesundheit positiv zu beeinflussen. Vielmehr müssen Grundsätze wie Nächstenliebe, ein soziales Miteinander und der Glaube an das Gute in der Wert aktiv gelebt und verinnerlicht werden.

 

Quellen

Stern: Körper und Psyche

Stern: Glaube und Gesundheit

Geo.de

Theologische Veröffentlichung

Forum Gesundheit.de

Langzeitstudie

Universität Columbia

Autor seit 5 Jahren
16 Seiten
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