Wichtig ist dabei, dass nicht jeder Lerntipp bei Jedem gleich gut funktioniert – manche lernen beispielsweise besser durch Hören, manche durch Sehen. Das ist eine Typfrage und man sollte es ausprobieren. (Ich musste beispielsweise beim Jurastudium viel Lernen – von manchen Lernmethoden habe ich allerdings leider erst danach erfahren.)

Die drei Top-Tipps stehen übrigens unter C, M und P!

A

Abends kurz vor dem Schlafengehen sollte man sich das gelernte noch einmal ansehen. Denn tagsüber Gelerntes wird nach dem Stand der Forschung zunächst im Gehirn zwischengespeichert und im Tiefschlaf auf andere Gehirnteile übertragen, damit die Sachen länger in Erinnerung bleiben.

Es jemandem berichten.

Es jemandem berichten. (Bild: DWilliams / Pixabay)

B

Bären berichten. Oder anderen Stofftieren. Wenn man es jemand Anderem, auch jemand Künstlichem, erklärt, versteht und behält man es selber besser. Noch besser ist es, andere in dem Thema zu unterrichten. 

C - Top-Tipp

Careerist werden im Sinne von Streber: So wird man wohl genannt werden, wenn man sich den Lernstoff bereits vor dem Unterricht ansieht. (Für die eigene Beliebtheit muss man dann sich dann wohl etwas ausdenken, aber hier gehts ja auch nicht ums Freunde gewinnen, sondern ums Lernen) Der Gedächtnisweltmeister Dr. Gunther Karsten - dessen Buch unten abgebildet ist - empfiehlt sogar, den zukünftigen Lernstoff vorab eigenständig zu bearbeiten. Dadurch werde man oft ein fast ebenbürtiger Gesprächspartner des Vortragenden, es erhöhe den Spaßeffekt des Lernens und führe zu einer sehr effektiven Lernstoffverarbeitung. 

D

Die Pausen nicht vergessen. Das hilft letztendlich beim lernen. Der Gedächtnisweltmeister empfiehlt intensive Lernphasen von 45-90 Minuten und danach immer eine Pause von einigen Minuten einzulegen. Auch in einem Plan sollten regelmäßige Erholungstage gleich eingerechnet werden.

E

 

Etappenziele vornehmen. Sonst fängt man gar nicht an, weil die Aufgabe deutlich zu groß erscheint.

Ziel in kleinen Stufen erreichen (Bild: ThomasJ / Pixabay)

F

Formeln an der passenden Stelle der Wohnung aufhängen. Beispielsweise die für Elektrizität an den Sicherungskasten.

G

Gesten zu der Geschichte erfinden.

H

Hören, das zu Lernende also laut Lesen oder auf CD anhören.

I

Intensiv die grundlegenden Dinge lernen. Folgefehler können so vermieden werden.

J

Jung sein ist meist hilfreich. Vieles lernt der Mensch in jungen Jahren besser, wie (Aus-)Sprache und komplizierte Bewegungen. Viele Lernthemen sollte man also nicht so lange aufschieben. Allerdings können auch Ältere noch einiges leisten - der erwähnte Gedächtnisweltmeister wurde es als ältester aller Zeiten mit 46 Jahren - weit nach dem so aufnahmefähigen Kleinkindalter und dem Schulalter.

K

Karteikarten mit Vokabeln oder ähnlichem beschriften und dann systematisch in passenden Abständen zu wiederholen empfehlen viele. Ich finde es persönlich allerdings nicht praktikabel; bei hunderten von Karten habe ich auch mit Karteikästen den Überblick verloren, wann welche Karten zu wiederholen sind.

L

 

Listen merken? Kaum jemand kann sich zig Dinge einfach so merken. Die meisten Leute können maximal drei Dinge gleichzeitig behalten. Ich habe dann die Listen in dreier Grüppchen unterteilt und dreier Untergruppen gebildet.

Nur drei Dinge gleichzeitig merken (Bild: HebiPics / Pixabay)

M - Top-Tipp

Motivation klären: Welches Ziel verfolge ich? Oft kann man dann besser entscheiden, was man genau lernen muss, welche Hilfsmittel man zu rate zieht etc. Beim Französisch Lernen für den Urlaub sollte man beispielsweise den Kapiteln über Einkaufen, Zahlen und Restaurantbestellungen erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Vielleicht stellt man aber auch fest, dass man gar kein Motivationsziel findet. Dann sollte man aufhören zu lernen, wenn es sich nur um ein Hobby handelt. 

N

Notieren, was man wann wann lernen möchte, also einen Plan machen. Einen Grobplan zu erstellen ist in aller Regel empfehlenswert; mache überehrgeizigen Pläne lösen sich schnell in Luft auf, wenn man sich klarmacht, was man dann alles pro Tag lernen müsste.

O

Optische Vorstellungen können sehr hilfreich sein. Die ganze textliche Theorie sollte einmal in einem Schaubild dargestellt werden.

