Gefährdung des Herz- und Kreislaufsystems

Bei Niederspannung (220 Volt) ist bei einem Stromschlag in erster Linie das Herz gefährdet. So kann das Reizleitungssystem betroffen sein, dieses steuert über elektrische Impulse die Pumptätigkeit. Als Folge können Herzrhythmusstörungen auftreten, die sich in einigen Fällen bis zum Kammerflimmern entwickeln. Der Herzmuskel schlägt schneller und schneller und kann somit nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf pumpen. In anderen Situationen kommt es zu einer Verkrampfung der Lungenmuskulatur damit verbunden zu massiven Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand. Ein Stromschlag verlangt vom Ersthelfer ein überlegtes und konsequentes Handeln. Es ist zunächst wichtig die Stromzufuhr zu unterbrechen, in dem der Netzstecker gezogen wird oder die Sicherung herausgedreht wird. Keinesfalls den Betroffenen vor Durchführung dieser Maßnahmen berühren. Erst danach sollten Erste-Hilfe-Maßnahmen wie eine Herzdruckmassage oder eine Beatmung durchgeführt werden. Selbstverständlich ist es wichtig, umgehend einen Notruf abzusetzen. Sollte die betroffene Person OK sein, ist eine Einweisung in ein Krankenhaus trotzdem ratsam. Herzrhythmusstörungen können erst mit Verzögerung auftreten. Daher ist eine ärzliche Untersuchung empfehlenswert. 

Risiko "Lichtbogen"

Ein Lichtbogen kann in unmittelbarer Nähe von Hochspannungsleitungen auftreten. Nähert man sich einem Stromleiter, kann der Strom bei hohen Spannungen überspringen, ohne dass es zu einem direkten Kontakt gekommen ist. Bei einer 100.000 Volt Oberleitung ist mit diesem Phänomen bereits ab einem Abstand unter einem Meter zu rechnen. Während im Niederspannungsbereich bei einem Schlag in erster Linie das Herz betroffen ist, kommt es bei Hochspannungunfällen des öfteren zu Verbrennungen am gesamten Körper. Sind diese großflächig verteilt, sind die Heilungschancen kompliziert und es kommt zu Narbenbildungen. Rettungsmaßnahmen im Hochspannungsbereich sollten aufgrund der bekannten Risiken dem Fachpersonal überlassen werden. 

Erste Hilfe bei Stromunfällen

> bei Stromunfällen sollte unbedingt auf den Selbstschutz geachtet werden (Ziehen des Netzsteckers, Rausdrehen der Sicherung)

> gibt hier Unsicherheiten, auf keinen Fall die betroffene Person anfassen, sondern den Rettungsdienst und die Feuerwehr informieren 

> bei Unfällen im Hochspannungsbereich ebenfalls den Rettungsdienst informieren, da hier das Risiko eines Lichtbogens besteht 

> bei 100-prozentiger Spannungsfreiheit den Verunglückten ansprechen und deren Vitalzeichen (Atmung, Puls....) überprüfen 

> bei Bewußtlosigkeit und vorhandenen Vitalzeichen die stabile Seitenlage anwenden 

> sind keine Vitalzeichen vorhanden, Herdruckmassage und Beatmungsmaßnahmen einleiten und den Rettungsdienst abwarten 

Ashlie, am 06.01.2013
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