Besorgten Patienten wird erklärt, dass Cortison ein Stoff ist, der vom Körper selbst gebildet wird und deshalb harmlos sei. Diese Aussage ist einerseits richtig, trifft aber dennoch nicht die Realität. Da dem Organismus bei Behandlungen mit Cortison größere Mengen dieses Wirkstoffes zugeführt werden, als er sie selbst bildet, gelten andere Voraussetzungen als beim natürlichen Produkt. Das gilt besonders für Nebenwirkungen. Der Wirkstoff kann gravierende Nebenwirkungen haben.

Cortison ist ein äußerst starker Entzündungshemmer, und daher geeignet Leben zu retten. Das beispielsweise bei lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen, wie u.a, bei einem anaphylaktischen Schock. Auch bei entzündlichen Erkrankungen innerer Organe, bei den die Ursachen nicht abgeklärt werden können, kann Cortison sinnvoll sein. Es bewirkt, dass Lebensfunktionen auf ein Minimum reduziert, gleichsam auf "Notstrom" geschaltet werden. 

Was ist Cortison-Therapie?

Bei der Anwendung von Cortison wird von einer "Cortison-Therapie" gesprochen. Eine nichtzutreffende Bezeichnung, da Cortison niemals heilt. Seine Wirkung ist vergleichbar mit dem Aufräumen eines sehr schmutzigen und unordentlichen Raumes. Wer zu faul aufzuräumen könnte auf die Idee kommen das Licht auszuschalten, um die Unordnung unsichtbar zu machen. Setzt später das Tageslicht ein, ist alles unverändert. Wahrscheinlich jedoch stinkt es mehr als vorher, weil die Fäulniserreger nicht entsorgt wurden. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit Cortison, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach Abklingen der Wirkung unverändert oder sogar intensiver wieder vorhanden sind. Sinnvoller wäre es "Verursacher der Unordnungen" zu finden und die zur Verantwortung heranzuziehen. Da das nicht geschieht sollte auch nicht von einer "Therapie" geredet werden. 

Der Löwenanteil derartiger Behandlungen dürfte im orthopädischen Bereich vorgenommen werden. Da hier die "5-Minuten-Konsultationen" vorherrschen, wird die Ursachenfindung auch in den Fällen wo das leicht möglich wäre, häufig auch nicht übermäßig ernst genommen. Da bestanden beispielsweise Rückenbeschwerden nach einem Sturz. Das Röntgenbild zeigte keine Anomalien und deshalb greift der Doktor mehrmals hintereinander, in zeitlichen Abständen, zur Cortisonspritze. Mit einer weiteren Untersuchung (MRT) lassen sich in diesem Fall die Schmerzen erklären: Ein einem Haarriss ähnlicher Knochenbruch eines Wirbels, der dann eine Operation erforderlich machte.

Sportler beklagen sich oft über Schmerzen in häufig benutzten Gelenken. Die Cortisonspritze macht es möglich die Beschwerden zu eliminieren. Das allerdings mit der Folge, dass ein Ermüdungsbruch eintritt. Was jeder Pfadfinder mit Erste Hilfe Ausbildung weiß, wissen offensichtlich einige Ärzte nicht: "Schmerz ist ein Alarmsignal und nicht die Ursache".

Dazu kommt, dass nicht wenige Ärzte nach derartigen Injektionen zu vermehrter körperlicher Bewegung raten. Das nach dem Motto: "Wer rastet der rostet". Man stelle sich die Situation in einem entzündeten Gelenk bildlich vor. Da liegt der Stachel von einem Stacheldraht im Gelenkweg und scheuert bei jeder Bewegung die Nachbarschaft noch mehr wund. 

Nebenwirkungen

Vor längerer Zeit hatte ein Rheumatologe in einem Fachartikel die Grundsätze rheumatologischer Behandlungen (wieder einmal) aufgeführt und über die mir ohnehin bekannten Dinge eine wirkungsvolle Miteinbeziehung der Behandlung von Depressionen gefordert. Na hallo, war mein erster unzutreffender Gedanke zu dieser Neuigkeit, die Menschheit wird doch immer empfindlicher, denn früher gehörten Depressionen nicht zum Repertoire akut-aktiver Rheumatiker. Erst viel später fiel mir der Grund für seine Forderung ein: Eine Nebenwirkung des Cortisons sind Depressionen, die verhältnismäßig schnell auftreten können und sich auch nach Absetzung des Wirkstoffes nicht immer bessern.

