Schloss Glücksburg

Schloss Glücksburg (Bild: Harald Rossa)

Schloss Glücksburg wurde zwischen 1583 und 1587 im Auftrag von Herzog Johann (Hans) dem Jüngeren (1545-1622) vom Baumeister Nikolaus Karies erbaut. Es entstand auf dem Platz, auf dem bis zur Reformation das Rudekloster der Zisterzienser stand.

Seinen Namen erhielt das Schloss nach dem Wahlspruch "Gott gebe Glück mit Frieden" des Herzogs: Über dem Portal wird dieser Spruch mit den Anfangsbuchstaben: GGGMF zitiert. Dazu sind hier die Wappen des Herzogs und seiner Ehefrauen angebracht.

Ein großer Teil des Schlosses Glücksburg ist heute als Museum der Öffentlichkeit zugänglich. Daneben ist das Schloss ein kultureller Veranstaltungsort. Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen finden im Schloss und in der Orangerie statt. So gehört das Schloss zu den Austragungsorten des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Die Architektur

Schloss Glücksburg besteht aus drei aneinander gebauten Giebelhäusern. Daraus entsteht ein quadratisches Gebäude mit einer Länge und Breite von jeweils 30 Metern. An den vier Ecken erheben sich achteckige Türme mit einem Durchmesser von je 7 Metern. Auf dem Mitteldach steht ein 1768 errichteter Dachreiter.

Der quadratische Grundriss mit den Ecktürmen als Pavillons und die symmetrische Anordnung der Räume mit den Sälen im Mitteltrakt haben französische Vorbilder. Die Räume der unteren Geschosse, darunter der große Festsaal, sind gewölbt. In den untersten Gewölben befindet sich die Schlosskapelle mit der Gruft der 1779 ausgestorbenen älteren Glücksburger Familie.

Vom Schloss führt ein Steindamm zum viereckigen Schlossplatz. Der ist an drei Seiten von später errichteten Nebengebäuden eingeschlossen. Dazu gehört auch das neue Kavalierhaus von 1786.

Die 1859 aufgestellten Hoflaternen stammen aus dem Schloss Amalienborg in Kopenhagen. An die Remise schließt sich das im 17. Jahrhundert erneuerte Torhaus an. Von dem führt eine Granitbrücke über den Schlossgraben.

Museum Schloss Glücksburg

Das Schloss ist als herzogliches Wohnhaus ausgestattet. So wird dem Besucher ein bewohnbares und lebendiges Haus präsentiert. Dazu gehören ausgesuchte Möbelstücke aus der Zeit zwischen Empire und Biedermeier. Auserwähltes Porzellan und Tafelsilber ergänzen die Sammlungen. Eine besondere Attraktion des Hauses ist die bedeutende Sammlung der Tapisserien und der Ledertapeten.

Porträts vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart dokumentieren die Familiengeschichte der Oldenburger und Glücksburger. Sie zeugen auch von der der deutschen und dänischen Geschichte. Dazu gehören die Exponate zur Erhebung in Schleswig-Holstein 1848 und zum deutsch-dänischen Krieg von 1864.

Schloss Glücksburg

Schloss Glücksburg (Bild: Harald Rossa)

Die Innenräume

Die Schlossbrücke führt zum Hauptportal im Untergeschoss. Das führt in die Eingangshalle, die Grüne Diele. Deren Boden, dessen aus olandischem Stein hat an vielen Stellen Abdrücke von Fossilien. Im Untergeschoss befindet sich auch die Schlosskapelle. Sie nimmt etwa ein Viertel des östlichen und des mittleren Hauses ein. Die ursprünglich im Stil der Renaissance ausgestatte Kapelle Die Kirche war ursprünglich im Stile der Renaissance ausgestattet. 1717 wurde sie unter Herzog Philipp Ernst barock umgestaltet. Bei Restaurierungsarbeiten 1973 wurden Fresken aus der Erbauungszeit freigelegt. Der Schnitzaltar stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Die Kapelle wird noch heute für Gottesdienste, Hochzeiten und Taufen genutzt. Im westlichen Turmzimmer des Untergeschosses können standesamtliche Trauungen durchgeführt werden.

Das erste Obergeschoss ist der Wohnbereich mit dem reich ausgestatteten "Roten Saal". Seinen Namen erhielt er von den roten Tapeten. Er ist 30 Meter lang und 10 Meter breit und nimmt die gesamte Grundfläche des Mittelhauses ein. Die Stuckarbeiten an der Decke gehören zu den ältesten Arbeiten dieser Art in Schleswig-Holstein.

Im zweiten Obergeschoss nimmt der "Weiße Saal" die Fläche des mittleren Hauses ein. Von ihm gehen, wie auch beim "Roten Saal", auf beiden Seiten jeweils 4 Räume ab. Im Gegensatz zum gewölbten "Roten Saal" hat der "Weiße Saal" eine flache Decke und wirkt dadurch größer. Schmuckstücke sind eine Anzahl Gobelins von 1740.

Der Schlossgarten

Zum Schloss wurden erst im 18. Jahrhundert Parkanlagen geschaffen. Der Gärtner Jürgen Lorentzen schuf auf dem Gelände des späteren Rosariums zwischen 1706 bis 1709 einen kleinen Lustgarten. Der größere Park wurde ab 1733 hinter die Vorburg angelegt. 1743 wurde eine Orangerie errichtet. Unter Herzogin Anna Carolina wurden die Grünflächen nach englischen Vorbildern umgestaltet. Dabei blieb die barocke Gliederung erhalten. Die Orangerie erhielt ab 1827 ihre heutige klassizistische Gestalt.

Das Rosarium

Neben dem Schlossgarten wurde 1990 das Rosarium eingerichtet. Dessen Mittelpunkt ist das ehemalige Gärtnerhaus. Auf einer Grundfläche von knapp einem Hektar werden über 500 Kletter- und Wildrosen kultiviert.

Der Schlossteich

Der Schlossteich wurde im 16. Jahrhundert angelegt. Dazu wurden die Bäche Schwennau und Munkbrarupau aufgestaut. Das frühere Klostergelände wurde vollständig überspült. Schloss und Vorburg waren danach vollständig von Wasser umgeben. Im Laufe der Jahrhunderte entstand die feste Verbindung zwischen Schloss und Vorburg.

Schlossgarten

Schlossgarten (Bild: Harald Rossa)

Literatur

  • Henning von Rumohr: Schlösser und Herrenhäuser im Herzogtum Schleswig. Droemer Knaur, München 1983, ISBN 3-426-04412-9
  • Adrian von Buttlar und Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1
Autor seit 4 Jahren
208 Seiten
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