P - Top-Tipp zum richtig Lernen

Practise, also Üben. "Deliberate Practise" ist sehr wichtig. Nach der populären 10.000 Stunden Regel eines Forschers kann es jeder in fast jeder Disziplin zur so genannten Meisterschaft bringen kann, wenn er nur 10.000 Stunden übt. Zum effektiven Üben s. auch Punkt "S", alle Sinne benutzen.

(Neuere Forschungen zeigen zwar, dass allein Üben nicht reicht; dennoch wird man ohne viel Üben jedoch nicht richtig gut, da sind sich alle einig.)

Q

Quatsch machen im Lernteam - also vor allem überhaupt ein Lernteam zu haben, dass sich regelmäßig oder unregelmäßig trifft, ist für Einige eine gute Hilfe. Mit den richtigen Leuten fördere das die Motivation, zeige eigene Stärken und Schwächen und eröffne neue Perspektiven auf den Lernstoff.

R

Rehrücken verspeisen und dann richtig anfangen mit dem Lernen? Bei schwerem und fettem Essen ist der Körper mit der Verdauung beschäftigt, das Gehirn schaltet runter und das Lernen wird doppelt so schwer. Also vor dem Lernen lieber leichte Mahlzeiten einnehmen.

S

Sinne benutzen, und zwar möglichst viele. Nach neuesten Forschungen hängt nämlich, ob man sich etwas schnell und dauerhaft merkt, davon ab, dass sich an vielen unterschiedlichen Nervenzellen im Gehirn viele Synapsen (Verbindungen) bilden oder bereits gebildete verstärkt werden. Es soll deutlich effektiver sein mehrere Sinne wie sehen und hören zu verwenden, sich also ein Gedicht nicht nur durchzulesen, sondern es laut zu sprechen und dazu passende Gesten zu erfinden, als das Gedicht einfach immer nur zigmal durchzulesen. 

 

Soll beispielsweise folgender Spruch gelernt werde: "Annchen Mariannchen, komm mit ins Dorf, da fliegen die Vögel, da klappert der Storch...", helfen Gesten beim Merken. Dazu beispielsweise erst die Hände zum Rufen ausbreiten, dann zu sich zu winken, mit den Armen wedeln und mit den Händen Klatschen. Dadurch wird das Rufen, das Mitkommen, die Vögel und das Klappern symbolisiert, und irgendwie merkt man sich damit auch den Rest des Textes. Das hat jedenfalls bei mir in der Kindermusikstunde gut funktioniert.

T

Talent, braucht man das auch? Die überwiegende Meinung ist, dass Talent auf jeden Fall den Anfang erleichtert und dass man ohne ein gewissen Maß an Talent nicht wirklich gut wird (Stichwort Menderes von DSDS). Für ein Kind, dass je weniger sagt, je mehr Leute im Raum sind sollte man also keine Schauspielkarriere planen. 

U

Uebungszeiten vorher festzulegen hat viele Vorteile. Gleich nach Schule oder Arbeit, immer nach dem Abendessen? Dann vergisst man es nicht. Und macht es eher auch, wenn man gerade nicht so viel Lust hat – Zähneputzen macht man ja auch jeden Abend.

 

Zur Not, wenn man wegen anderer Verpflichtungen nicht jeden Tag zur gleichen Zeit üben kann, einen Wochenplan machen.

V

Verbindung zu vorhandenem Wissen herstellen. Dann merkt man sich vieles leichter.

W

Wassermelonen, Orangen, Äpfel und Kiwis sollen die Aufnahmefähigkeit des Gehirns steigern, wenn man sie isst. Auch viel zu trinken soll gut sein.

X

 

Xylophon nebenbei hören, oder sonst etwas mit dem Lerngegenstand nichts zu tun habendes laufen lassen? Besser nicht, bei Ablenkungen lernt man langsamer und merkt sich das Gelernte schlechter.

Y

Yogamäßig lernen: Wie beim Yoga besser häufig, aber kurz als nur ein mal pro Woche lang. Es soll beispielsweise besser sein, dass Spielen eines Instruments täglich 15 Minuten lang zu üben als jeden zweiten Tag 1 Stunde. Eine Erklärung, die ich dafür gefunden habe, lautet, dass das Gehirn es nur lernt, schwierige Sachen mit der notwendigen Geschwindigkeit auszuführen. Ein praktischer Grund ist vielleicht, dass es einem leichter fällt, jeden Tag kurz etwas zu machen als jeden zweiten Tag lang, und man es dann auch nicht vergisst.

Z

Die Zeiten herausfinden, an denen man am Besten lernen kann. Die meisten Leute sind zwischen 9 und 11 Uhr vormittags mit Abstand am leistungsfähigsten, ein weiteres Leistungshoch folgt zwischen 16 und 18. Nach 21 Uhr sinkt die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit noch einmal erheblich ab.

 

Zusammenfassung

Die wichtigsten zu berücksichtigenden Dinge zum richtigen Lernen sind meiner Meinung nach:

 

1. Vorbereitung

a) Motivation klären

b) etwas Talent

 

2. Loslegen

a) vor Unterrichtsstunde vorbereiten

b) mit allen Sinnen lernen

b) Üben, üben, üben

Autor seit 5 Jahren
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