Der Halloweenbrauch des Kürbisschnitzens kommt aus Irland

Nicht aus Amerika, wie oftmals behauptet wird, kommt das Halloweenfest, sondern aus Irland. Die Bräuche rund um das Fest haben sich lediglich in Amerika früher durchgesetzt als hier bei uns oder anderswo in Europa. Das liegt daran, dass im 19. Jahrhundert viele Iren nach Amerika kamen und ihre eigene Kultur mitsamt ihren Bräuchen dort weiterlebten. Dass in den USA Halloween so ausgiebig gefeiert wurde und wird, ist der Grund für den steigenden Bekanntheitsgrad dieses Festes und somit auch seiner zugehörigen Bräuche. Die Begeisterung, mit der man in den Vereinigten Staaten Halloween feiert, schwappte in den 1990er Jahren auf Europa über.

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Eine irische Teufelssage

Als der Teufel die Seele des Halunken Jack O. zu sich holen wollte, gewährte er ihm eine letzte Bitte. Jack O. bat um einen letzten Trunk in der Taverne. Der Teufel willigte ein und verwandelte sich in ein Geldstück, mit dem Jack sein letztes Getränk bezahlen sollte, bevor er für immer zur Hölle fuhr. Der listige Jack jedoch nahm das Geldstück und steckte es in seinen Geldbeutel, in dem sich auch ein religiöses Kreuz befand. Durch die Qualen, die der Teufel dadurch auszustehen hatte, ließ sich dieser auf einen Handel ein. Er wollte Jacks Seele noch für weitere zehn Jahre verschonen, wenn er ihn aus der Gefangenschaft ließ. Nach Ablauf der Frist, wiederum am Vorabend von Allerheiligen - an All Hallows Eve -, kam der Teufel abermals, um Jacks Seele endgültig einzufordern. Jack allerdings narrte den Teufel ein zweites Mal. Er bat sich als letzte Mahlzeit einen Apfel aus. Der Teufel kletterte auf den Baum, um die Henkersmahlzeit eigenhändig zu pflücken. Unterdessen ritzte Jack O. ein Kreuz in die Rinde des Baumes, so dass der Teufel nicht mehr vom Baum absteigen konnte. Jack befreite seinen Gefangenen, nachdem er ihm das Versprechen abgerungen hatte, dass dieser ihm niemals seine Seele holen werde. Als Jack einige Jahre später starb, waren ihm sowohl Himmel als auch Hölle versperrt. Zum Himmel konnte er wegen seiner Betrügereien keinen Zugang erlangen. Die Hölle war ihm ebenfalls verwehrt, da der Teufel ihm ja das Versprechen gegeben hatte, seine Seele niemals zu holen. Jack O. war zwischen den Welten gefangen und geistert der Sage nach ruhelos umher. Lediglich eine rote Rübe mit einem Stück glühender Kohle darin hat er vom Teufel mitbekommen, um den Weg in der Finsternis zu erhellen.

Heischebrauch und Rübengeister

Durch die immer bekannter werdenden Bräuche zu Halloween kam es zu Vermischungen mit einheimischen Traditionen. Das Rübengeistern im deutschsprachigen Raum fand auch jährlich in der Nacht auf Allerheiligen statt und war vor allem in ländlichen Gegenden weit verbreitet. Kinder höhlten rote Rüben bzw. auch Kürbisse aus und schnitten gruselige Gesichter hinein - je schauriger, desto besser. Sie zogen damit von Haus zu Haus, um damit Freunde und Nachbarn zu erschrecken und eventuell einige Süßigkeiten zu bekommen. Je nach Region ist die Ausprägung des Brauchs verschieden, in einigen Gebieten sagen die Kinder ein Gedicht auf oder singen ein Lied, in anderen Gegenden ziehen sie durch die Straßen und erbitten von den Passanten einige milde Gaben. Im Unterschied zu den Halloweenbräuchen wird aber nichts "Saures" angedroht, falls die Forderung nach "Süßem" nicht erfüllt wird.

Der Ursprung dieses Festes liegt im heidnischen Glauben begründet, dass am Tag vor Allerheiligen die Grenze zwischen dem Reich der Toten und dem der Lebenden besonders dünn ist. Man befürchtete, dass sich tote Seelen der Lebendigen bemächtigen könnten und versuchte, böse Geister mit Hilfe von Rübenfratzen zu vertreiben.

 

Der Halloween-Boom aus Amerika brachte einige neue Elemente, die unseren einheimischen Brauch teilweise überdecken und verdrängen. So ist man beispielsweise auf Kürbisse umgestiegen, da diese sich leichter bearbeiten und schnitzen lassen als Futterrüben. Außerdem verkleiden sich die umherziehenden Kinder und drohen Konsequenzen an, wenn ihr Heischen erfolglos bleibt.

 

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Sophie1975, am 21.08.2013
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