Wer wissen möchte, warum Salz nicht mit Gold aufzuwiegen ist, dem kann ich nur den tschechischen Märchenfilm "Der Salzprinz" empfehlen. Es ist ein schöner, fantsievoller Film über die Liebe, Vorurteile und natürlich: Salz.

 

Wer glaubt, es handelt sich dabei nur um eine fiktive Geschichte, der wird feststellen, wieviel Wahrheit doch in Märchen zu finden ist. Was also hat es mit dem  Salzprinzen auf sich? Beginnen wir von vorne:  Es war einmal...

 

Bildnachweis: (Urheber:Rob Lavinsky,iRocks.com – CC-BY-SA-3.0 via wikimedia commons)

 

Der Salzprinz - tschechischer Märchenfilm

.... vor langer Zeit, in einem weit entfernten Königreich.  König Pravoslav,  Vater von drei erwachsenen Töchtern, hatte mit ernsthaften Problemen zu kämpfen: Neben Ritterturnieren und dem feiern von Festen war es an der Zeit, seine Töchter unter die Haube zu bringen und zu entscheiden, welche davon seine Krone übernehmen soll.

Der Salzprinz
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Ein Mann für die beiden ältesten  war schnell gefunden: Der König veranstaltete einfach ein Ritterturnier und seine Töchter durften sich für jeweils einen tapferen Kämpfer als potentilellen Ehemann entscheiden. Die jüngste der drei, Prinzessin Maruška, war von dieser "Verlosung"  - bei der sie als Preis für einen gewonnenen Schwertkampf verschachert werden sollte - mehr als entsetzt.

 

Doch Maruska umgab noch  etwas anderes, geheimnisvolles. Sie hatte eine heimliche Liebe mit einem Salzprinz. Dieser Prinz war wahrhaftig nicht von dieser Welt, er kam aus dem Königreich der Unterwelt. Da er Maruska nicht dorthin mitnehmen konnte, gab er ihr etwas, mit dem sie ihn immer herbeirufen könne: Eine Salzrose.

Eine verbotene Liebe - oder: warum machen es sich manche Leute so schwer?

Auch der Salzprinz hatte so seine Probleme mit seinem Vater. Der König war wenig begeistert als er von der Liebe seines Sohnes erfuhr. Er hielt  die Menschen für gierig und nicht liebesfähig, sah er doch nur ihre Kriege und den geringschätzigen Umgang mit  der Natur.

 

Währenddessen stand im Reich der Menschen eine Entscheidung über Ehemänner und die Thronnachfolge an. Da König Pravoslav sich nicht entscheiden konnte - obwohl  ihm Maruska die liebste von allen war - wollte er von seinen drei Töchten wissen, welche ihn am meisten liebt. Also ließ er sie -  damit es etwas demütigend und peinlich wird - vor dem versammelten Hofstaat  öffentlich ihre Liebe bekunden. Die erste der Töchter meinte, ihr Vater wäre für sie so wertvoll wie Gold, die nächste verglich den Wert ihres Vaters mit Diamanten. Die dritte und jüngste Tochter   (Maruška), die ihn aufrichtig liebte, meinte: "Vater, du bist für mich so wertvoll wie das Salz." Maruška rief ihren Geliebten, den Salzprinz herbei, der dem König blühende Landschaften und gute Ernte versprach. Der König war daraufhin mehr als verärgert, schließlich war Salz für ihn etwas, dass unachtsam auf dem Boden verstreut wurde und im Übermaß vorhanden war. Über die angebliche Bosheit seiner Tochter sehr verärgert, verbannte er sie. Diese Entscheidung sollte er einige Monate später bitter bereuen...

 

Der Salzprinz verschwand und wurde wiederum durch den Zorn seines Vaters zu Stein, das Reich der Menschen verfluchte der König der Unterwelt.

 

Maruška irrte umher auf der Suche nach ihrem Prinzen und wurde von Waldnymphen zum Eingang der Unterwelt geführt. Dort wurde sie nicht gerade herzlich empfangen, doch sie wollte nicht aufgeben und suchte nach einer Lösung, um diesen Fluch aufzuheben.

Ein Leben ohne Salz

Ihre beiden Schwestern heirateten und im ganzen Land verwandelte sich plötzlich das ganze Salz in Gold. Doch schon nach kurzer Zeit nahmen die Auswirkungen des Salzmangels verheerende Ausmaße an: Die Menschen konnten nicht mal mehr ihr Brot säuern, das Essen hatte keinen Geschmack mehr und die Bevölkerung wurde krank. Es fehlte ihnen an Mineralstoffen, die das Salz liefert. Alle Würze im Leben dieses Landes war verschwunden. Erst jetzt fiel auch dem König auf, dass Salz wohl nicht ganz so wertlos ist, wie er glaubte. Nun gut, dachte sich das Königshaus, wir haben ja genug Gold, also kaufen wir uns doch Salz aus einem Nachbarland. Gesagt getan, doch sobald das kostbare Salz über die Grenze geschafft wurde, verwandelte es sich in Gold. Normalerweise ein Segen und immer willkommen,  doch wäre in diesem Fall Salz kostbarer und wichtiger gewesen.

 

Die beiden Prinzessinnen, die ihren Vater angeblich so sehr liebten, machten sich mit ihren beiden Ehemännern und jeder Menge Juwelen auf, um das Land und ihren Vater im Stich zu lassen. Doch kaum passierten sie die Grenze, verwandeln sich ihre ganzen Schätze in Salz.....

 

Einen Fluch erlösen... 

Maruška fand Rat bei einer geheimnisvollen Frau, die in ihrem Garten ungewöhnliche Pflänzchen wachsen ließ: Salzrosen. Maruška solle den Tau der Rosen einsammeln und damit den Prinzen besprengen um ihn zu erlösen. Dieser "Tau" war nichts anderes, als die Tränen ihres Volkes.

 

Ohne diese Anweisung in Frage zu stellen sammelte die kleine Prinzessin den Tau ein und ging erneut in die Unterwelt. Ihre Liebe war stärker als die Angst vor einem Fluch und so erlöste sie den Salzprinzen. Auch dessen Vater erkannte nun seine Fehleinschätzung und Vorurteile und gab die beiden frei. Bewaffnet mit einem Zauberbeutel, in dem Salz niemals ausgeht, kehrten die beiden zurück in die Menschenwelt.  Maruškas Vater war so geschwächt durch Krankheit und Schuldgefühle, dass er seine Tochter nicht erkannte. War sie etwa zu spät gekommen?

 

Fazit

Was also wäre ein Leben ohne Salz? Ohne Würze? Dieser Film veranschaulicht sehr schön - und ohne die ganze Zeit den moralischen Zeigefinger zu schwingen - was wirklich wichtig ist. Nicht nur Reichtum, sondern vielmehr der innere Reichtum und die Schätze der Natur zu achten. Auch wurde hier wieder mal sehr deutlich, dass man Liebe nicht mit falschen Heucheleien beweisen kann. Die Liebe erkennt man mit dem Herzen und an Taten....   und wer wirklich auf sein Herz hört und klar seiner inneren Führung folgt, der kann sogar Flüche auflösen.

Grace, am 09.04.2011
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