(Bild: Harald Rossa)

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Im 17. Jahrhundert gehörte Gottorf während der Regierung von Herzog Friedrich III. zu den Kulturzentren Europas. In dieser Zeit entstand die üppig ausgestattete Schlosskapelle. Zahlreiche Gemälde, aber auch Möbel und Kunsthandwerk stammen aus der Barockzeit. Über Rokoko, Biedermeier und Jugendstil reicht die Bandbreite der im Museum ausgestellten Kunst bis zum modernen Kunsthandwerk der Gegenwart.

In der Gotischen Halle beginnt der Rundgang durch die Ausstellung zur Kunst- und Kulturgeschichte. Hier wird eine Sammlung mittelalterlicher Altäre und religiöser Skulpturen präsentiert. Im Westflügel hängen zahlreiche Gemälde niederländischer Meister der Renaissance sowie Werke von Lucas Cranach dem Älteren. Das Prunkstück in der Geistlichen Schatzkammer ist eine Gutenberg-Bibel von 1452/54. Im Nordflügel des Schlosses beeindruckt der Blaue Saal mit filigranen Stuckarbeiten.

Die Galerie der Klassischen Moderne befindet sich in einem Nebengebäude auf der Schlossinsel. Sie zeigt die Sammlung der privaten Stifter Rolf und Bettina Horn. Es werden vor allem Werke deutscher Expressionisten gezeigt. Darunter Werke der Norddeutschen Emil Nolde, Christian Rohlfs und Ernst Barlach aus der Zeit um 1920. An diese Sammlung schließt sich die Norddeutsche Galerie mit rund 150 Werken norddeutscher Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts an.

Archäologisches Landesmuseum

Zu den bekanntesten Ausstellungsstücken des Archäologischen Landesmuseums gehört das um 320 nach Christus gebaute fast 23 Meter lange Nydamboot. Das gilt als das am besten erhaltene Ruderboot dieser Größe aus germanischer Zeit. Das offene Holzboot lag rund 1.500 Jahre im Nydam-Moor bei Sonderborg. Der Archäologe Conrad Engelhardt entdeckte es 1863. Das Museum präsentiert es seit 1947 mit anderen Gegenständen aus der Zeit der Germanen.

Die Archäologische Ausstellung zeigt noch deutlich ältere Funde aus der Geschichte des Landes. Darunter 120.000 Jahre alte Faustkeile der Neandertaler und viele Exponate der Bronze- und Eisenzeit mit den mehr als 1.800 Jahre alten Moorleichen aus Windeby, Rendswühren und Damendorf. Weiter werden rekonstruierte Jagdszenen aus der Steinzeit vor 11.000 Jahren gezeigt. Einen weiteren Schwerpunkt setzt das Museum zum Thema Mittelalter. In den Bereichen Dorf, Burg, Kirche und Stadt erläutert diese Schau die unterschiedlichen Lebenswelten der damaligen Gesellschaft.

Barockgarten und Globushaus

Zur Anlage von Schloss Gottorf gehört der Barockgarten. Den ließen die Herzöge Friedrich III. und Christian Albrecht zwischen 1637 und 1694 nach italienischem Vorbild anlegen. Diese Anlage wurde rekonstruiert und umfasst den Herkulesteich im Süden, prächtige Freitreppen sowie das Globushaus mit einem Nachbau des von Adam Olearius ab 1650 geschaffenen Gottorfer Riesenglobus. Der begehbare Globus mit Sitzbank und ausgeschmückten Sternenhimmel wird als das erste Planetarium der Geschichte angesehen.

Ein Gartenpfad führt Besucher durch den weitläufigen Park. An elf Stationen werden Informationen zur Geschichte geboten.

Blick in die Zukunft

Seit 2012 beschäftigt sich die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen mit der Zukunft der beiden Landesmuseen auf der Schleswiger Schlossinsel. Nach Auswertung einer umfangreichen Besucherbefragung folgte 2013 ein Internationaler Ideenwettbewerb und 2014 zwei Ausstellungen ausgewählter Entwürfe und die öffentliche Präsentationen des Siegerentwurfes. Nun wird der Masterplan "Gottorf 2025" vollendet. Neben der Umgestaltung der Ausstellungen gehört dazu ein moderner Anbau auf der Nord-Ost-Seite an das ehrwürdige Schloss. Rund 30 Millionen Euro soll das kosten. Vor allem der geplante Anbau sorgt derzeit für Diskussionen im Land zwischen den Meeren.

Literatur

  • Antje Wendt: Schloss Gottorf. 2. Auflage, Schnell + Steiner, Regensburg 2014, ISBN 3-7954-2547-6
  • Herwig Guratzsch (Hrsg.): Der neue Gottorfer Globus. Koehler und Amelang, Leipzig 2005, ISBN 3-7338-0328-0
  • Adrian von Buttlar und Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1
  • Henning von Rumohr: Schlösser und Herrenhäuser im Herzogtum Schleswig. Droemer Knaur, München 1983, ISBN 3-426-04412-9
  • Ernst Schlee: Das Schloss Gottorf in Schleswig. Wolff, Flensburg 1965
Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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