Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden wurden im Jahr 2013 in Deutschland rundgerechnet 682. 000 Kinder geboren.Das waren 8 500 mehr Neugeborene als im Vorjahr. Obwohl die Tendenz zeigt, dass die Geburtenrate im Allgemeinen sinkt, wurden im Jahr 2013, 12.355 Mehrlinge geboren. 2010 nur11.838.
Statistisch gesehen ist demzufolge jedes 29. Neugeborene ein Mehrlingskind. Mediziner erläutern, dass dieser Anstieg vor allem auf die neuen Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin, der Hormonbehandlung und der künstlichen Befruchtung zurückzuführen ist.
Wie sie im Buch erklären, herrschte bis in 20.Jahrhundert hinein bei Wissenschaftlern die Meinung, dass Embryonen weder Schmerzgefühle noch ein Erinnerungsvermögen haben. Seit einigen Jahren können sich immer mehr Menschen an vorgeburtliche Befindlichkeiten erinnern. Manchmal leiden sie an Trennungsschmerzen, Schuldgefühlen oder Depressionen, die sich Fachleute nur mit einer unbewussten Sehnsucht nach einem vorgeburtlich verlorenen Geschwisterkind erklären können.

Was und wie sich der werdende Mensch erinnert

Die Autoren stellten fest, dass sich noch bis ins 21.Jahrhundert, auch bei Experten die Vermutung hielt, dass Föten und Embryonen keine Schmerzen oder Gefühle haben. Diese Behauptung wurde, so die Fachleute, durch Beobachtungen widerlegt. Auch fanden sich Menschen, die von vorgeburtlichen Ereignissen berichteten. Von Abläufen, die sie nach dem damaligen Wissen, nicht erfahren haben konnten.
Im Buch wird gezeigt, dass der Mensch verschiedene Arten von Gedächtnissen hat. Das Feldgedächtnis, das außerkörperliche- und das körperliche Gedächtnis. Das körperliche Gedächtnis schließt auch ein Gedächtnis der Haut ein. Über dieses erinnern sich viele Zwillinge. Die Autoren berichten, dass besonders junge Kinder von ihren vorgeburtlichen Erfahrungen so natürlich berichten als hätten sie gerade ein leckeres Eis genossen. Demnach haben Kinder schon vorgeburtlich "ein Elefantengedächtnis".

Nicht der Zwilling, sondern sein Körper verschwindet

Alfred und Bettina Austermann gehen im Buch auf die Gefühle von Zwillingen im Mutterleib ein. Wie diese gemeinsam hören, sehen und leben. Was sie empfinden, wenn eines der Kinder nicht mehr weiter leben kann. Besonders feinfühlig wird mit der Erklärung umgegangen, wohin der Körper verschwindet. Demnach werden einige Föten vom Körper der Mutter absorbiert, andere verhärten sich in der Placenta oder siedeln sich irgendwo in der Mutter oder auch im übrig gebliebenen Kind an.

Was muss getan werden um im Leben zu stehen?

Es gibt Zwillinge die mit der besonderen Situation am Beginn ihres Lebens nicht fertig werden können. Sie leben nach ihrer Geburt nicht wirklich im Hier und Jetzt und eine glückliche Partnerschaft und einen kontinuierlichen beruflichen Erfolg verwehren sie sich oft selbst. Wenn ihnen, meist als letzte Überlegung, die Denkrichtung angeboten wird eventuell ein übrig gebliebener Zwilling zu sein, bricht für viele ein "segensreicher Damm". Ganz nach dem Ausspruch von Bert Hellinger: "Die Quelle braucht nicht nach dem Weg zu fragen", brechen Gefühle los, die lange nicht zugelassen wurden. Ihnen gelingt es meist, mit "Stellvertretern" die Situationen nach zu empfinden, sich gebührlich von belastenden Situationen zu verabschieden und fortan ein erfülltes Leben zu genießen. Nicht immer ist es nötig fachlichen Rat einzuholen. Manchmal genügt es zu erkennen, dass es einen Zwilling gab. Die Schlussforderungen und Handlungen die sich anschließen, lassen Außenstehende erkennen, dass sich im Leben dieses Menschen etwas grundlegend positives getan hat.
Oft fällt der Trennungsschmerz gelinder aus als gedacht und die Sehnsucht nach dem verlorenen Zwilling weicht einer tief empfundenen Gewissheit nach Geborgenheit und Liebe die der Erwachte plötzlich auch selber spenden kann.

Für wen ist das Buch besonders interessant?

"Der verlorene Zwilling", ist ein Buch zum lesen und zum vertieften nachdenken. Gewinnbringend ist es für Menschen die vielleicht oder gesichert ihren Zwilling verloren haben, die um diesen trauern, die Verlustsymptome und eine unerklärliche, unstillbare Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit verarbeiten wollen.
Zum Leidwesen ihrer Mitmenschen, Bekannten, Freunden und Angehörigen verkonsumieren diese Menschen oft Gefühle, Waren und Lebensmittel rastlos und oft für zwei, trennen sich leichtfertig ohne Zusammenhang, auffällig dann, wenn sie glücklich sind, hinterlassen ratlose, fassungslose Freunde und Verwandte die gerne helfen würden.
Alle Menschen die im sozialen Bereich tätig sind, können beim Lesen des Buches Einsichten und Verständnis für Menschen mit diesem ungewöhnlichen Trauma gewinnen und sie in eine hilfreiche Richtung lenken.

Udo Lindenberg - Ich zieh' meinen Hut - LIVE 2008

Einige beispielhafte Kapitel aus dem Inhalt:

  • Zwillinge – ein seltenes Phänomen?
  • Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung
  • Der Embryo nimmt wahr und erinnert sich
  • Der verstorbene Zwilling verschwindet-Wohin?
  • Lebende Zwillinge sind tief verbunden
  • Eine Hebamme erzählt
  • Einsamkeit, Panikattacken, Schuldgefühle, Bindungsängste sind Symptome eines allein geborenen Zwillings
  • Den verlorenen Zwilling wieder entdecken
  • Auf dem Weg zur Heilung
  • Musiker auf der Suche nach einem verlorenen Zwilling
Autor seit 3 Jahren
28 Seiten
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