Als nächste Nebenwirkung könnte eine Störung des Wasserhaushaltes auftreten. Wasser wird im Körper mit der Folge einer kräftigen Gewichtszunahme zurückgehalten. Es kann zur Entstehung von "Schwangerschaftsstreifen" Striae rubrae und zur Bildung von Ödemen (Wasseransammlungen) im Körper, die sich u.a. als Anschwellung im Gesicht zeigen können, dem sog. Mondgesicht. Fingergelenke lassen sich daher nur mühsam bewegen, denn es scheint als würden Rollen aus Pappe über sie gestülpt sein. Diese Symptomatik bessert sich nach Absetzen des Cortisons relativ schnell. Nachzulesen unter dem Stichwort: Morbus Cushing

Die Liste der Nebenwirkungen ist damit jedoch noch nicht vollständig. Die komplette Aufzählung finden Sie hier. 

Die Aufzählung der mit Sicherheit gravierenden Nebenwirkungen soll nicht beängstigen, sondern eine Risiko-Nutzen Abwägung erleichtern. Im nächsten Abschnitt werden Alternativen genannt, die sinnvollerweise vor einer Cortisonbehandlung erprobt werden sollten.

Hier abschließend noch ein wichtiger Hinweis: Sofern Cortisonpräparate bereits genommen werden, dürfen die keinesfalls abrupt abgesetzt werden. Sie müssen, über einen längeren Zeitraum mit ständig reduzierten Mengen "ausgeschlichen" werden. Dazu bedarf es der Beratung durch den Arzt. 

Cortison und orthopädische Beschwerden

Das meiste Cortison dürfte in orthopädischen Praxen verbraucht werden. Die Erstellung von Diagnosen ist dort nicht üblich. Es werden mit modernsten bildgebenden Methoden zwar Zustandsbeschreibungen vorgenommen, die als Diagnose angegeben werden, tatsächlich jedoch symptomatische Auswirkungen gänzlich anderen Geschehens sind.

Das mag zunächst verrückt klingen, ist es aber nicht. In meiner physiotherapeutischen Praxis werden u.a. Patientin mit orthopädischen Beschwerden behandelt. Ein Teil dieser Personen hat die Diagnose "Bandscheibenvorfall L2 - L3. Der Urinstatus weicht in diesen Fällen deutlich von den Normwerten ab und nach Behandlung der Niere werden diese Personen spontan beschwerdefrei. Die Orthopädie "therapiert" dabei mit Entzündungshemmern an der Ursache vorbei.

Näheres können Sie hier nachlesen: Geldquelle Mensch in der Medizin

Alternativen zum Cortison

Sucht man nach Alternativen zum Cortison, muss zunächst zwischen den Zielsetzungen der Behandlung unterschieden werden. Bei starken allergischen Reaktionen wird man kaum darauf verzichten können. Selbst das nebenwirkungsarme Adrenalin muss meist durch Cortisongaben unterstützt werden.

Handelt es sich jedoch um entzündlich-organische Prozesse, wie beispielsweise bei Lungen- oder Darmerkrankungen etc. sind Alternativen zum Cortison nicht allzu viele vorhanden. Hier könnten Heilkräuter sinnvoll sein. Da allerdings die Pharmaindustrie aufmerksam über ihre Pfründe wacht, sind wirksame Kräuter kaum frei erhältlich auf dem Markt. Auf jeden Fall muss die Wirkung von alternativen Therapien in solchen Fällen durch Laborbefunde und spezifische Untersuchungen kontrolliert werden.

Besser sieht es mit Alternativen zur Cortisonbehandlung bei orthopädischen Beschwerdebildern aus. Als vielfach unterschätztes aber stark wirksames und absolut nebenwirkungsfreies "Schmerzmittel" hat sich Eis bewährt. Mit seiner Hilfe gelingt es meist die Menge der Schmerzmittel sehr deutlich zu reduzieren oder  auf Schmerzmittel überhaupt verzichten zu können. Um diese Wirkung zu erfahren, bedarf es einer genauen Kenntnis der "Gebrauchsanleitung". 

An dieser Stelle ein Hinweis auf opiat- oder morhinhaltige Schmerzmittel, wie beispielsweise Tramal (Tramdol): Diese starken Schmerzmittel verursachen als Nebenwirkung eine Stuhlverstopfung (Obstipation), die dann ihrerseits Schmerzen auslöst. Schmerzen, die durch den Darm "reizende" Abführmittel nicht vermieden, sondern erfahrungsgemäß noch intensiviert werden.

Eine weitere Alternative bei orthopädisch eingestuften Beschwerden besteht darin, deren tatsächliche Verursacher zu behandeln. Die Gründe, die von orthopädischer Seite für derartige Beschwerden angeführt werden, sind alles andere als logisch und beantworten in keinem Fall die Fragen, warum es zu Veränderungen der Wirbelsäule und Körpergelenke kommen konnte. Erste Hinweise auf diese, bei näherer Überlegung logischen Zusammenhänge finden Sie hier: "Geldquelle Mensch in der Medizin" Bei Beschwerden der Halswirbelsäule sollten Sie sich zunächst hier informieren.

Darüber hinaus stehe ich für Auskünfte hier via Privater Nachricht gerne zur Verfügung.

Klaus_Radloff, am 30.09.2012
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