Einführung

Um bei Verletzungen den Blutverlust gering zu halten, muß eine Wunde schnellst möglich abgedichtet werden. Dazu zieht sich das Blutgefäß zusammen und die im Blut enthaltenen Thrombozyten "verklumpen"  an der verletzten Stelle. Somit wird die Wunde zunächst einmal provisorisch geschlossen und die Blutung kommt zum Stillstand. Im nächsten Schritt wird die Gerinnungskaskade aktiviert, in deren weiteren Verlauf dreizehn verschiedene Gerinnungsfaktoren zusammen arbeiten, um die verletzte Stelle zu 100 Prozent zu verschließen.

In einigen Fällen finden diese Gerinnungsvorgänge statt, obwohl sie so nicht gewünscht sind. Es entsteht ein Thrombus. Dazu im nächsten Abschnitt mehr. 

Ursachen

Ein Thrombus ist ein Blutgerinsel an einer falschen Stelle im Blutkreislauf. Für deren Entstehung müssen drei Faktoren zusammentreffen.

Die innere Gefäßwand muß Schäden oder Verletzungen aufweisen. Diese entstehen meistens durch Entzündungen oder degenerative Veränderungen. Ein bekanntes Beispiel hierzu ist die Arteriosklerose.

Im weiteren muß die Strömungsgeschwindigkeit herabgesetzt sein. Hier spielt die Immobilation (zu wenig Bewegung) des menschlichen Körpers eine wichtige Rolle. Ein Langstreckenflug, Bettlägerigkeit oder eine Herzschwäche können eine solche Situation auslösen.

Oftmals kommt noch eine veränderte Blutzusammensetzung, zum Beispiel durch Flüssigkeitsmangel mit hinzu.

Die oben erwähnten Kriterien werden auch als Virchowsche Trias bezeichnet. Rudolf Virchow hatte diese bereits vor mehr als 150 Jahren erkannt.

Risiken

Eine Thrombose kann theoretisch überall im Blutkreislauf auftreten. Hierbei wird zwischen Thrombosen im arteriellen und venösen System unterschieden. Handelt es sich um eine Thrombose in den Venen, so tritt diese überwiegend in den Beinen oder im Beckenbereich auf. Eine Beinvenenthrombose kann zu einer Rötung und Schwellung des Beines führen. Es entsteht ein Druckgefühl und unter Umständen Schmerzen. Gefährlich wird es, wenn der Thrombus sich löst und über den Blutkreislauf verschleppt wird. Aus dem Thrombus wird jetzt ein Embolus. Gerät dieser zum Beispiel in die Lunge, kann es innerhalb weniger Minuten zu einer Lungenembolie kommen. Diese ist lebensbedrohlich und muß sofort intensivmedizinisch versorgt werden.

Kommt es im arteriellen System zu einem Thrombus, kann dieser dramatische und lebensbedrohliche Komplikationen nach sich ziehen. Tritt ein Thrombus in den Herzkranzgefäßen auf, kann es zum Herzinfarkt kommen, im Gehirn zu einem Schlaganfall, im Darm zu einem Mesenterialinfarkt. Auch Gefäßprothesen und künstliche Herzklappen können einen Thrombus auslösen.

Diagnose und Therapie

Die Diagnostik hängt vom jeweiligen Organ bzw. Körperteil ab. Die Diagnose einer Beinvenenthrombose erfolgt zum Beispiel per Ultraschall.

Intensivmedizinisch versucht man mit Hilfe von Medikamenten, den Thrombus an einer weiteren Größenzunahme zu stoppen. Ist bereits ein Notfall eingetreten, muß eine sofortige Lysetherapie eingeleitet werden. Hierbei wird das Gerinsel mit Hilfe bestimmter Arzneimittel aufgelöst. Ist dieses nicht möglich, kann eine Wiedereröffnung per Katheter oder eine operative Entfernung des Gerinsels in Betracht kommen. Meistens müssen nach der Operation gerinnungshemmende Medikamente über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Wichtig ist im weiteren eine gesunde Lebenseinstellung mit angepaßter Bewegung (präventiv das wichtigste Mittel, um einen Thrombus erst gar nicht entstehen zu lassen) und gesunder, "fettreduzierter" Ernährung.

Mein Artikel kann nicht den Rat eines Arztes oder Heilpraktikers ersetzen! 

Ashlie, am 12.02.2012
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