Acht Stunden Schlaf und Hundemüde

Kennen sie das auch? Sie wachen am Morgen auf und fühlen sich, als hätten sie nicht geschlafen. Auf dem Weg zur Arbeit müssen sie aufpassen, weil ihnen am Steuer die Augen zu fallen und im Büro sind sie immer müde, genervt, oder können sich kaum Konzentrieren. Ihr Blutdruck ist zu hoch und ihre Partnerschaft wird von lauten nächtlichen Schnarch Geräuschen beeinträchtigt. Und manchmal werden sie geweckt, weil sie zu ersticken drohen. Dann leiden sie möglicherweise unter einer Schlafstörung der besonderen Art, der sogenannten Schlafapnoe. Man unterscheidet zwischen zwei Formen dieser Krankheit.

  1. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), das die häufigste Form der Erkrankung ist.

  2. Das zentrale Schlafapnoe-Syndrom (ZSA), welches allerdings seltener Auftritt.

Insbesondere Männer, gerne mit ein paar Pfunden zu viel, sind von dieser Krankheit betroffen, aber manchmal erwischt es auch die Damen. Übergewicht scheint hier immer eine Rolle zu spielen, aber auch andere Faktoren, wie zu enge Atemwege, regelmäßiger Alkoholgenuss, oder Nikotin, sowie Schlafmittel und Drogenmissbrauch können die Erkrankung auslösen. Und es ist dringend erforderlich, sich in Behandlung zu begeben, denn Schlafapnoe ist eine gefährliche mitunter lebensbedrohende Erkrankung. Dabei bestimmen die Länge und Anzahl der nächtlichen Atemaussetzer den Schweregrad. Es kommt zu Sauerstoffmangel im Blut, der nicht nur für die Tagesmüdigkeit und den Schlaf- drang verantwortlich ist, sondern auch dazu führen kann, dass Gehirnzellen absterben und Organe im Körper so geschädigt werden, dass sie nicht mehr richtig funktionsfähig sind. Außerdem erhöht die nächtliche Atemnot, aus Sicht der Mediziner, das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall beträchtlich! Sogar Impotenz und Depressionen stehen auf der Liste möglicher Folgeerkrankungen! Man sollte die Sache also nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Die Behandlung mit der CPAP-Therapie

Ein Lungenfacharzt kann sich mit Hilfe verschiedener Untersuchungen schnell ein genaues Bild vom vorliegenden Schweregrad der Krankheit machen und entsprechende Therapiemöglichkeiten anbieten. Ebenso lassen sich hier die Ursachen der Schlafstörung ermitteln. In einem Modernen Schlaflabor werden die einzelnen Werte wie Sauerstoffsättigung des Blutes, die einzelnen Schlafphasen und vor allem die Zahl und durchschnittliche Dauer der Atemaussetzer pro Nacht/Stunde genau erfasst. Auch Herzfrequenz und Blutdruck können hier, wenn nötig, über die ganze Nacht gemessen und kontrolliert werden. Oft wird dann eine Behandlung mit einem CPAP-Gerät empfohlen. Hierbei wird über eine Atemmaske dauerhaft durch Überdruck Luft in die Atemwege und die Lunge gepresst. Dadurch wird die Sauerstoffsättigung des Blutes während der Nacht stabil gehalten und in der Regel verringert sich auch die Zahl der Atemaussetzer, zudem ist das für die Partnerschaft lästige und nervige Schnarch- Geräusch dann Geschichte, was den Anbau weiterer Schlafzimmer genauso unnötig macht, wie die nervigen Diskussionen am Morgen ob er, oder sie, dem jeweiligen Partner das Leben bewusst zur Hölle machen will. Man kann schon Angstzustände bekommen, wenn der Ehepartner erst einen ganzen Wald aberntet und dann die "Atemtätigkeit" plötzlich auf unbestimmte Zeit völlig einstellt.

Weitere Behandlungsansätze

Als Alternative zu einer lebenslangen Versorgung mit einem Atemgerät, werden auch andere Therapieformen angeboten, die je nach schwere der Schlafapnoe dem Betroffenen Linderung und erholsamen Schlaf bringen können. Die sogenannte Unterkiefer- Protrusionsschiene zum Beispiel wird bei weniger schweren Fällen oft erfolgreich eingesetzt. Ein speziell für den Patienten mit Hilfe eines Gebissabdrucks hergestelltes Schienensystem, das zusätzlich nachjustiert werden kann, soll die Einengung des Rachenraumes verhindern und die Atemwege offen halten. Dadurch nimmt der Atemwiderstand ab und man kann freier Atmen. Daneben gibt es verschiedenen operative Möglichkeiten zur erfolgreichen Behandlung, einige davon werden aber in erster Linie zur Verbesserung der Wirkung des CPAP-Gerätes angewendet. Auch in Fällen, bei denen die Dauertherapie mit dem Atemgerät nicht durchführbar ist, können die chirurgischen Eingriffe sinnvoll sein. Manchmal kommt auch ein Stent zum Einsatz, den sich der Patient abends selbst einsetzt und am Morgen wieder entfernt. Dabei soll das erschlaffen der Muskulatur im Rachenraum verhindert werden, damit sich die Atemwege nicht verschließen. Auch ein spezielles Training der Zungenmuskulatur kann unter Umständen helfen. Versuche das Schnarchen mit Nasenklammern, Magnetfeld- Matten und ätherischen Ölen zu Behandeln haben sich leider als weitgehend unwirksam erwiesen. In der Regel stören sie nur den Schlaf des Betroffenen und können, im schlimmsten Fall, zur Verschlechterung der Apnoe beitragen.

Schlafen sie gut!

Autor seit 3 Jahren
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