Medizinische Notfallmaßnahmen stehen an erster Stelle



Zunächst wird in den meisten Fällen ein Klinikaufenthalt zur Akutbehandlung des Patienten auf der Agenda stehen, bei welchem die Schlaganfallfolgen auf medizinischem Weg betreut werden müssen. Danach wird noch in der Ersthilfe-Einrichtung mit ersten Rehabilitationsmaßnahmen begonnen. Je nachdem welche Folgen der "Stroke" - englisch für Schlaganfall-, bei den Betroffenen hervorgerufen hat, werden entweder physiotherapeutische Maßnahmen ergriffen, dazu erfolgt auch immer gleich eine Betreuung des Patienten auf psychologischer Ebene.

 Sehr oft kam es es vor allem in der Vergangenheit vor, dass Schlaganfallpatienten, speziell von ihrem nächsten Familienumfeld, geradezu wie "Aussätzige" vor der Öffentlichkeit versteckt wurden. Diese fatale Verhaltensweise rührt zumeist noch aus der Zeit, als die Mediziner mit Schlaganfallpatienten nicht so recht wussten was sie mit ihnen anfangen sollten - sprich mit ihrem Latein am Ende waren. Patienten wurden dann einfach in eine "Heilanstalt" eingewiesen und dort sozusagen ohne passende Behandlung und Betreuung ihrem Schicksal überlassen. Diesen Umstand wiederum hat die Familie oft mit falschem Schamgefühl versucht vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Der Betroffene selbst wurde zum Ausgestoßenen und von der Gesellschaft komplett ins Abseits katapultiert. Selbstverständlich spielte in diesem Zusammenhang der Umstand eine Rolle, dass aus medizinischer Sicht keine Erklärungen geliefert werden konnten. Der Patient war also abgestempelt. Nicht so heute! Die medizinischen, psychologischen, physiotherapeutischen und neurologischen Erkenntnisse haben es ermöglicht, dass sehr viele Schlaganfallpatienten wieder gesund werden, oder zumindest die Krankheitsfolgen relativ gut behandelt und abgemildert werden können. Eines ist in diesem Zusammenhang allerdings unabdingbar und ohne Alternative: Der Betroffene muss gesund werden wollen, seine Situation annehmen und sein Umfeld muss offen damit umgehen.

Nur wer wagt gewinnt

 

 Schlaganfallpatienten müssen daher zunächst unbedingt dazu motiviert werden, ihr eigenes Schicksal zu akzeptieren, es vorbehaltlos an- und wieder selbst in die Hand zu nehmen. Dies ist oft leichter gesagt als getan, denn sehr oft gehen mit den Schlaganfallfolgen auch Depressionen einher, die es zunächst für den Betroffenen nahezu unmöglich machen, seiner Situation eine vernünftige Zukunftsperspektive abzugewinnen. Hierzu wurden allerdings von der Pharmaindustrie zwischenzeitlich recht wirksame Medikamente auf den Markt gebracht, um den Depressionen einigermaßen Herr zu werden. Ist dies dann geschehen und haben die Medikamente entsprechende Erfolge gezeitigt, dann müssen gleichzeitig auch die Psychologen ganze Arbeit leisten. Der Patient muss behutsam, aber hartnäckig zurück "aufs Gleis gesetzt werden", um an seiner eigenen Gesundung kräftig mitarbeiten zu können – Rückschläge inklusive - und leider nicht auszuschließen. Es kann Wochen und Monate dauern, bis der Betroffene sich öffnet und die Herausforderung wieder gesund werden zu dann auch annimmt!

Autor seit 4 Jahren
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